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Industrie und Einzelhandel leiden

Lieferkettenprobleme treffen gesamte Wirtschaft

Foto: psdesign1 - Fotolia

Lieferschwierigkeiten und deutliche Preissteigerungen bei Rohstoffen machen der deutschen Wirtschaft insgesamt schwer zu schaffen. Die Logistik bleibt nicht verschont.

Lieferschwierigkeiten und deutliche Preissteigerungen bei Vorprodukten und Rohstoffen treffen die gesamte deutsche Wirtschaft schwer. Von Engpässen betroffen seien Betriebe sämtlicher Branchen und Größenklassen, ergab eine DIHK-Blitzumfrage unter knapp 3.000 deutschen Unternehmen im In- und Ausland. Auch die Logistik ist betroffen.

Erholungsprozess der Wirtschaft erschwert

Über alle Wirtschaftszweige hinweg meldeten demnach 83 Prozent der Unternehmen Preisanstiege oder Lieferprobleme bei Rohstoffen, Vorprodukten und Waren, berichtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Rohstoffmangel und Lieferkettenprobleme treffen die deutsche Wirtschaft in ihrer ganzen Breite", kommentiert DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier die Ergebnisse. „Die aktuelle Entwicklung kann den wirtschaftlichen Erholungsprozess nach der Krise merklich erschweren.“

Sehr große Unsicherheiten

Nur knapp ein Fünftel der Unternehmen rechne bis zum Jahreswechsel mit einer Verbesserung der Situation. 53 Prozent der Unternehmen erwarteten dagegen erst im kommenden Jahr eine Aufhellung der Lage. Ein Viertel könne nicht einschätzen, wann sich Lieferzeiten oder Preise normalisieren werden. „Wir sehen hier aktuell sehr große Unsicherheiten“, so Treier.

Zweidrittel der Logistikunternehmen betroffen

Bei 67 Prozent der Logistikbetriebe machten sich danach Knappheiten und Verteuerungen deutlich bemerkbar. Anderswo sieht es noch wesentlich schlimmer aus: So berichteten über 90 Prozent der Unternehmen etwa aus der Gummi- und Kunststoff-, der Metall- und Chemieindustrie von Rohstoffknappheiten oder deutlichen Preisanstiegen. In der Fahrzeugindustrie seien es 92 Prozent, in der Elektrotechnik 85 Prozent. Im Baugewerbe sähen sich 94 Prozent der Betriebe mit diesen Herausforderungen konfrontiert, auch 83 Prozent der Einzelhändler spürten sie. Nur vereinzelt berichteten Unternehmen von Lieferschwierigkeiten in den vergangenen Monaten, die nicht mehr aktuell seien.

Verpackungen sind knapp

Zu spüren bekämen Unternehmen die Lieferengpässe und Preisanstiege derzeit insbesondere bei direkten Vorprodukten, Stahl, Aluminium, Kupfer und Holz. Verpackungen seien durch alle Branchen hinweg ebenfalls Mangelware, genauso wie Elektronikkomponenten. In der Fahrzeugindustrie fehlten, ganz massiv, Halbleiter. Der Einzelhandel berichte unter anderem von Engpässen bei Textilien.

Containermangel und fehlende Frachtkapazitäten

Als Gründe für die Rohstoffengpässe nennen die Unternehmen vor allem eine gestiegene Nachfrage sowie – angesichts der unterschiedlichen Entwicklung des Pandemiegeschehens in der Welt – zu geringe Produktionskapazitäten (70 Prozent) und Transportprobleme (53 Prozent). Bei Letzteren machen sich unter anderem der aktuelle Containermangel (76 Prozent) sowie fehlende Frachtkapazitäten bei Schiffen (74 Prozent), Straßen und Schienen (27 Prozent) sowie Flugzeugen (24 Prozent) bemerkbar.

Hafenschließung in China erschwert die Lage

So treffe die jüngste Teilschließung des chinesischen Hafens in Ningbo die deutsche Wirtschaft in einer Zeit, in der sie ohnehin schon erhebliche Lieferschwierigkeiten bewältigen müsse. Jedes zweite Unternehmen nennt zudem Produktionsausfälle bei Zulieferern als Grund für den Rohstoffmangel. Unternehmen, die in Deutschland ansässig sind, berichteten vereinzelt davon, dass die Hochwasserkatastrophe zu den Lieferengpässen beiträgt.

Gefahr andauernder Inflation

Zwei Drittel der Unternehmen sehen sich gezwungen, gestiegene Preise an Kunden weiterzugeben (67 Prozent), so der DIHK. Zudem reagierten sie auf die Herausforderungen, indem sie neue oder zusätzliche Lieferanten suchten (64 Prozent) oder die Lagerhaltung erhöhten (57 Prozent). „Die Rohstoffengpässe könnten deshalb dazu führen, dass die gegenwärtig anziehende Inflation kein vorübergehendes Phänomen bleibt, sondern die Weltwirtschaft auch mittel- bis langfristig beeinflussen wird“, so der DIHK-Außenwirtschaftschef.

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