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Kiessling-Spedition setzt auf Diversifizierung

Tradition plus Innovation

Kiessling Spedition

Von der Donauschifffahrt zur Gefahrgutlogistik – so weit lässt sich der Bogen in der Geschichte der Kiessling-Spedition aus Regenstauf schlagen.

Die derzeit größte Herausforderung ist der Fachkräftemangel. „Für bestimmte Tätigkeitsbereiche ist es inzwischen sehr schwer, geeignetes Personal zu finden“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin Miriam Kießling gegenüber trans aktuell. Der Fachkräftemangel sei daher für viele Betriebe eine Belastung. Um gegenzusteuern, setzt das Unternehmen auf Ausbildung. Bei der Azubi-Rekrutierung sind neben Messen und Schulbesuchen inzwischen vor allem die Social-Media-Kanäle für Kiessling zu einem wichtigen Faktor geworden. Fünf Ausbildungsberufe werden bei Kiessling angeboten: Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung, Kaufmann für Büromanagement, Fachkraft für Lagerlogistik sowie Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung/Systemintegration. Ebenso gibt es ein berufsbegleitendes Studium mit Schwerpunkt Logistik.

Denn das Familienunternehmen setzt auf eigene IT-Kompetenz. Das fünfköpfige IT-Team hat laut Miriam Kießling die Aufgabe, die Mitarbeiter durch IT-Anwendungen in Standardprozessen – auch durch eigene Apps und Programme – zu entlasten. Unter anderem sei so eine Lösung entstanden, durch die die Abrechnung mittels des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt werde, inklusive des automatischen Rechnungsversands.

Sammelgut per Schiff

„Tradition und Innovation“ ist laut Miriam Kießling nicht umsonst das Motto des Unternehmens, das bereits seit 100 Jahren besteht. Damals als Donau-Speditions-Gesellschaft noch in Regensburg gegründet, waren zuerst Sammelguttransporte bis zum Schwarzen Meer der Geschäftsschwerpunkt. Das hat sich über die Jahre gewandelt, und auch wenn die Donau-Speditions-Gesellschaft noch immer so im Handelsregister eingetragen ist, hat sich inzwischen der Name Kiessling-Spedition etabliert. Die Organisation nationaler und internationaler Transporte steht jetzt im Mittelpunkt. Dabei findet die Zusammenarbeit im Bereich Stückgutverkehr mit einem festen Partnernetzwerk statt, denn seit 2016 hat Kiessling keinen eigenen Fuhrpark mehr.

Für Automobilzulieferer übernimmt das Unternehmen aus Regenstauf zudem die europaweite Beschaffungslogistik und liefert die Ware bedarfssynchron zur Produktion. Ein weiteres Standbein ist ein Standort in Tschechien, der vor allem Schwergutprojekte abwickelt. „Je breiter man auch als Familienunternehmen aufgestellt ist, desto krisensicherer ist man“, ist Miriam Kießling überzeugt.

Das Unternehmen mit seinen 200 Mitarbeitern verfügt überdies neben der Speditionsanlage in Regenstauf über ein Logistikzentrum mit 17.000 Palettenstellplätzen und einem eigenen Gefahrstofflager. Dort lagern für Kunden aus der chemischen Industrie Gefahrgüter nahezu aller VCI-Klassen, die in der Produktionsversorgung und in der Agrarindustrie zum Einsatz kommen. Für Letztere organisiert der Logistikdienstleister sogar die Distribution in ganz Deutschland. „Bis 16.30 Uhr nehmen wir die Aufträge an. Am nächsten Morgen sind die Bestellungen bis 10 Uhr beim Empfänger“, sagt Miriam Kießling.

Zweier-Führungsspitze

Besonders stolz ist sie auf ein Zusatzangebot im Gefahrstofflager: Drei Laborarbeitsplätze sind dort eingerichtet, an denen speziell ausgebildete Mitarbeiter auf Kundenwunsch Versuchsmengen abfüllen, meistens aus größeren Gebinden. Diese Kleinstmengen – von zehn Millilitern bis zu fünf Litern – gehen dann für den Kunden direkt in den Versand.

Kiessling Spedition Foto: Kiessling Spedition
Miriam Kießling bildet zusammen mit ihrem Onkel Josef Kießling (links) die Unternehmensleitung, Vater Christoph Kießling steht beratend zur Seite.

Als Geschäftsführerin verantwortet Miriam Kießling das Gefahrstofflager, ebenso die Bereiche Finanzen und Controlling, IT, Qualitätsmanagement und Key-Account-Management. Die Aufgaben hat sie von ihrem Vater Christoph Kießling übernommen, der sich vor zwölf Monaten aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat und noch beratend zur Verfügung steht. Seitdem bildet Miriam Kießling zusammen mit ihrem Onkel Josef Kießling die Unternehmensleitung. „Unser Zweiergestirn funktioniert sehr gut“, meint die Mutter zweier Kinder. Noch sind diese zu jung, um überhaupt an eine Unternehmensnachfolge zu denken. Die Unternehmerin, die 2014 Mitgesellschafterin wurde, erinnert sich an ihre Jugend: „Ich war immer schon fasziniert von der Firma und vor allem von den großen Ausdrucken aus dem Nadeldrucker, die mein Vater mit nach Hause brachte.“ Eine Lehre zur Speditionskauffrau und ein BWL-Studium (FH) mit Schwerpunkt Logistik bildeten die richtige Grundlage für den Einstieg in den Familienbetrieb.

Schon jetzt stellen die Kießlings die Weichen für die Zukunft und bauen intern entsprechende Organisationsstrukturen auf, um die Geschäftsführung künftig mit einer neuen Zwischenebene zu unterstützen, nämlich der neuen Position Bereichsleiter Transportlogistik. Auch wenn die große Feier zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2020 wegen Corona ausfallen musste, soll die Geschichte der Kiessling-Spedition schließlich fortgeschrieben werden.

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