Fiat Ducato Facelift 2019 Fahrbericht

Neue Technik für den Transporter

Fiat Ducato 2019 Foto: Fiat 13 Bilder

Saubere Motoren, Neunstufen-Automatik und neues Multimedia für den Ducato. Außerdem wird das Angebot bald um eine elektrische Version ergänzt.

Unter Gewerbetreibenden ist der Fiat Ducato seit 1981 eine feste Größe. In seiner aktuellen Form kam der italienische Lastesel 2006 auf den Markt und erhielt fünf Jahre später ein umfassendes Update. Mit Erfolg: Seitdem ist der Ducato, den es in sechs Fahrzeuglängen, drei Höhen bis zu 17 Kubikmeter Laderaum, das laut Fiat meistverkaufte Nutzfahrzeugs in Europa.

Jetzt ist aber wieder Zeit für eine Auffrischung. Schließlich treten im September verschärfte Abgasnormen in Kraft, nach denen Nutzfahrzeuge weniger Stickoxid-Grenzwerte ausstoßen dürfen. Deshalb hat Fiat die Dieselmotoren überarbeitet und den frontangetriebenen Ducato für die Norm Euro 6d-Temp fit gemacht.

Vier Diesel, einmal Erdgas und bald auch elektrisch

Der neue 2,3-Liter-Diesel wird in vier Leistungsstufen (120, 140, 160 und 180 PS) angeboten. Zur Abgasnachbehandlung bekam er einen SCR-Kat mitsamt Adblue-Einspritzung. Für eine bessere Durchzugskraft erhielten die neuen Triebwerken außerdem zehn Prozent mehr Drehmoment. Neben den Dieseln gibt es weiterhin einen 140 PS starken Dreiliter-Erdgasmotor. Darüber hinaus wird Fiat zum Sommer 2020 auch eine batterie-elektrische Variante in allen Karosserievarianten und Fahrzeuglängen auf den Markt.

Allerdings mit etwas weniger Nutzlast: Statt 2,1 Tonnen liegt die wegen der schweren Akkus bei 1.950 Kilo. Je nach Ausführung reicht die Batteriekapazität des Stromers von 47 bis 79 kWh. Dementsprechend wird er zwischen 220 und 360 Kilometer weit kommen. Zugunsten des Aktionsradius wurde die Höchstgeschwindigkeit beim elektrisch angetriebenen Ducato allerdings auf 100 km/h begrenzt.

Endlich eine vernünftige Automatik

Doch zurück zu den Dieselmotoren. Als Option wurde der Ducato bisher mit einem automatisiertem Schaltgetriebe angeboten. Die aber hat den wenigsten Käufern gefallen. Deshalb gibt es jetzt für alle Versionen außer dem 120-PS-Einstiegsmotor eine Wandlerautomatik. Der Neunstufenautomat stammt von ZF und kommt mit zwei zusätzlichen Fahrprogrammen, die sich auf Knopfdruck abrufen lassen. Im Eco-Modus wechselt der Ducato sehr früh in die höheren Gänge, um Kraftstoff zu sparen. Power dagegen hält die einzelnen Fahrstufen länger, um die volle Motorleistung abzurufen. Außerdem kann der Fahrer über eine separate Schaltgasse auch manuell ins Geschehen eingreifen, um beispielsweise an einem Gefälle die Bremskraft des Motors stärker auszunutzen und die Bremsen zu schonen.

firmenauto testete die Automatik im 180-PS-Motor. Sie arbeitet sanft und ruckfrei und bringt viel Komfort ins Fahrverhalten. Weniger gut gefällt uns dagegen die leichte Anfahrschwäche des Diesels, die insbesondere beim Anfahren im Stadtverkehr auffällt. Überhaupt könnte der Topdiesel von der Leistungsentfaltung etwas spritziger zur Sache gehen.

Fiat Ducato 2019 Foto: Fiat
Fiat Ducato Facelift 2019.

Neues Navi und viele Fahrerassistenten

Optisch gibt sich der geliftete Ducato an seinem titanfarbenen Kühlergrill sowie den schwarz eingefassten Frontscheinwerfern zu erkennen. Aber die wichtigste Neuerung gibt es in der Fahrerkabine. Dort sitzt ober im Cockpit ein neues Multimediasystem mit sieben Zoll großem Touchscreen, Radio mit DAB-Empfang sowie einen USB-Anschluss. Das System kann auch die Fahrzeugabmessungen speichern, damit die Navigation zu enge oder gesperrte Straßen umfährt. Diese Funktion erleichtert nicht nur Profis den Umgang mit dem Ducato, sondern auch Fahrern von Reisemobilen.

Das System arbeitet verlässlich und integriert Smartphones via Apple Car Play oder Android Auto mit dem Fahrzeug. Darüber hinaus können Disponenten die aktuelle Route ihrer Fahrer im Internet in Echtzeit verfolgen, um sie anschließend auf dem direkten Weg zum nächst gelegenen Kunden weiter zu lotsen.

Mehr Fahrassistenten

Zugelegt hat auch das Angebot an Fahrerassistenten, die unter anderem einen Totwinkelwarner, einen Spurhalter, die City-Notbremse, sowie eine Verkehrszeichenerkennung umfasst. Darüber hinaus hilft dem Fahrer beim rückwärts Ausparken eine Querbewegungserkennung.

Was der überarbeitete Ducato kosten wird, darüber lässt Fiat interessierte Fuhrpark- und Flottenmanager allerdings noch im Unklaren und verweist auf den Marktstart im Herbst. Das gleiche gilt für das Multimedia mit seinem sieben Zoll großen Bildschirm. Lediglich bei der neuen Automatik ließ sich der deutsche Importeur ein wenig in die Karten schauen. Wir rechnen bei dem Neunstufen-Automaten mit einem Aufschlag von rund 2.800 Euro netto.

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