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KEP-Studie 2021 vom Branchenverband BIEK

Rekordjahr mit vier Milliarden Sendungen

GLS-Zusteller mit Atemschutzmaske Foto: GLS

2020 war laut dem Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) ein Rekordjahr für die Branche, besonders beflügelt durch die Folgen der Corona-Pandemie. Das Sendungsvolumen stieg erstmals zweistellig.

Bei der Vorstellung der KEP-Studie 2021 hob Marten Bosselmann, Vorsitzender des BIEK, hervor, wie elementar die Mitarbeiter für den Erfolg des Marktes waren. Demnach wurden von den deutschen KEP-Unternehmen 10.000 Menschen zusätzlich eingestellt, derzeit beschäftigen die KEP-Unternehmen insgesamt 220.000 Mitarbeiter.

Im Krisenjahr 2020, ganz im Zeichen der Corona-Pandemie, zeigte sich laut Bosselmann auch, wie elementar die Branche für die Gesellschaft sei. Daraus und aus den weiteren Wachstumsprognosen des Marktes leitet der Verband auch Forderungen ab, die er in einem neuen Positionspapier abbildet. "Vor allem mit Blick auf eine neue Regierung wünschen wir uns, dass auch unsere Belange berücksichtigt werden", sagte Bosselmann.

2020 Sendungszuwachs von 10,5 Prozent

Die Zahlen der KEP-Studie für das vergangene Jahr lesen sich wie folgt: mehr als vier Milliarden Sendungen, 13 Millionen Sendungen, die die KEP-Unternehmen täglich transportieren und an insgesamt 8 Millionen Empfänger täglich - Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen - zustellen. In Peakzeiten wie an Weihnachten und Ostern waren laut Bosselmann mehr als 20 Millionen Sendungen täglich unterwegs. Insgesamt stieg das Sendungsvolumen des deutschen KEP-Marktes gegenüber 2019 um 10,5 Prozent.

"Ein zweistelliges Wachstum erlauben wir seit der ersten KEP-Studie 2004 das erste Mal", sagte Dr. Klaus Esser, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Kurte&Esser KE-Consult und Autor der KEP-Studie 2021, bei der Vorstellung der Übersicht. "Die Auswirkungen im Markt durch Corona haben tiefgreifendere Auswirkungen als die Finanzkrise 2008/2009, und diese werden auch weiter nachwirken", sagte Esser.

KEP-Branche als „Möglichmacher“ im Lockdown

Den sprunghaften Anstieg in Folge der Corona-Pandemie erklärte Esser damit, dass die Beschaffungswege für viele Kunden nicht mehr möglich waren, etwa während des Lockdowns im Frühjahr und Herbst. Die KEP-Branche habe sich als „Möglichmacher“ profilieren können. Treiber war demzufolge der Paketmarkt, was auch die Sendungsverschiebung zeige. Hier gab es laut Esser einen deutlichen Sprung: 85 Prozent betrug der Paketanteil am Gesamtmarkt, nur noch 15 Prozent haben Express und Kurier.

Foto: Frank Nürnberger/BIEK
Stellten die KEP-Studie 2021 vor (von links): Elena Marcus-Engelhardt (Leiterin Kommunikation und Politik BIEK), Marten Bosselmann (Vorsitzender BIEK) und Dr. Klaus Esser (Geschäftsführer KE-Consult).

"Auch der Umsatzanstieg hat mit dem Sendungsvolumen Schritt gehalten", sagte Esser: 23, 5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr, 2,2 Milliarden mehr als 2019. "Ein mehr als doppelt so hohes Wachstum als von 2018 auf 2019", berichtete Esser. Die Durchschnittserlöse haben sich dabei laut dem Berater auf ungefähr gleichem Niveau stabilisiert. Ein Grund dafür ist laut seiner Ansicht der Trend zum größeren B2C-Anteil: Ein Paket für einen Privatkunden bringen in der Regel deutlich weniger Erlöse als eine Expresssendung für einen Unternehmenskunden.

B2C-Anteil hat Überhand, Paketsendungen gestiegen

56 Prozent beträgt inzwischen der B2C-Anteil im gesamten Kep-Markt, gegenüber 39 Prozent für den B2B-Bereich - ein deutlicher Sendungssplit. Im Paketmarkt ist der Studie zufolge der Anteil des Privatkundengeschäfts in den vergangen zehn Jahren von 48 auf 68 Prozent gestiegen, "50 Prozent mehr in zehn Jahren - das ist eine gewaltige Verschiebung", sagte Esser.

Daran wird sich vorerst auch nichts ändern: Für das laufende Jahr prognostizieren die Experten einen Anteil der nationalen Paketsendungen für Privatkunden im gesamten KEP-Markt von 69 Prozent - "die Verschiebung wird weitergehen, vielleicht nicht mehr in dem großen Tempo wie 2020", sagte Esser.

Prognose: 5,7 Milliarden Sendungen im Jahr 2025

Mittelfristig betrachtet rechnen die Berater über alle Sendungen hinweg mit einem Wachstum von sieben Prozent pro Jahr, wobei Paketsendungen überdurchschnittlich wachsen sollen, ebenso nationale Sendungen. Umgelegt auf das Sendungsvolumen bedeutet dies 5,7 Milliarden Sendungen im Jahr 2025. Ein absoluter Zuwachs, den es durch die Branche zu zu bewältigen gilt, sagte Esser.

Dass die Unternehmen dies bewältigen können, ist laut Marten Bosselmann vom BIEK keine Frage - die KEP-Unternehmen hätten sich in den vergangenen Jahren bereits auf das zukünftige Wachstum eingestellt und entsprechend in ihre Netze, Fahrzeuge, Mitarbeiter investiert, um zukunftsfähig zu sein. Nichtsdestotrotz heiße die Branche immer neue Mitarbeiter willkommen, sei es für die Verwaltung, als auch für die Arbeit in den Verteilzentren oder als Zusteller.

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