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Forschungsgemeinschaft Logistik Aus Hamburg in die Welt hinaus

Blick auf den Hamburger Hafen bei Dämmerung Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

30 Jahre Forschungsgemeinschaft für Logistik (FGL) – wie Projekte aus Hamburg eine Strahlkraft in die Welt hinaus entwickeln. Mehr als nur ein Blick zurück.

Die Forschungsgemeinschaft für Logistik (FGL) gibt es seit dem Jahr 1992. Vor 30 Jahren ist der Verein mit dem Anspruch gestartet, für die Metropolregion Hamburg den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis zu unterstützen – einerseits durch eigene Forschungsprojekte, andererseits durch Praxisprojekte mit wissenschaftlicher Begleitung. Eine besondere Form davon sind die Verbundprojekte, an denen verschiedene Partner auch über Hamburg hinaus an gleichen Problemstellungen gearbeitet haben. Dieser Ansatz wurde konsequent weiterentwickelt und mündete in heute laufende EU-Projekte, die deutlich über die Metropolregion Hamburg hinaus Strahlkraft entwickeln.

Die TU Hamburg als Inkubator

Forschungsgemeinschaft für Logistik (FGL) in Hamburg: Andreas Schramm, Prof. Dr.-Ing. Günther Pawellek, Peter Eggers, Stefan Zahn und Klaus-Peter Witt (von links).

Foto: Forschungsgemeinschaft für Logistik (FGL)
Einige Akteure der FGL: Andreas Schramm, Prof. Günther Pawellek, Peter Eggers, Stefan Zahn und Klaus-Peter Witt (von links).

„Damals hätte niemand geglaubt, dass dieser Verein so lange Bestand haben wird“, berichtet das immer noch aktive Vorstandsmitglied Peter Eggers. „Im Jahr 1992 hatte ich das Vergnügen, bei der Gründung der FGL, als eines von sieben Gründungsmitgliedern und Vertreter der Axel Springer Beschaffungslogistik, mit dabei zu sein.“ Ebenfalls mit von der Partie war Klaus Gebert, Geschäftsführer vom Cellpap Terminal, einem Umschlags-Unternehmen für Zeitungsdruckpapierrollen. Prof. Günther Pawellek von der TU Hamburg hatte die Initiative ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen Logistik-Unternehmen und der Technischen Universität Hamburg (TUHH) zu fördern.

Teilnahme aus Forschung und Praxis erwünscht

Heute wie damals kann sich jede an Logistikthemen interessierte Privatperson oder auch jedes Unternehmen beteiligen, sofern diese beziehungsweise dieses auf dem Gebiet aktiv sind und die wissenschaftliche Forschung und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis forcieren wollen. Die Mitgliedszahlen bewegten sich über die Jahre immer zwischen 50 und 60. Die Unternehmen hatten in der Anfangszeit überwiegend Forschungsprojekte an der TUHH begleitet und versucht, die Erkenntnisse in die Unternehmens-praxis zu übertragen.

Hervorzuheben ist hier etwa das EU-Projekt Balticom. Darin wurden Transportketten zwischen dem Baltikum und Hamburg näher untersucht und alternative Verkehrsträger für Multimodal-Transporte analysiert. In diesem Projekt konnte dann auch das selbst entwickelte Transport-Planungstool Intras (Integrierte Transportplanung und -steuerung) seine praktische Eignung für Routenverkehre unter Beweis stellen.

In die Praxis überführt

„Die in den unterschiedlichen Forschungsprojekten gesammelte Expertise der Mitarbeitenden und die entwickelten Tools konnten dann im Lauf der Jahre erfolgreich über das Forschungsinstitut für Logistik (FIL) unter der Leitung von Prof. Pawellek in die Praxis transferiert werden“, erklärt Ingo Martens, Projektleiter beim Hanse Aerospace Wirtschaftsdienst und zugleich Mitglied des Kuratoriums der FGL. In den vergangenen Jahren habe sich die Tätigkeit etwas mehr in Richtung der Mitgliedsunternehmen verlagert. So wurde vorrangig die Begleitung von EU-Projekten in den Fokus genommen.

Unter Mitwirkung der FGL entstand so beispielsweise im Projekt Digicor gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Airbus und der Hanse-Aerospace, einem Verband von Zulieferern und Dienstleistern der Luft- und Raumfahrtindustrie, eine Internetplattform für Supply- Chain-Management. Diese richtet sich besonders an klein- und mittelständische Unternehmen (KMU).

FGL arbeitet an EU-Projekten

„Die Ergebnisse fanden darüber hinaus unmittelbar Eingang in das aktuell laufende EU-Projekt European Factory Platform, kurz EFPF“, berichtet Martens. 30 Partner aus elf Ländern arbeiten dort im sogenannten Horizon 2020-Programm der EU an Tools zur Analyse und Bewertung von Supply-Chain-Informationen einerseits und der praktischen Unterstützung bei der Digitalisierung von Prozessen im Shop-floor-Level von KMU andererseits – und das über ganz Europa verteilt, berichtet Martens.

„Die beteiligten Unternehmen geben wertvolle Impulse für die Bedarfe von KMU und bekommen dafür einfach zu implementierende Lösungen über die digitale Plattform EFPF.org. Der Trend in Richtung Digitalisierung wird dabei zunehmend von der FGL aufgegriffen und die Übertragung auf Logistik-Problemstellungen ist dann nur noch ein kleiner Schritt“, erläutert Martens.

Vernetzung der Akteure hat Priorität

Überhaupt steht das Vernetzen der Akteure innerhalb der Logistik aktuell ganz oben auf der Prioritätenliste der FGL. Denn gerade unter dem Eindruck der globalen Klimakrise müssten die intermodalen Transportketten optimiert und unter dem Aspekt der klimaschonenden Ressourcennutzung neu bewertet werden. „Transparenz ist hier das A und O. Hier kann die Digitalisierung enorm unterstützen. Nur detaillierte digitale und echtzeitbasierte Informationen über Transportkettenabschnitte und alternative Verkehrsträger vom Hersteller zum Verbraucher erlauben die Auswahl nachhaltiger Transportlösungen“, erklärt Martens.

30. Logistik-Kolloquium

  • Das 30. Hamburger Logistik-Kolloquiums findet am 30. Juni statt
  • Das Motto: Das Motto „Grüne Logistik – Technologien und Anwendungsbeispiele“
  • Weitere Infos im Veranstaltungskalender von: www.fglhamburg.de
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