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IRU und ETF kämpfen für Fahrer

100.000 sichere Lkw-Parkplätze gefordert

Räuber nachts auf dem Lkw-Parkplatz Foto: Jacek Bilski

Der Arbeitgeberverband IRU und die Gewerkschaft ETF haben in Brüssel 100.000 zusätzliche sichere Lkw-Parkplätze angemahnt.

Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter haben in Brüssel 100.000 zusätzliche und sichere Parkplätze für Lkw-Fahrer angemahnt. Ein dichteres Netzwerk in Europa sei unerlässlich für die Zukunft der Branche, insbesondere auch um neues Fahrpersonal zu gewinnen, unterstrichen die Internationale Straßentransport Union IRU und die Europäische Transportarbeitergewerkschaft ETF bei einem Treffen mit EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Nur mit einer massiven Aufstockung ließen sich angemessene Arbeitsbedingungen und Ruhezonen schaffen. Derzeit stehen ihren Angaben zufolge 300.000 Parkplätze zur Verfügung, von denen nur ein Bruchteil eine adäquate Grundausstattung und Sicherheit gewährleiste.

Langstreckenfahrer seien oft mit harten Bedingungen auf den Parkplätzen konfrontiert, betonten die Vertreter von IRU und ETF. So sei jeder vierte schon einmal Opfer von Gewalt geworden, und die Rastanlagen seien teilweise vom Standard her nicht akzeptabel. Dabei gebe es bereits jetzt einen akuten Fahrermangel „und um neue Talente anzuziehen, brauchen wir gute und attraktive Arbeits- und Rastbedingungen“, sagte der IRU-Vertreter in Brüssel, Matthias Maedge. Nicht zuletzt wollen man ja den Beruf auch für Frauen attraktiv machen. Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten müssten den Bau und die Verbesserung von Parkplätzen zur Priorität machen, forderte auch Roberto Parillo von der ETF.

Bessere und sichere Ruhebedingungen

„Unsere Fahrer brauchen und verdienen bessere und sicherere Ruhebedingungen“, betonte Kommissarin Bulc. Die EU handele, indem sie Parkplätze aktiv bezuschusse und Standards für die Qualität festlege. Die Kommission hatte im März für diese Zwecke 45 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Verluste durch Ladungsdiebstähle werden von ihr auf über 8,2 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt, meist sind die Kriminellen auf Parkplätzen aktiv.

Unterdessen hat das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium eine Untersuchung für zusätzliche Parkplätze an der Autobahn A1 vorgestellt. Die damit beauftragte Planungs- und Projektmanagement-Gesellschaft Deges empfiehlt zwei Standorte in Burscheid (Dürscheid-Hahnensiefen) und Leverkusen-Lützenkirchen. Hier könnten durch den Bau der beiden Anlagen 50 neue Stellflächen für Lkw und bis zu 30 Pkw-Stellplätze jeweils in Fahrtrichtung Köln und in Fahrtrichtung Dortmund geschaffen werden. Das Bundesverkehrsministerium muss noch zustimmen, damit die Vorplanung beginnen kann.

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Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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