Here kauft ATS Advanced Telematic Systems

Software-Updates gibt’s "Over-The-Air"

Advanced Telematic Systems Foto: Advanced Telematic Systems

Here Technologies übernimmt ATS Advanced Telematic Systems. Ziel ist es, Software-Updates per Funk an Fahrzeuge zu übertragen.

ATS Advanced Telematic Systems mit Sitz in Berlin entwickelt eine Technologie für die Automobilindustrie, um Softwareupdates sicher "Over-The-Air" (OTA), also per Funk, zu ermöglichen. Mit der geplanten Akquisition will Here seine Position als Anbieter von ortsbezogenen Daten und Cloud-Diensten für Fahrzeuge weiter ausbauen.

"Die OTA-Technologie spielt eine entscheidende Rolle dabei, das volle Potenzial vernetzter und autonomer Fahrzeuge auszuschöpfen", heißt es seitens Here. ATS wiederum habe sich auf Open-Source-Technologie spezialisiert, die auf offenen Standards basiert. Sie ermögliche es den Herstellern und der gesamten Automobilindustrie, Daten, Software und Firmware auf sichere, kosteneffiziente und skalierbare Weise an Fahrzeuge zu senden.

Neue Karten gibt es per Funk

Here plant, die Entwicklung und den Vertrieb der OTA-Technologie von ATS als Bestandteil seines Produktportfolios für die Automobilindustrie weiterzuführen. Darüber hinaus soll sie auch andere Unternehmensbereiche ergänzen. In Zukunft könnte sie zudem sichere Kartenaktualisierungen und Software-Updates für Drohnen und andere vernetzte Geräte unterstützen.

Die Lösung von ATS integriert das vom U.S. Department of Homeland Security gestartete und finanzierte OTA-Sicherheitsframework namens Uptane. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitslösung gegen Angriffe auf Updates für vernetzte Fahrzeuge. ATS ist Mitglied des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und beteiligt sich an der OTA-Entwicklung innerhalb des Konsortiums GENIVI Alliance und der Open-Source-Arbeitsgruppe Automotive Grade Linux (AGL).

Der Ortungsdienst Here wurde Ende 2015 zu jeweils einem Drittel von den Fahrzeugbauern Audi, BMW und Daimler vom Handy-Hersteller Nokia übernommen. 2017 erwarb eine Gruppe asiatischer Investoren (Navinfo, Tencent und GIC) zehn Prozent am Unternehmen, wozu die Anteile der bisherigen Eigentümer zu gleichen Teilen reduziert wurden. Ebenfalls 2017 erwarb schließlich der Chiphersteller Intel einen Anteil von 15 Prozent an Here.

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