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Keine BKF-Abbrecher in der Ausbildung

Barth engagiert sich in Fahrerausbildung

Azubi Day Spedition Barth Foto: Matthias Rathmann 10 Bilder

Die Barth-Logistikgruppe aus Burladingen hat einen Azubi Day ausgerichtet und Logistikberufe für Multitalente präsentiert.

25.05.2018 Matthias Rathmann

Azubis, die das Handtuch werfen – damit haben die Ausbilder der Barth-Logistikgruppe nicht zu kämpfen. "Das Thema Abbrecher kennen wir nicht", sagt Berthold Barth, der mit seinem Cousin Peter-Johannes Barth das Unternehmen aus Burladingen auf der Schwäbischen Alb in zweiter Generation führt. An ihren 14 Standorten stellt die Gruppe jährlich etwa zehn junge Leute als Azubis zum Berufskraftfahrer (BKF) ein. Insgesamt bildet das Unternehmen in acht Berufen aus. Zwölf Prozent der etwa 650 Vollzeit-Mitarbeiter sind Azubis. Dass Lehrlinge die dreijährige BKF-Ausbildung durchziehen, ist in der Branche nicht die Regel. Die Abbrecher-Quote liegt im Schnitt bei etwa einem Drittel.

Vier Master-Fahrer kümmern sich um die BKF-Azubis

Gleichwohl ist auch bei Barth die gewerbliche Ausbildung kein Selbstläufer. Dass die Azubis bei der Stange bleiben, liegt nach Einschätzung der Firmenchefs nicht zuletzt am Ausbilder, der als Familienvater das Leben kenne, nah an den Themen der jungen Leute dran sei und sie immer wieder motivieren könne. Kraftverkehrsmeister Michael Pfister, von dem die Rede ist, hat seine Karriere vor 30 Jahren bei Barth begonnen und sich voll und ganz der Nachwuchsarbeit verschrieben. Neben ihm und Ausbildungsleiterin Christine Henkel kümmern sich vier erfahrene Master-Fahrer um die jungen Leute. Zuerst fahren die Azubis bei den Master-Fahrern mit, anschließend werden die Rollen getauscht, bis die jungen Leute selbstständig ihre Touren absolvieren. Bis zum zweiten Lehrjahr haben die Azubis am Standort Burladingen einen eigenen Verteiler-Lkw für kurze Fahrten; auf der Kabine des Scania P 320 stehen sogar ihre Namen. Danach geht es in die großen Fernverkehrsfahrzeuge.

Modell 2+2 bei Barth: Zwei Ausbildungen in vier Jahren

Markus Vadas (19) und Boris Sauter (18) aus dem dritten und zweiten Lehrjahr haben ihre Berufswahl nicht bereut. "Bereits mein Onkel war bei Barth", sagt Vadas. Und Sauter hatte zuvor bei der Spedition schon eine Ausbildung zum Fachlageristen durchlaufen. "Mit 15 war er für eine BKF-Ausbildung einfach zu jung", sagt Kraftverkehrsmeister Pfister. Also habe man ihm das in der Branche noch wenig bekannte Modell 2+2 angeboten: Er machte erst zwei Jahre lang den Fachlageristen, anschließend eine verkürzte Ausbildung zum Fahrer. "In vier Jahren zwei Berufe lernen, das hat schon etwas", sagt Pfister. Und auch Azubi Sauter lobt die Vorteile: "Bei Themen wie der Ladungssicherung habe ich schon große Vorkenntnisse, die mir nun zugutekommen."

Azubi Day: Junge Leute für Logistikberufe begeistern

Die Herausforderung für die Barth-Verantwortlichen liegt also weniger darin, die BKF-Azubis zu halten, als vielmehr darin, überhaupt Interessenten für den Fahrerberuf zu finden. Aus diesem Grund organisierte das Unternehmen an einem Samstag im Mai einen Azubi Day, zu dem es Jung und Alt aus der ganzen Region einlud. Zwar sei der Name Barth mit seinen Farben Gelb und Blau in Burladingen und im Zollernalbkreis bekannt, sagt Ausbilder Pfister. "Doch was wir genau machen, ist den jungen Menschen häufig nicht ganz klar." Daher habe man sie mit dem Azubi Day angesprochen, um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen.

Bei der Barth-Logistikgruppe sind Fahrer ordentlich gekleidet

Interessierte hatten die Möglichkeit, gemeinsam mit Berufskraftfahrern kurze Touren im Lkw zu absolvieren, ihre Geschicklichkeit beim Staplerfahren unter Beweis zu stellen oder sich Infos über die unterschiedlichen Berufsbilder von Azubis aus erster Hand zu holen. "Gleichzeitig wollten wir mit dem Azubi Day etwas fürs Image des Berufs tun und ihn damit in ein realistisches Licht rücken", erläutert Ausbilder Pfister. Und Ausbildungsleiterin Henkel ergänzt: "Viele haben ein falsches Bild und das Klischee von Fahrern in Jogginghosen auf Autobahnrastplätzen im Kopf", sagt sie. "Das ist nicht unsere Welt, in der wir Wert auf Qualität, Sauberkeit und Zuverlässigkeit legen." Die Fahrer sind ordentlich gekleidet und haben ein Budget für Berufskleidung mit Logo und Farben von Barth.

Geschäftsführer Barth: duale Ausbildung ist Erfolgsmodell

Vielen Schülern sei auch gar nicht bewusst, wie viele unterschiedliche Berufe es in der Logistik gebe und wie vielseitig diese seien, sagt Geschäftsführer Berthold Barth. "Die duale Berufsausbildung ist ein deutsches Erfolgsmodell und bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, sich hinterher weiterzuqualifizieren", sagt er. "Es ist ein Trugschluss, dass man heutzutage nur mit dem Master weiterkommt", betont er. Sein Unternehmen bildet in acht Berufen aus und konnte durch das Engagement in der Ausbildung auch sein Wachstum realisieren beziehungsweise seine Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzen.

Sechs neue BKF-Azubis sind das Ziel Barths für das neue Lehrjahr am Standort Burladingen. Ein Vertrag ist unterschrieben, fünf Plätze wären noch zu besetzen. Doch vielleicht ist durch den Azubi Day ja der eine oder andere junge Mensch auf den Geschmack gekommen und reicht eine Bewerbung ein.

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