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Hermes reagiert auf Ermittlungen gegen Partner

Maßnahmenpaket für die Letzte Meile

Foto: Rolf Otzipka

Der Paketdienstleister Hermes will seine 400 Servicepartner in Deutschland künftig genauer überprüfen und setzt dazu bis Herbst 2018 ein Maßnahmenpaket auf. Nach der Großrazzia Anfang November bei Servicepartnern in Nordrhein-Westfalen hat Hermes beiden Unternehmen gekündigt.

Das Maßnahmenpaket beinhaltet laut Hermes Germany folgende Punkte: Künftig arbeite das Unternehmen nur noch mit Servicepartnern mit rechtmäßigem Sitz in Deutschland zusammen und überprüfe den Aufenthaltstitel von Mitarbeitern aus Nicht-EU-Ländern fortlaufend. Zudem werde das im Jahr 2012 eingeführte Zertifizierungsprogramm verschärft.

Die Prüfgesellschaft SGS-TÜV Saar kontrolliert laut Hermes bei diesem Programm vor allem die Arbeitsbedingungen. Bei erfolgreichem Abschluss des mehrstufigen Prüfsystems bekommen die Partner demnach ein Zertifikat. Auch Unternehmen, die keinen direkten Vertrag mit Hermes haben, sondern von einem Hermes-Servicepartner beauftragt wurden, durchlaufen die jährliche Prüfung.

CEO Rausch: "Nehmen Hinweise sehr ernst"

"Selbstverständlich nehmen wir sämtliche uns übermittelten Hinweise sehr ernst", erklärt Frank Rausch, CEO Hermes Germany. "Die zuletzt in der Sendung 'Hart aber fair' gezeigten Einzelfälle entsprechen nicht einmal ansatzweise den Maßstäben, an denen wir uns und unsere Servicepartner messen." Verstöße gegen Recht und Gesetz würden nicht toleriert, die Verdachtsfälle sorgfältig geprüft und entsprechende Konsequenzen gezogen.

Beiden Servicepartnern, deren unrechtmäßiges Vorgehen die WDR-Sendung "Könnes kämpft" aufdeckte, sei am 1. Oktober beziehungsweise am 15. Dezember gekündigt worden. Beide Unternehmen wurden laut Rausch schon vor der Ausstrahlung bei der jährlichen Auditierung auffällig.

Verpflichtender Verhaltenskodex für Servicepartner

Neben dem Audit- und Zertifizierungsprogramm in Kooperation mit SGS-TÜV Saar müssen sich die Servicepartner laut Hermes an den verpflichtenden Verhaltenskodex halten. Das sogenannte Hinweisgebersystem ergänze die TÜV-Kontrolle: Mitarbeiter eines Servicepartners können sich bei Bedarf an das Social-Compliance-Team bei Hermes oder anonym an einen Ombudsmann wenden.

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