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Impfstofflogistik durch KEP-Unternehmen

Auch der Mittelstand kann’s

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BdKEP informiert in einer Onlineveranstaltung über die Covid-19-Impfstofflogistik. Transporttemperaturen von 2 bis 8 Grad immer wahrscheinlicher.

Bund und Ländern steht mit den Covid-19-Impfungen eine Mammutaufgabe bevor. „Wir bereiten uns darauf vor, mehrere zehn Millionen Bürger innerhalb kürzester Zeit mit einem Impfstoff zu versorgen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beim Besuch eines Impfzentrums in Düsseldorf. Dass auch Mittelständler die Länder bei der anspruchsvollen Impfstofflogistik unterstützen können, zeigte eine Onlineveranstaltung des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP).

Mit ihren Aufträgen könnten die Länder dann auch Unternehmen unterstützen, die laut Andreas Schumann, Vorsitzender des BdKEP, wie andere auch die Auswirkungen der Pandemie spüren.

Unternehmen können sich noch bewerben

Für die erste Impfphase - Leistungszeitraum 1. Dezember bis 31. März - ist es zwar schon zu spät, laut Schumann können Unternehmen sich aber noch für die nächste Runde bewerben. Der Verband hat bereits eine Expertengruppe zusammengestellt, die auf der Website kep-corona.de Antworten zur Impfstofflogistik gibt. Der Verband hat sich zudem mit allen Gesundheitsministerien der Länder in Verbindung gesetzt und Informationen über die Verteilung der Impfstoffe erfragt. Auf dieser Plattform sollen daher jene KEP-Unternehmen, die sich an einem Bieteverfahren beteiligen wollen, weitere Informationen finden. Denn auch die 2.500 meist mittelständischen Mitgliedsunternehmen seien in der Lage, Impfstofflogistik zu betreiben, sagte Schumann.

Erfahrungswerte fehlen

Dabei sollten sie sich nicht von den derzeit formulierten Temperaturanforderungen von minus 70 Grad abschrecken lassen: Referent Thomas Strigel vom Kurierdienstanbieter CMK Logistik aus Breisach berichtete, dass es derzeit schlicht noch an Erfahrungswerten dafür fehle, ob eine tiefkalte Temperatur wirklich durchgängig notwendig sei. Zudem gebe es schon Fortschritte, der mRNA-basierte Impfstoff vom Hersteller Moderna etwa bleibe schon bei minus 20 Grad stabil.

Mit der Zeit sei daher mit einer weiteren Erhöhung dieser Temperaturvorgaben zu rechnen, weil die Hersteller die Formulierungen der Impfstoffe ständig verbessern und die neuen Impfstoffe damit stabiler machen. Weitere Impfstoffe der Klassen Vektorvirus und VLP, die einen Temperaturbereich von nur 2 bis 8 Grad brauchen, erhöhen demnach auch den Druck auf die anderen Hersteller. „Jetzt auf Halde produzierter Impfstoff wird schnell zu den Impfzentren verbracht und auch schnell verimpft, sodass keine Probleme zu erwarten sind“, sagte der Pharma-Experte.

Länder schreiben Logistik aus

Laut Andreas Schumann vom BdKEP unterscheiden sich in den Ausschreibungen der Länder die Vorgaben zur Kühlung - manche setzen eine aktive Kühlung des Impfstoffes durch Kühlaggregate im Fahrzeug voraus, andere schreiben eine passive Kühlung über gekühlte Transportbehälter vor. Eine permanente Temperaturkontrolle und Dokumentation sind dabei vorausgesetzt, je nach Ausschreibung sollen die Datenlogger etwa an der Verpackung oder direkt beim Produkt angebracht werden.

Wenige Kartons für viele Impfdosen

Anhand einer vorliegenden Ausschreibung zählte Schumann weitere beispielhafte Leistungsanforderungen auf. Überraschend dabei das geringe Volumen: In einem Karton mit 1,1 Kilogramm Gewicht befinden sich demnach 195 Durchstechflaschen, 202 Kartons beinhalten insgesamt rund 790.000 Impfdosen.

Vorgeschrieben ist eine Pharma-Zertifizierung nach den GDP-Richtlinien (Good Distribution Practice). Bei einer passiven Kühlung gibt es keine Anforderungen an die Fahrzeugwahl, die gekühlten Transportboxen für den Impfstoff müssen dann aber vom Dienstleister im Sinne eines Mehrwegsystems wieder zurückgeführt werden. Gewährleistet werden muss durchgehend ein Temperaturbereich von 2 bis 8 Grad bei Transport, Umschlag und Zwischenlagerung.

Qualifiziertes Personal gefordert

Ein großer Fokus wird laut Schumann auf den Einsatz von qualifiziertem Personal gelegt, und auch das Thema Unterauftragnehmer ist klar geregelt: Es müssen entsprechende Vergleichsangebote vorgelegt werden, und der Auftraggeber muss seine schriftliche Zustimmung geben.

Eine Vergütung nach Kilometern war bei der Ausschreibung, die Schumann als Beispiel heranzog, nicht vorgesehen - das zeige, dass bei den Leistungen noch einiges im Unklaren sei. Nicht anders sei das bei den Logistikdienstleistern, die mit dem Betrieb der Zentralläger in den Ländern beauftragt wurden und jetzt Dienstleister für die letzte Meile suchen, sagte Schumann. In einer Ausschreibung fehlten beispielsweise Angaben zu Mindest-, Maximal- oder Durchschnittsmengen.

Regionale Verteilung als Chance

Marc Muschkeit, Geschäftsführer der Unternehmen Meljo Network Logistics (Hamburg) und Regiomed Systemlogistik (Hannover), sieht vor allem in der Verteilung der Impfstoffe zu den regionalen und lokalen Impfzentren und zu den Apotheken eine Chance für klein- und mittelständische KEP-Dienstleister.

Vor allem ihre regionale Aufstellung sei für die Aufgabe ideal: „Warum sollen sich nicht mehrere regionale Kurierdienste zu einer Bietergemeinschaft zusammenfinden?“ Zwei leistungsstarke Dienstleister mit zusammen mehreren Depots seien schon in der Lage, ein Land wie Schleswig-Holstein flächendeckend mit Impfstoffen zu versorgen, sagt Muschkeit.

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