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Florian Hacker vom Öko-Institut

Diesel muss teurer werden

Florian Hacker vom Öko-Institut in Berlin
Foto: Öko-Institut

Florian Hacker vom Öko-Institut fordert höhere Preise für den Transport. Nur so lassen sich Konsumentscheidungen beeinflussen.

Florian Hacker, stellvertretender Leiter des Bereichs Ressourcen & Mobilität beim Öko-Institut in Berlin, sieht die aktuellen plitischen Bemühungen, die CO2-Emissionen zu senken, eher kritisch. Im Interview mit trans aktuell zeigt der 39-Jährige andere Möglichkeiten auf, um dieses Ziel zu erreichen.

trans aktuell: Das Güterverkehrsaufkommen steigt und steigt und damit auch der CO2-Ausstoß. Wie lässt sich das Problem lösen?

Hacker: Wir leben in einem Land mit viel Wohlstand und das bedeutet oftmals viel Konsum und damit viel Güterverkehr. Gebraucht werden jetzt auf jeden Fall Preissignale, die CO2 stärker besteuern. Hier geht es um externe Kosten, die die Gesellschaft an anderer Stelle mit dreckiger Luft und einer Beschleunigung des Klimawandels trägt. Die geringen Dieselsteuern sind sicherlich Teil des Problems. Je teurer der Diesel wird, umso attraktiver werden Alternativen.

Wäre es nicht sinnvoll, angesichts von steigendem Transportaufkommen und CO2-Emissionen viel mehr Transporte auf die Schiene zu verlagern, die ja erneuerbaren Strom einsetzt?

Auch wenn man die Schienenkapazität ausbaut, wird eine Verlagerung nur stattfinden, wenn es eine deutliche Preiserhöhung auf der Straße gibt. Transporte sind grundsätzlich zu günstig, die Straße insbesondere. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Straßentransport auch in Zukunft einen Großteil der Verkehrsleistung erbringen wird. Auch auf der Straße selbst ist es im Übrigen nicht gerecht, wenn ein Unternehmen, das sich als Vorreiter klimafreundlicher bewegt, dafür mehr Geld ausgeben muss.

Wie sollten Anreize für energieeffizientere Verkehrsträger aussehen?

Einzelinitiativen reichen nicht aus. Wir müssen auch bei den Konsumenten Akzeptanz für veränderte Rahmenbedingungen herstellen und mit Preissignalen gleiche Regeln für alle schaffen. Es wird leichter sein, wenn man direkt sehen kann, dass man mit einer Konsumentscheidung einen Umweltschaden verursacht, der eingepreist ist. Dann wird manches sicher noch einmal überdacht. Wo der Schaden zu groß wird, kann auch mit Verboten gearbeitet werden. Wir haben Glühlampen verboten, wir haben die Leistung von Staubsaugern reguliert, und alle waren froh, dass es da keine weitere Aufwärtsspirale gab. Im Verkehr wäre das genauso denkbar. Die Industrie behauptet immer, der Nutzer wolle das alles so. Aber vielen Menschen ist es nicht wichtig, ob ein Paket in paar Stunden früher oder später kommt, erst recht nicht, wenn sie die Konsequenzen kennen. Da sollte das Gemeinwohl vorgehen.

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Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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