Källenius: 2020 war Stresstest für alle

Daimler bleibt bei Kostendisziplin

Elektrisch. Praktisch. Gut. – Ritter Sport setzt vollelektrischen Mercedes-Benz eActros für Produktionsversorgung ein

Electric. Practical. Good. – Ritter Sport uses all-electric Mercedes-Benz eActros for production supply Foto: Daimler

Bei der wahrscheinlich letzten gemeinsamen Bilanzvorlage mit der Truck-Sparte fordert Daimler-Chef Ola Källenius Wachsamkeit und spricht von extrem hohen Investitionen in die Elektrifizierung.

Der Fahrzeugbauer Daimler verordnet sich weiterhin eine strenge Kostendisziplin. Die Einsparungen aus dem Jahr 2020 ließen sich nicht wiederholen, wenn die Wirtschaft wieder anziehe, erklärte Vorstandschef Ola Källenius beim Vorstellen der Bilanzzahlen in einem Livestream am Donnerstag. Er selbst habe weniger Geld für den Frisör ausgegeben. Daimler wiederum habe gespart, indem das Unternehmen Kurzarbeit fuhr und weniger Reisekosten hatte – vor allem aber auch durch striktes Kostenmanagement.

Källenius: Wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben

„Wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben“, betonte der Konzernchef. Das gelte vor allem angesichts der extrem hohen Investitionen rund um die Elektrifizierung. Auch Daimler Truck werde die Null-Emissions-Strategie weiterverfolgen, erklärte Spartenchef Martin Daum. „Wir haben schon mehr elektrifizierte Lkw als die anderen Hersteller auf der Straße und werden 2021 noch mehr Elektro-Trucks auf die Straße bringen“, kündigte er mit Blick auf den geplanten Beginn der Serienfertigung des eActros im Werk Wörth an. Zugleich arbeite die Truck-Sparte mit Hochdruck an der Brennstoffzelle und werde in Bälde die Zusammenarbeit mit der Volvo Group beginnen, sagte er. Die größte Herausforderung dabei sei es, eine europaweite Tankinfrastruktur für grünen Wasserstoff aufzubauen.

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Daums Sparte soll – wie Daimler kürzlich angekündigt hatte – noch im Lauf dieses Jahres vom Konzern getrennt und an die Börse gebracht werden. Als Projekt Fokus firmieren diese Pläne bei Daimler. Die zwei Divisionen Mercedes-Benz und Nutzfahrzeuge hätten einen unterschiedlichen Kundenfokus, betonte Konzernchef Källenius. Die Transformation der Branche schreite voran, und jede Einheit für sich könne agil und schnell auf die Anforderungen des Marktes reagieren. Voraussichtlich bis Jahresende sollten die Transaktion und die Notierung von Daimler Truck an der Frankfurter Börse abgeschlossen sein, hieß es.

Der historische Schnitt findet nach Daimler-Einschätzung in einem erfreulicheren Umfeld als 2020 statt. Das Management geht davon aus, dass sich die Weltwirtschaft deutlich erholen wird und strebt bei Absatz, Umsatz und Ergebnis Werte deutlich über dem vergangenen Jahr an. Die erwarteten Renditen liegen bei acht bis zehn Prozent für Pkw und Vans, bei sechs bis sieben Prozent bei Nutzfahrzeugen sowie bei 12 bis 13 Prozent bei den Services und Finanzdienstleistungen.

Corona hinterlässt bei Daimler Spuren

Das vergangene Jahr jedoch hat dem Unternehmen zu schaffen gemacht; Corona hat tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen und alle Geschäftsfelder beeinträchtigt. Der Fahrzeugabsatz sank um 15 Prozent auf 2,8 Millionen, der Umsatz um elf Prozent auf 154,3 Milliarden Euro. Dank „strenger Kostendisziplin und umfangreicher Maßnahmen zum Erhalt der Liquidität“ sei es gelungen, gegenzusteuern und das operative Ergebnis gar um 53 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu steigern. „Das Jahr 2020 war ein Stresstest für beinahe jedes Unternehmen in fast jeder Branche“ resümierte Källenius.

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Bei den Transportern habe man die Zahlen verbessert und die Wende geschafft – trotz des Nachfragerückgangs und einem Minus von 15 Prozent auf rund 375.000 Einheiten. Nachdem dieses Jahr der eCitan auf den Markt kommen soll, sei das gesamte Transporterportfolio elektrifiziert. Auch bei den Lkw habe man produktseitig den Fuß nicht vom Gas genommen, sagte Truck-Chef Daum und erwähnte als ein Highlight den im September vorgestellten Western Star 49X – der für ihn beste Lkw, der auf dem nordamerikanischen Markt zu haben ist.

Bei den Lkw musste Daimler einen Absatzrückgang um 27 Prozent auf 358.000 Einheiten verkraften, bei den Bussen gingen die Verkaufszahlen um 38 Prozent auf rund 20.000 Einheiten zurück. Während Daum bei den Lkw von einem historischen Auftragseingang spricht, gibt er für die Busse noch keine Entwarnung.

Buswerk Neu-Ulm bleibt weiter geschlossen

Das Werk Neu-Ulm, in dem Daimler Reisebusse produziert, ist weiterhin geschlossen. Daum ist sich jedoch sicher: „Sobald wir alle geimpft und die Reisebeschränkungen aufgehoben sind, werden sich die Europäer auf die Beine machen, dann werden wir unser Werk wieder öffnen.“ Truck & Buses zusammen erzielte 2020 einen Umsatz von 34,6 Milliarden Euro – ein Minus von 22 Prozent. Das Ergebnis ging um 80 Prozent auf 525 Millionen Euro zurück.

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