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Knorr-Bremse

Neues Entwicklungszentrum in München

Foto: Knorr-Bremse

Nach knapp zweijähriger Bauzeit hat Knorr-Bremse in München ein neues Entwicklungszentrum eröffnet. In dieser Einrichtung will der Komponentenhersteller künftig sein gesamtes Know-how bündeln.

24.06.2016 Andreas Wolf

In dem über fünf Etagen ragenden Neubau finden sich auf einer Fläche von knapp 17.000 Quadratmetern Arbeitsplätze mit 100 Prüfständen und Testeinrichtungen für die technische Erprobung und Qualitätssicherung. Insgesamt 90 Millionen Euro hat Knorr in das neue Entwicklungszentrum investiert. Es lege als "Taktgeber die Basis für die nachhaltige Innovationskraft von Knorr-Bremse weltweit", erklärte Heinz Hermann Thiele, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats und Eigentümer des Unternehmens bei der Eröffnung des Neubaus im Beisein von Gästen aus Politik und Wirtschaft, darunter Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Experten aus Ingenieurswesen, Versuchstechnik und Werkstofflehre

In dem Komplex, in dem Knorr-Bremse künftig die beiden Divisionen "Systeme für Nutzfahrzeuge" und "Systeme für Schienenfahrzeuge" zusammenlegt, sind 350 Experten aus Ingenieurswesen, Versuchstechnik und Werkstofflehre an Prüfständen und in Laboren sowie Werkstätten und Büros beschäftigt. Dank modernster Einrichtungen können laut Knorr-Bremse technische Konzepte besonders rasch validiert und für Kunden umgesetzt werden. Was das Gebäude auszeichne, sei die Nähe von Büroarbeitsplätzen zu Laboren und Werkstätten, erklärte Prof. Dr. Gunter Henn, Chairman des mit der Projektplanung betrauten Münchner Architekturbüros Henn.

Neue Generation der Bremsensteuerung mit komplexen Steuerungsvorgängen

Ziel ist es laut dem Unternehmen, die nächste Generation von Bremssystemen zu entwickeln. Im Bereich "Systeme für Nutzfahrzeuge" gehöre dazu eine neue Generation von Bremssystemen mit komplexen Steuerungsvorgängen, die vor dem Hintergrund sich weiter durchsetzender Fahrerassistenz sowie der Automatisierung von Fahrfunktionen für das automatisierte Fahren notwendig sei, erklärt Knorr-Bremse. Durch die intelligente Vernetzung von Bremssteuerung mit weiteren Subsystemen wie zum Beispiel der Lenkung ließen sich erweiterte automatisierte Fahrfunktionen anbieten, wie die aus dem Pkw bekannte aktive Spurhaltung auf Autobahnen, aber auch neue Funktionalitäten wie Platooning, das automatisch gesteuerte Kolonnenfahren in geringem Abstand oder autonomes Fahren, unter anderem in Speditionshöfen. Eine der technisch interessantesten Einrichtungen im Bereich "Systeme für Nutzfahrzeuge" soll indessen ein Schwungmassen-Reibungsprüfstand sein, an dem Vollbremsungen simuliert werden können, um Bremsscheiben für Nutzfahrzeuge unter Extrembedingungen auf Verformung und Rissbeständigkeit zu testen. 

Senkung von Lärmemissionen im Straßengüterverkehr

Mit den sogenannten NVH-Schwungmassenprüfständen (NVH steht für Noise, Vibration und Harshness) sieht sich Knorr-Bremse als ein Vorreiter für die Senkung von Lärmemissionen im Straßengüterverkehr. "Knorr-Bremse macht es vor, wie wir im weltweiten Wettbewerb Know-how in Bayern ausbauen. Wir wollen einen modernen digitalen Industriestandort in Bayern und werden hierzu auch unsere Technologieförderprogramme noch passgenauer aufstellen", versicherte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Eröffnung des neuen Entwicklungszentrums.

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