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Initiative von 35 Unternehmen

Logistiker fordern strengere CO2-Grenzwerte

Lkw, CO2, Stau Foto: Fotolia

In einer bislang beispiellosen Initiative haben 35 Handelsunternehmen, Logistiker und Spediteure die EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker dazu aufgerufen, die CO2-Emissionen neuer Lkw um fast ein Viertel zu reduzieren.

18.04.2018 Ralf Lanzinger

Juncker sei nun gefragt, sein Versprechen einzulösen, um Europas Vorreiterrolle beim Kampf gegen den Klimawandel zu sichern. Mit einer verbindlich festgeschriebenen Reduzierung der CO2-Emissionen um 24 Prozent bis 2025 würde der für Mai geplante Kommissionsvorschlag für CO2-Grenzwerte für Lkw gleich einen doppelten Effekt haben, argumentieren die Initiatoren. Der Kommissionsvorschlag würde die Branche dabei unterstützen, ihre Klimaziele zu erreichen, und den Unternehmen gleichzeitig Einsparungen von 7.700 Euro pro Jahr und Fahrzeug ermöglichen. Dies geht aus einem Brief hervor, den neben DB Schenker, Hermes Germany, Ikea, Siemens, Tchibo auch mittelständische Spediteure und Verbände des Transportgewerbes unterschrieben haben.

Inzwischen gehen rund ein Drittel der EU-weit ausgestoßenen Treibhausgasemissionen auf den Verkehrssektor zurück, wobei wiederum allein 26 Prozent auf schwere Nutzfahrzeuge entfallen. In dem Brief bekennen sich die Unternehmen und Verbände zu ihrer Verantwortung, betonen aber gleichzeitig, dass Entscheidungsträger geeignete rechtliche Rahmenbedingungen schaffen müssten, um sie bei der Umsetzung ihrer Ziele zu unterstützen. CO2-Grenzwerte für Lkw gehörten dabei zu den effektivsten Maßnahmen.

Alexander Bartelt, Head of Corporate Responsibility bei Hermes Germany: „Wir stehen als Teil der Otto Group und Mitglied der 2°-Stiftung für ambitionierten Klimaschutz. Dafür benötigen wir klare politische Vorgaben und Planungssicherheit. Die Festlegung von CO2-Grenzwerten für Lkw stellt dabei ein wirksames Instrument auf dem Weg zu einer perspektivisch notwendigen dekarbonisierten Logistik dar.“

Ehrgeizige Verkaufsziele festschreiben

Die Unternehmen und Verbände fordern zudem die Festschreibung ehrgeiziger Verkaufsziele für emissionsfreie Lkw. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen zu können, müsse der Güterverkehr bis 2050 vollständig dekarbonisiert sein. Die Technologie für emissionsfreie Lkw sei zwar bereits verfügbar, das Angebot aber bislang begrenzt und die Anschaffung mit hohen Kosten verbunden. Der für den 16. Mai erwartete Vorschlag für CO2-Grenzwerte bei Lkw müsse daher sicherstellen, dass Hersteller eine Mindestmenge an emissionsfreien Lkw in den Markt bringen müssten.

Eindeutige Botschaft

Stef Cornelis, Cleaner Trucks Officer der in Brüssel ansässigen Umweltorganisation Transport & Environment, erklärte hierzu: „Entscheidungsträger können diese Koalition von Unternehmen, Verladern und Spediteuren nicht ignorieren. Ihre Botschaft ist eindeutig: Strenge Grenzwerte kommen dem Klima, den Unternehmen in Europa und der Innovation gleichermaßen zugute. Es ist an der Zeit, dass die Europäische Kommission endlich handelt.“
 
Neben den bereits erwähnten Unternehmen und weiteren Firmen gehören zu den Unterzeichnern des Aufrufs auch Heineken, Nestlé, Philips Lighting, Unilever und Carrefour. Die Güterverkehrsverbände vertreten Spediteure aus den Niederlanden, Spanien, Ungarn, Portugal und Belgien.

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