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Knorr-Bremse: Übernahme geht in Phase 2

Haldex-Aktionäre geben grünes Licht

Haldex-Aktionäre stimmen für Übernahme durch Knorr-Bremse Foto: Haldex; Montage: Florence Frieser

Kartellverfahren zwingt Knorr-Bremse, die Angebotsfrist zu verlängern. Nach dem Nein des Verwaltungsrats votieren die Haldex-Aktionäre nun für die Übernahme.

17.08.2017 Carsten Nallinger

In der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung in Stockholm haben sich die Aktionäre von Haldex für eine Fortführung des öffentlichen Übernahmeangebots ausgesprochen. Demnach muss der Haldex-Verwaltungsrat mit Knorr-Bremse zusammenarbeiten und die nun die Vorbereitungen für die nun erforderlichen Einreichungen bei den Kartellbehörden treffen. Gleiches gilt fürs Umsetzen eventueller Auflagen. Knorr-Bremse ist mit 14,9 Prozent an Haldex beteiligt, hat sich jedoch auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Stimmabgabe enthalten.

Die geplante Übernahme von Haldex gestaltet sich bislang schwieriger als erwartet. Zunächst wollte sich ZF das Unternehmen sichern, dann meldete Knorr-Bremse ebenfalls Interesse an und machte schließlich das Rennen. Und das, obwohl sich die Haldex-Spitze ausdrücklich für das Angebot aus Friedrichshafen ausgesprochen hatte.

Der anschließende Übernahmeprozess, zieht sich aufgrund der Größe der beiden Unternehmen und der damit verbundenen Produktvielfalt – wie zu erwarten – in die Länge. Denn die EU-Kommission hat eine vertiefte Kartellprüfung (Phase 2) angekündigt. Und auch die Wettbewerbshüter aus den USA seien mittlerweile skeptisch, vermeldete Haldex.

Die Angst des Verwaltungsrats: Haldex könnte zerschlagen werden

Formal gesehen wollte sich die EU-Kommission mehr Zeit verschaffen, um Bedenken zu einzelnen Produktbereichen zu belegen oder auszuräumen und dann eine abschließende Bewertung zu treffen. Sollte es nach Einschätzung der Kommission in Teilbereichen zu einer marktbeherrschenden Stellung kommen, würde das entsprechende Auflagen nach sich ziehen. Betroffen wären immerhin sechs von acht Geschäftsbereichen von Haldex. Diese wiederum stehen für rund die Hälfte des Umsatzes. Sollten diese wiederum aus kartellrechtlichen Gründen verkauft werden müssen, so komme das einer Zerschlagung von Haldex gleich, heißt es aus Schweden.

Folglich witterten die Haldex-Verantwortlichen erneut die Chance, aus dem für sie offenbar unliebsamen Prozess auszusteigen. Der Verwaltungsrat zog daraufhin die Unterstützung für die Angebotsverlängerung zurück. Diese ist allerdings nötig, um den Kartellfreigabeprozess fortzuführen. Knorr-Bremse monierte daraufhin, dass die Aktionäre die Eigentümer von Haldex sind. Sie würden das finanzielle Risiko tragen und sollten daher auch entscheiden, wie es weitergehen soll. Die schwedische Börsenaufsicht SSC sah das offenbar ebenso. Sie entschied, das Votum der Aktionäre abzuwarten. Die SSC hat daher einen von Haldex gestellten Antrag abgelehnt, der darauf abzielte, über die Verlängerung noch vor der der außerordentlichen Hauptversammlung zu entscheiden.

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