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Engpässe durch den Ukraine-Krieg Fahrzeuglogistiker fürchten weitere Krise

Foto: ECG

Der Verband der Europäischen Fahrzeuglogistiker (ECG) fürchtet einen Stillstand in der Automobilproduktion, weil Kabelbäume aus der Ukraine fehlen - und ein drittes Krisenjahr droht.

Halbleiterkrise, Inflation, steigende Kraftstoffpreise und jetzt auch der Ukraine-Krieg strapazieren die Produktionsprozesse in der Automobilproduktion und bringen sie zum Teil sogar zum Erliegen, so der Verband der Europäischen Fahrzeuglogistiker (ECG). „Zuallererst gilt unser tiefstes Mitgefühl und unsere Anteilnahme allen von der völkerrechtswidrigen Militäroperation betroffenen Menschen in der Ukraine. Die ECG und ihre Mitglieder unterstützen die Betroffenen, wo immer dies möglich ist, sind dafür jedoch auch auf ihre Vertragspartner angewiesen", sagt Mike Sturgeon, Executive Director der ECG.

Spenden für Mitglieder in der Ukraine

Nach einer ECG-Mitteilung sind in der Fertigfahrzeuglogistik "sehr wahrscheinlich mehr ukrainische Bürger und Bürgerinnen beschäftigt als in den meisten anderen Industriezweigen des Kontinents". Die ECG sammele aus diesem Grund Spenden, um jene Mitglieder ihres Verbunds zu unterstützen, die sich sehr aktiv bei der Bekämpfung einer sich dramatisch verschärfenden humanitären Krise engagieren.

Gleichzeitig sei der Sektor durch viele Entwicklungen mit äußerst schwerwiegenden Herausforderungen in der täglichen Arbeit konfrontiert; die aktuellen Ereignisse läuten demnach - nachdem Covid-Pandemie und Halbleitermangel bereits die Abläufe massiv beeinträchtigt haben - ein drittes Krisenjahr in Folge ein.

Viele Fabriken in der Ukraine geschlossen

Demnach ist die Automobilindustrie bei der Beschaffung verschiedener Bauteile sowie auch Rohstoffe und Halbfertigmaterialen in hohem Maße von der Ukraine abhängig, die größten Auswirkungen habe die ausfallende Zulieferung sogenannter Kabelbäume - infolge des Krieges seien bereits ganze Fabriken geschlossen, eine Wiedereröffnung sei eher in Monaten denn in Wochen wahrscheinlich, wenn überhaupt. Eine Produktionsverlagerung sei weder leicht noch kurzfristig umzusetzen.

Treibstoffklausel decken Preissteigerungen nicht mehr ab

Aktuell sind etwa die Herausforderungen durch die Kraftstoffpreise: Die häufig angewendeten Treibstoff- und Bunkerklauseln können demnach diese Entwicklungen nicht mehr abfangen und die Flottenbetreiber entlasten. Innerhalb von sechs Monaten habe sich der Preis für Schiffstreibstoff etwa verdoppelt; vielerorts, zum Beispiel im fragmentierten Transportmarkt Italiens, werde die Arbeit eingestellt wird, weil sich der Mitteleinsatz nicht mehr rentiere und sich Vertragspartner auf „höhere Gewalt“ berufen.

Verlader müssen Verträge überarbeiten

"Wenn die Verträge nicht schnell überarbeitet werden, wird das, was von der Branche in diesen Tagen noch übrig ist, zum Stillstand kommen, da Cashflow-Probleme den Betrieb zum Erliegen bringen dürften. OEMs und andere Verlader müssen ihre Verträge unverzüglich den steigenden Kraftstoffpreisen anpassen. Zudem müssen sie gegenüber ihren Zulieferern und Logistikdienstleistern volle Transparenz über die künftig benötigten Mengen herstellen, damit die erforderlichen Kapazitäten für Transport und Produktion geplant werden können", so Mike Sturgeon.

Auch der enorme Anstieg der Rohstoffkosten wirke sich bereits auf die Preise von Verkehrsträgern, seien es Schiffe, Bahnwaggons oder Autotransporter sowie andere Assets aus; die Inflation lasse zudem allgemein die Löhne steigen. "So ergeben diese aus verschiedenen Richtungen kommenden Faktoren eine Gemengelage, in der Transportunternehmen ebenso wie ihre Auftraggeber mit Preisschüben in bislang nicht bekanntem Ausmaß konfrontiert sind", so der ECG.

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