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Hermes-Studie zur Digitalisierung

Supply Chain hinkt schwer hinterher

Digitalisierung in der Logistik Foto: Fotolia/chombosan

Nur acht Prozent der Unternehmen haben eine digitalisierte Supply Chain. Das ergab eine Umfrage von Hermes Germany unter 200 Logistikentscheidern.

10.04.2018 Carsten Nallinger

Eine aktuelle Studie des KEP-Dienstleisters Hermes zu Trends im Supply-Chain-Management offenbart Bedenkliches: Gerade einmal acht Prozent der 200 befragten Entscheider aus der Logistikbranche geben an, dass ihre Supply Chain digitalisiert haben. Immerhin weitere 19 Prozent haben immerhin bereits ein Transformationsprogramm aufgesetzt. 42 Prozent der befragten Unternehmen stehen jedoch noch ganz am Anfang. Sie gaben an, gerade erst das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Digitalisierung geschaffen zu haben. Von einer Digitalstrategie, die knapp ein Drittel der Unternehmen bereits entwickelt hat, sind sie noch weit entfernt. Und dies, obwohl die Logistik bislang immer als Vorreiter bei der Digitalisierung galt.

Die Zurückhaltung ist eher verwunderlich. Denn 46 Prozent der Befragten wollen künftig beim Management ihrer Supply Chain die Dienste von Logistikdienstleistern in Anspruch nehmen. Knapp die Hälfte (47 Prozent) gab darüber hinaus an, bei der Auswahl von Logistikdienstleistern zunehmend auf deren Expertise im Hinblick auf die Digitalisierung von Lieferketten zu achten. "Das zeigt, wie stark unser Know-how gefragt ist. Gleichzeitig ist es schon etwas überraschend, wie viele Unternehmen noch unsicher sind, was die digitale Transformierung ihrer Supply Chain angeht", kommentiert Jan Bierewirtz, Bereichsleiter Business Development Supply Chain Solutions bei Hermes Germany.

Bestellvorgänge automatisch auslösen

Hinzu kommt, dass der Weg zu mehr Effizienz über selbstlernende Systeme führt, um etwa Bestellvorgänge automatisch auszulösen. Entsprechendes Potenzial sieht jedenfalls fast jeder zweite. "Hier gilt es, den Unternehmen aufzuzeigen, welches Potential Cloud- und IoT-Technologie für ihre Supply Chain bieten", sagt Bierewirtz. Nach seiner Einschätzung "führt kein Weg an dieser Technik vorbei".

Noch deutlicher fällt das Votum in Sachen Kostensenkung und Lean Management aus. Rund 81 Prozent sehen hier die größte Stellschraube der Digitalisierung. Es folgen die Optimierung der Lagerbestände durch ein effektives Bestandsmanagement (78 Prozent) sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen (Kollaboration), das für 71 Prozent der Logistikentscheider von großer Bedeutung ist. "Natürlich sind die Reduktion von Komplexität und Kosten vorrangige Ziele eines erfolgreichen Supply Chain Managements. Kostenersparnis und ein verringerter Bedarf an liquiden Mitteln schaffen Raum für zusätzliche Investitionen und weitere Optimierungen", erläutert Bierewirtz.

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