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Hermes stellt in Berlin emissionsfrei zu

Hier spielt die Musik

Foto: Hermes Deutschland

Hermes hat seinen Service „Hermes Green Delivery“ in der deutschen Hauptstadt ausgerollt und sammelt bislang positive Erfahrungen.

Emissionsfrei ist das neue Zauberwort auf der letzten Meile. Und welcher Kunde ist nicht verzaubert, wenn der oft gescholtene Onlineeinkauf auf den letzten Metern umweltfreundlich daherkommt?

Seit Juni gibt es das Angebot Green Delivery von Hermes in den Bezirken Schöneberg, Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Tiergarten, Mitte und im Regierungsviertel. Die 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner dieser Bezirke empfangen jährlich rund 2,5 Millionen Pakete, die laut Hermes jetzt emissionsfrei zugestellt werden – das ergibt eine Ersparnis von 220 Tonnen CO2 pro Jahr.

Dafür sorgen in den Stadtgebieten jeden Tag 28 Lastenräder und 14 E-Transporter, die in den Direktzustellungen im Einsatz sind oder insgesamt 79 Paketshops anfahren. Die Homebase der Fahrzeuge sind drei mit Ökostrom betriebene zentrale Mikrohubs, die in Kooperation mit anderen genutzt werden, darunter der Hermes-Partner PIN.

E-Transporter für Sperriges

„Wir benötigen die Flächen nur zu bestimmten Tageszeiten. Außerhalb dieser Kernzeiten können sie von anderen Akteuren genutzt werden“, sagt eine Sprecherin von Hermes auf Nachfrage. Deswegen nutzt etwa auch eine Musikband eines der Mikrodepots.

Die E-Transporter, vornehmlich E-Sprinter von Mercedes-Benz Vans, starten hauptsächlich aus Schöneberg, wo der Logistikdienstleister einen Ladesäulenhub installiert hat. Während die kleineren Sendungen per Lastenrad transportiert werden, werden die Transporter für die Zustellung größerer und sperriger Sendungen, beispielsweise TV-Geräte oder Gartenmöbel, genutzt. Zudem fahren die E-Transporter die Paketshops an, um Sendungen zu bringen und abzuholen.

Cargobikes transportieren bis zu 130 Sendungen täglich

Bei den Lastenrädern setzt Hermes in der Hauptstadt auf Fahrzeuge der Marke Ono Cargobike, die pro Tour sechs bis acht Kilometer zurücklegen und pro Tag jeweils 120 bis 130 Sendungen transportieren. Eine Kooperation mit Swobbee, einem Experten für Akku-Wechselstationen, soll garantieren, dass die Cargobikes immer über aufgeladene Akkus verfügen.

In die sprichwörtlichen Eisen steigen dabei sowohl neue als auch bisherige Mitarbeiter von Hermes: Den bestehenden Zustellern wurde im Rahmen der Umstellung angeboten, auf ein Lastenrad umzusteigen. Wer das nicht wollte, fährt E-Transporter. Laut der Sprecherin bringt die Lastenradzustellung im Bereich der Mitarbeiterrekrutierung deutliche Vorteile mit sich. „Dadurch, dass für das Fahren eines Cargobikes kein Führerschein notwendig ist, eröffnet sich ein ganz neuer Pool an potenziellem Zustellpersonal“, so die bisherige Erfahrung. Weiterer Vorteil: Stressfaktoren wie die Parkplatzsuche oder das Im-Stau-Stehen fallen demnach ebenfalls weg.

Selfies mit Lastenrad

Positiv sind auch die Reaktionen seitens der Kunden – zumindest dann, wenn sie das Fahrzeug vor der Haustür überhaupt wahrnehmen. Demnach werden die Lastenradzusteller sogar regelmäßig von Passanten angesprochen, ob sie ein Selfie machen möchten.

Mikrohubs, Lastenräder und E-Transporter: Für Hermes und auch für die Konzernmutter Otto Group sei Green Delivery eine Blaupause, die zeigen solle, „wie das Wechselspiel aus E-Transportern, alternativen Fahrzeugmodellen wie Lastenrädern, Mikrodepots und Ladeinfrastruktur in einem großen, zusammenhängenden Gebiet funktionieren kann“, so die Sprecherin.

Wann die Bewohner der anderen Stadtbezirke in Berlin ebenfalls emissionsfrei beliefert werden, lässt Hermes noch offen – die derzeitige Zielsetzung ist, in den ausgewählten Bereichen die neuen Abläufe stabil einzuspielen. Es gebe aber bereits zwei bis drei weitere Bezirke, die von Hermes-Mitarbeitern für eine mögliche zukünftige Erweiterung identifiziert worden seien.

Lastenrad-Tests

  • Während Hermes in Berlin mit seinem Einsatz nach eigenen Angaben das Lastenrad von Ono zur Marktreife gebracht hat, wurde in den Sommermonaten etwa in Dresden und Leipzig der Loadster von Citkar getestet. Das Lastenrad schaffte im Testbetrieb bis zu 90 Sendungen täglich und hat mit 200 Kilogramm eine besonders hohe Nutzlast.

  • In Leipzig testete Hermes auch den Prototyp eCargo von Mubea im Regelbetrieb. Das eigens für die KEP-Branche entwickelte Cargofahrzeug des Automobilzulieferers transportierte im Test im Schnitt knapp 70 Sendungen pro Tag.
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