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Klage gegen Lkw-Kartell eingereicht

BGL kündigt zweite Kartellklage an

Foto: adpic.de/M.Baumann

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) und die Plattform truck-damages.com gehen gerichtlich gegen die Lkw-Industrie vor. Mithilfe der Kanzlei Hausfeld und dem Prozessfinanzierer Financialright klagen sie gegen das Lkw-Kartell und bündeln dabei die Ansprüche von mehr als 3.200 Unternehmen mit mehr als 85.000 Lkw. Zugleich kündigen die Partner eine weitere Klage für 2018 an.

Erst die Deutsche Bahn mit Partnern, dann die Ladungskooperation Elvis und kurz vor Jahresende noch der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL): Die Lkw-Hersteller sehen sich infolge des Preiskartells mit einer beispiellosen Klagewelle konfrontiert. Kurz vor Jahresende hat die Online-Plattform truck-damages.com in Zusammenarbeit mit dem BGL vor dem Landgericht München I Klage für mehr als 3.200 Transportunternehmen aus neun Ländern mit zusammen mehr als 85.000 Lkw eingereicht. Partner sind die Rechtsanwaltskanzlei Hausfeld und der Prozessfinanzierer Financialright Claims. Unterstützt wird die Plattform nach eigenen Angaben von mehr als 40 Branchenverbänden aus sieben Ländern.

Kläger schätzen den Schaden auf mehr als eine Milliarde

"Die Spediteure und Fuhrunternehmer verlangen vom sogenannten Lkw-Kartell den Ersatz aller Kartellschäden samt Zinsen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der vier Partner. Sie schätzen den Schaden für die Unternehmen inklusive Zinsen auf mehr als eine Milliarde Euro. Die Klage bezieht sich auf Lkw-Käufe in den Jahren 1997 bis 2002.

BGL kündigt weitere Klage für ab 2003 gekaufte Lkw an

Gleichzeitig kündigt der BGL an, dass es Ende dieses Jahres eine weitere Klage geben wird. Sie bezieht sich dann auf Fahrzeuge, die ab dem Jahr 2003 gekauft oder geleast wurden. Für Fahrzeuge, die bis 2002 in die Flotten kamen, war der 31. Dezember 2017 der Stichtag für Schadenersatzansprüche.

Bis Ende Mai könnten Unternehmer auf der Plattform truck-damages.com ihre Ansprüche geltend machen, heißt es. Bis Ende Juni müssten der Plattform dann alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt werden.

BGL-Chef Engelhardt: Hersteller in der Verantwortung

"Wir wünschen uns, dass die Hersteller für die von ihnen verursachten Schäden die Verantwortung übernehmen", erklärt BGL-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Dirk Engelhardt. Die Branche sei auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Herstellern angewiesen. "Dafür ist die Übernahme von Verantwortung für zurückliegende Kartellverstöße sehr wichtig, um die Basis für zukünftige Geschäftsbeziehungen neu zu schaffen."

Nach Einschätzung der EU-Kommission waren an dem Lkw-Kartell in den Jahren 1997 bis 2011 alle europäischen Fahrzeugbauer beteiligt: MAN, Daimler, Volvo und Renault, DAF, Iveco und Scania. Die Kommission belegte die Unternehmen 2016 und 2017 mit einer Rekordgeldbuße von insgesamt 3,7 Milliarden Euro.

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