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Kravag informiert über „drittes Auge“

Pitch für Abbiegeassistenten

Praxistest: Fünf Abbiegeassistenten im Vergleich. Foto: Andrea Ertl

Fünf Hersteller von Abbiegeassistenten stellten sich bei einer Kravag-Veranstaltung einem Praxistest – neun präsentierten sich in einem Pitch.

Unübersichtlich: So zeigt sich momentan der Markt für Abbiegeassistenzsysteme für Lkw. Und das habe die Kravag, die Versicherung des deutschen Kraftverkehrs, dazu veranlasst, Unternehmer aus der Branche zu informieren, wie Rechtsanwalt Axel Salzmann, Leiter des Kravag-Kompetenzzentrums, zur Begrüßung sagte. Und am Ende der gemeinsam mit der Fachhochschule Westküste für Wirtschaft und Technik aus Heide organisierten zweiteiligen Veranstaltung in Hamburg unter dem Titel „Pitch: Zertifizierungsstatus von Abbiegeassistenz-Systemen“ war die einhellige Meinung der Teilnehmer: Dass sich so viele Hersteller nacheinander in die Karten hätten schauen lassen und gemeinsam ihre Systeme vorgestellt hätten, sei tatsächlich sehr aufschlussreich gewesen.

Rund 80 Teilnehmer hatten zunächst bei einem Praxistest auf dem Euro-Shell-Autohof und anschließend während insgesamt neun Pitchs – also kurzen Verkaufspräsentationen – die Möglichkeit, sich zu informieren. Zur Vorbereitung auf die Pitchs war es für die Unternehmer aus der Speditions- und Logistikbranche sowie die Vertreter von Behörden, Verbänden, Organisationen und der Industrie möglich, fünf verschiedene Abbiegeassistenten im Praxistest sozusagen live zu erleben. Systeme von Luis Technology, Wüllhorst Fahrzeugbau, Brigade Electronics, Truck Warn und Mobileye standen dafür in verschiedenen Lkw zur Verfügung. Auf einer kurzen Strecke konnten Teilnehmer sich auf dem Beifahrersitz über die jeweilige Funktionsweise informieren – Fahrradfahrer im toten Winkel inklusive.

Neun Hersteller dabei

Der zweite Veranstaltungsteil im neu geschaffenen Kravag-Logistics-Coworking-Space in Hamburg gab anschließend neun Anbietern von Abbiegeassistenten die Möglichkeit, sich auf eher theoretische Art und Weise den Besuchern zu präsentieren. Hersteller nutzten bei den Pitchs die Gelegenheit, die technische Funktionsweise ihrer Systeme vorzustellen und über den aktuellen Stand der Zertifizierung ihrer Systeme zu berichten. Auch die neuen Anforderungen nach UNECE, der Wirtschaftskommission für Europa, kamen zur Sprache. Teilweise erfüllen die Abbiegeassistenten heute schon die neuen Anforderungen, die ab dem Jahr 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab 2024 für neu zugelassene Fahrzeuge gelten.

Brigade, Axion, Continental, Mekra Lang, Mobileye, Wüllhorst, Dometic, Luis und Truck Warn stellten sich in der genannten Reihenfolge in kurzen Präsentationen dem Publikum vor. Fragen kamen meist zum aktuellen Stand in Bezug auf die Prüfung nach den BMVI-Anforderungen, um förderfähig zu sein. Den Herstellern Luis Technology und Wüllhorst Fahrzeugbau können bereits eine erteilte Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vorweisen, alle anderen Referenten versicherten, die für die Erteilung der ABE erforderlichen Prüfungen durch Sachverständigenorganisationen bereits abgeschlossen zu haben. Desweiteren haben alle Hersteller versichert, dass sie ihre Systeme in Richtung der neuen UNECE-Kriterien weiterentwickeln. Die Unterschiede der Systeme zeigten sich meist in Bezug auf Sensorik, Darstellung des schwächeren Verkehrsteilnehmers und das aktive Warnsignal.

Fazit: Wer über eine Ausstattung seiner Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten nachdenkt, kommt um eine genaue Recherche nicht herum. Die meisten Hersteller entwickeln ihre Systeme aktuell laufend weiter, um künftig auch die neuen Anforderungen nach UNECE zu erfüllen. So muss jeder einzelne Unternehmer den für sich passenden Abbiegeassistenten finden und dabei sein Budget gut kennen – direkt vergleichbar sind die einzelnen Systeme nicht.

Der Zertifizierungsstatus

Insgesamt neun Hersteller präsentierten ihre Abbiegeassistenzsysteme in einem Pitch, also einer kurzen Verkaufspräsentation. Außer technischen Details war den Zuhörern ein Aspekt besonders wichtig: der aktuelle Status betreffend der Erteilung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) durch das KBA.

  • Eine ABE erhalten haben bereits die Abbiegeassistenten folgender Hersteller: Luis Turn Detect von Luis Technology in Hamburg, AAS-Wue von Wüllhorst Fahrzeugbau in Selm. Eine ABE hat auch die Turn Cam von Rosho in Bad Nenndorf erhalten, Rosho war aber nicht bei der Veranstaltung vertreten.
  • Alle Prüfungen bestanden und die entsprechenden Unterlagen beim KBA eingereicht haben folgende Hersteller: Axion und Mekra Lang.
  • Unmittelbar davor, die erforderlichen Nachweise beim KBA einzureichen, standen folgende Hersteller: Contintental, Mobileye, Dometic Waeco und Truck Warn.
  • Noch mindestens ein halbes Jahr benötigt der Hersteller Brigade, dessen ISO-Zertifizierung durch seine englische Muttergesellschaft in Deutschland wegen des Brexits nicht anerkannt wird, um eine ABE zu erlangen. Da jedoch Wüllhorst Fahrzeugbau die Brigade-Komponenten nutzt, sieht der Hersteller den Zugang zum deutschen Nachrüstmarkt trotzdem als gegeben.
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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
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