IRU-Studie zum autonomen Fahren

Ohne Fahrer geht es nicht

Fahrer, IPad, Kabine, autonomes Fahren Foto: Daimler AG - Global Communicatio

Fahrerlose Lkw sind auf absehbare Zeit nicht in größerer Zahl unterwegs. Das geht aus der Studie „Die Zukunft des Straßentransports“ der Internationalen Straßentransportunion (IRU) hervor.

Der Verband dämpft in einer Untersuchung die enthusiastischen Erwartungen der Straßentransportwirtschaft. Mehr als Dreiviertel von 450 repräsentativ ausgewählten Unternehmen aus 19 Ländern waren davon ausgegangen, dass autonome Trucks innerhalb der nächsten zehn Jahre eine realistische Alternative seien, fast jedes dritte Unternehmen rechnete bereits in fünf Jahren damit.

„Es ist es noch ein weiter Weg, bis Lkw ohne Fahrer weltweit eine sichere und nachhaltige Lösung sind“, betont die IRU und mahnt Realismus an. „Angesichts des Rummels und der Schlagzeilen von Fahrzeugherstellern und Technologieunternehmen wird die Bereitschaft der Branche für wirklich fahrerlose Trucks schnell überschätzt“, betont Zeljko Jeftic, der bei der IRU für Innovationen zuständig ist. Erst einmal müssten weniger fortgeschrittene Technologien und Prozesse umgesetzt und die digitalen Grundlagen der Branche festgelegt werden, bevor technologiegetriebene Innovationen optimiert werden könnten, betont die IRU in ihrer Untersuchung „Die Zukunft des Straßentransports“.

Autonome Lkw lösen nicht das Problem Fahrermangel

Jeftic geht davon aus, dass es zunächst noch Jahre braucht, bis es eine entsprechende Gesetzgebung und Infrastrukturen gibt, dann dauere es noch weitere zehn bis 15 Jahre, bevor die Fahrzeuge in größerem Umfang zu sehen seien. Das akute Problem des Fahrermangels könne nicht mit autonomen Lkw gelöst werden, denn Automatisierung bedeute nicht, dass weniger Fahrer gebraucht würden. Diese würden künftig nur anspruchsvollere Tätigkeiten verrichten. Die IRU hat ihre Untersuchung in drei für Handel und Straßentransport strategisch wichtigen Schlüsselregionen gemacht und dafür in Europa, den Golf-Staaten und Asien große und kleine Transportunternehmer, Spediteure und Makler befragt.

Von ihnen sehen 57 Prozent die weltpolitischen Unsicherheiten als größte Bedrohung für ihr Geschäft, 52 Prozent befürchten eine globale Rezession ebenso wie bei steigenden Kundenansprüchen nicht mithalten zu können. In Asien seien Klimawandel und Umweltveränderungen ein großes Thema, in Europa habe der Fahrermangel das Potenzial, den Sektor lahmzulegen, betont die IRU. Am schlimmsten aber wäre hier ein Austritt Großbritanniens aus der EU ohne umfassende multilaterale Vereinbarungen: „Das wäre das schlechteste Ergebnis für den Straßentransport und hätte gravierende Effekte für die Wirtschaft Großbritanniens und der verbleibenden EU-Staaten“, sagte der Leiter des Brüsseler IRU-Büros, Matthias Maedge.

Mehr Sicherheit durch Innovationen

Gerade in einem insgesamt sehr kompetitiven Umfeld kann der technologische Fortschritt enorme Möglichkeiten eröffnen, wird in der Untersuchung betont. Das größte Potenzial für Verbesserungen durch Innovationen sehen die Straßentransporteure in allen drei Regionen bei der Sicherheit. Für eins von drei Unternehmen (33 Prozent) genießt das Thema Top-Priorität. Die Bandbreite reicht dabei von etablierten elektronischen Stabilitätsprogrammen (ESP) und Anti-Blockiersystemen (ABS) bis hin zu innovativem Radar für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen. Assistenzsysteme könnten stark dazu beitragen, Unfälle durch menschliches Versagen zu verhindern, zeigten sich die Befragten überzeugt.

Für ein Fünftel der Unternehmen sind die Automatisierung, ausgehend von Fahrerassistenzsystemen bis hin zu fahrerlosen Fahrzeugen, sowie Telematik-Lösungen einschließlich der Möglichkeiten eines besseren Flottenmanagements die wichtigste Neuerung. Es werden nicht nur Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen in den Mittelpunkt gerückt, betont werden auch bessere Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit für die Fahrer. Letztere halten 92 Prozent der Unternehmen für den Hauptnutzen von Technologie und Innovation. Große Bedeutung hat auch eine verbesserte Umweltbilanz. Dabei sehen die Unternehmen den Diesel überhaupt nicht im Abseits: Als beste Lösung für die Zukunft gilt eine höhere Motorleistung.

Aktuelle Fragen Tageskontrollblätter Können die Lenk- und Ruhezeiten über Tageskontrollblätter aufgezeichnet werden?
Kostenloser Newsletter
Newslettertitel Jetzt auswählen und profitieren

Maßgeschneidert: Die neuen Themen-Newsletter für Transportprofis.

eurotransport.de Webshop
Web Shop Content Teaser Der neue Webshop für die, die es bringen.

Truckliteratur, Lkw-Modelle, Merchandising und mehr.

WhatsApp-Newsletter
Whatsapp Logo Nachrichten direkt aufs Smartphone

eurotransport.de bietet jetzt einen kostenlosen WhatsApp-Newsletter.