Iveco Trakker Agro-Mover

Auf großem Fuß

Foto: Iveco 5 Bilder

Als multifunktionaler Spezialist arbeitet der allradgetriebene Iveco Trakker Agro-Mover während der Erntesaison auf Feld und Flur. In der kalten Jahreszeit verdient die 450 PS starke Zugmaschine ihr Geld im Forst- oder Kommunaleinsatz.

Mit einem stämmigen Auftritt auf überbreiten Traktionsreifen, mit hochgelegtem Fahrwerk und grimmigem Blick durch die vergitterten Scheinwerfer macht der Iveco Trakker Agro-Mover klar: Er scheut weder Stock noch Stein, wenn es um die tägliche Arbeit auf Feld, Wald oder im Offroad-Spezialeinsatz wie beispielsweise im Leitungsbau geht. Neben dem martialischen Äußeren hat der von Spezialfahrzeugprofi Paul aus Vilshofen an der Donau aufgerüstete Trakker wertvolle arbeitshelfende innere Werte auf seinen Weg abseits befestigter Straßen mitbekommen. Der niederbayerische Umbauspezialist rüstet das hochgeländegängige Basisfahrzeug mit einer kompletten Agrarhydraulik aus, die über ein Fingertippinstrumentarium rechts neben dem Fahrersitz geregelt wird. Per Dauerdruck oder über die sogenannte Schwimmstellung lassen sich dabei Anbaugeräte, die Steuerung für den Trailer oder im Wintereinsatz die Schneeräumschieber an der Front feinfühlig justieren.

Foto: Iveco
Der Iveco Trakker Agro Mover ist ein Multitalent.

Ein automatisiertes 16-Gang-Getriebe für den Iveco Trakker Agro-Mover

Mit vier doppelt wirkenden Hydraulikkreisen kontrolliert der Fahrer auch komplexere Arbeitsvorgänge wie die Kippschubbodensteuerung oder hydraulische Heckklappenöffner direkt aus dem hoch über der Straße liegenden Cockpit. In seiner Königsdisziplin, der Parallelfahrt zur Erntemaschine, kommt dem Agro-Mover sein automatisiertes 16-Gang-Getriebe zu Hilfe. Mittels Untersetzung bietet die ZF-Schaltbox 32 Gangstufen, die auch eine langsame Fahrt bei hoher Drehzahl für Abtriebswellenleistung möglich machen. Paul, der auch den hydraulischen Vorderachsantrieb für die straßentauglicheren S-Way-Modelle baut, versieht den Iveco Trakker neben der aufwendigen Hydraulik mit der für den Agrar- und Kommunaleinsatz nötigen Hardware. Konkret ist das ein stabiler Lagerbock am Rahmenheckende, der von einer höhenverstellbaren Maulkupplung und einer mit drei Tonnen belastbaren Kugelkopfkupplung komplettiert wird. Dort hängt im Ernteeinsatz ein ebenso robuster Dreiachshänger namens Agrimaxx vom oberbayerischen Agrarfahrzeughersteller Reisch am Haken. Der maximal 35 Tonnen schwere Trailer – Bauern dürfen das! – läuft entweder aufgesattelt auf dem mit 142 Zentimeter Höhe für einen Allradler vergleichsweise niedrigen Aufsattelmaß oder auf einem Dolly mit Maulkupplung mit über die heimatliche Krume. Die üppig dimensionierte Bereifung von Truck und Trailer ist dabei nicht nur der Geländetauglichkeit, sondern in erster Linie der Schonung der Ackerscholle geschuldet.

Iveco Trakker Agro-Mover - 62 km/h schnelles landwirtschaftlich genutztes Fahrzeug

Der Agro-Mover schnallt für den Agrareinsatz vorn Pneus der Größe 445/65 R 22,5 und an der luftgefederten Hinterhand Supersingle-Reifen im Format 600/50 R 22,5 unter. Optional dürfen hinten sogar 710/45er-Superbreitreifen aufgezogen werden, ohne dass der Trakker seine straßentaugliche Breite von 2,55 Metern überschreitet. Beim Reisch-Trailer kommen 650/50er zum Einsatz, um selbst bei Komplettbeladung – das bedeutet beladen, so viel die 57-Kubikmeter-Großraummulde fasst – den Untergrund so wenig wie möglich zu verdichten. Mit der üppigen Agrarbereifung weist der vollluftgefederte Trailer eine Breite von 2,70 Metern auf und darf als landwirtschaftlich genutztes Fahrzeug mit maximal 62 km/h über die Straßen rollen. Die XXL-Bereifung spürt man am Steuer durch unpräziseres Lenkverhalten mit einer Tendenz zum Walken und einem reduzierten Rückstellmoment der Lenkung. Die grobstollig profilierten Breitreifen singen ihr Abrolllied dazu, sodass der Klang des 13-Liter-Sechszylinders unter dem hochgesetzten, schmalen Trakker-Haus in den Hintergrund gerät. Seine 450 PS gibt der nur SCR-gereinigte Euro-6-Antrieb wohldosiert an die beiden Antriebsachsen weiter. Vorteil der Abgasreinigung per Adblue: Der hochgelegte Auspufftopf wird durch fehlende EGR-Regeneration nicht zu heiß, und es besteht so kaum die Gefahr, die heimatliche Ackersteppe in Brand zu setzen. Sollte es trotz üppiger Antriebskraft doch zu Traktionsproblemen abseits von Asphalt oder Feldweg kommen, lässt sich mithilfe von drei Differenzialsperren an Front- und Heckachse sowie zentral im Verteilergetriebe maximale Zugkraftübertragung herstellen. So meistert das Iveco-Reisch-Gespann problemlos auch die voll beladene Fahrt über vom Regen durchweichte Felder, vor denen jeder konventionell angetriebene Lkw sofort kapituliert.

Iveco Trakker Agro-Mover - multifunktionaler Spezialist

Das kompakte Seiten- und vor allem Höhenmaß der Trakker-Kabine hat im Gegensatz zu ähnlichen Zugfahrzeugen anderer Lkw-Herstellen den Vorteil, dass die vielfach niedrigen Hof- oder Scheuneneinfahrten problemlos gemeistert werden können. Das schlanke Frontprofil könnte dem Agro-Mover beispielsweise auch bei der Holzabfuhr im Wald zugutekommen, mit der sich der Iveco abseits der Erntesaison sein Zubrot verdienen kann. Ist die letzte Zuckerrübe vom Acker, kann der Iveco Trakker Agro-Mover nach flinker Umbereifung in der Werkstatt sein Geld auch in der Wintersaison einfahren. Von Kommunalfahrzeug mit Schneeschild, Bauzulieferer, Waldarbeiter bis zum Langstreckentransport mit dem ebenfalls für Autobahntempo 80 km/h auf 385er-Reifen umbereiften Agrimaxx-Auflieger auf der Straße reicht das Einsatzspektrum des von Paul aufgerüsteten Allradlers. Das relativiert auch den im Vergleich zum Trakker-Allradler ab Werk um rund 50.000 Euro höheren Anschaffungspreis von am Ende etwa 150.000 Euro. Denn während der Iveco auch im Winter an die Arbeit geht, fristet ein oftmals doppelt so teurer Ackerschlepper während der kalten Jahreszeit sein Dasein in der Remise. Beim von Paul aufgerüsteten Agro-Mover wechselt dagegen nur die Farbe des Nummernschilds: Sommers mit grüner Kennung im Agrareinsatz und im Winter mit einem schwarzen Kennzeichen als gewerblicher Transporteur unterwegs, tanzt der clevere 4x4-Truck auf fast allen Hochzeiten.

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Jan Bergrath Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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