Fiat Doblò Natural Power

Erdgas-Lieferwagen im Test

Fiat Doblo CNG Foto: Thomas Küppers 17 Bilder

In Italien sind Erdgas-Fahrzeuge deutlich stärker verbreitet als in Deutschland. Darum hält Fiat auch im Nutzfahrzeugsegment einige Modelle vor. Im Einzeltest zeigt der kompakte Doblò, was er kann.

Die Karosserie des Hochdachkombis fällt recht üppig aus. Ohne Außenspiegel misst der Doblò gut 1,83 Meter in der Breite. Das wirkt sich sehr positiv aufs Raumgefühl im Innenraum aus. Zwischen dem Ellenbogen des Fahrers und der Tür ist noch eine Handbreit Platz. Gleichzeitig wirkt der Fiat deutlich unübersichtlicher als er sein müsste. Dazu trägt auch die wuchtige Motorhaube bei.

Das Fahrverhalten ist komfortbetont einerseits, etwas schwammig andererseits. Das macht sich nicht nur auf der Landstraße sondern auch im Stadtverkehr bemerkbar und will so gar nicht zur quirligen Charakteristik des 120 PS starken Triebwerks passen. Größten Anteil daran hat das forsche Motorgeräusch des Fiat, vor allem bei höheren Drehzahlen. Die braucht er allerdings auch. Wenn der Turbolader so richtig in Fahrt ist, stemmt er eher zurückhaltende 206 Nm.

Fiat Doblo CNG Foto: Thomas Küppers
Bivalent: CNG und Benzin teilen sich eine Tankklappe.

Der 1,4 Liter große Fremdzünder lässt sich wahlweise mit Erdgas oder Benzin betreiben. Standardmäßig zieht er sich seinen Brennstoff aber erst einmal aus dem Gastank. Erst wenn dieser leer ist – oder nach Fahrerwunsch auch per Knopfdruck – greift der Fiat auf den Benzintank zurück. An der Lautstärke oder dem Antritt ändert die Frage: „Benzin oder Gas“ aber nichts mehr. Da hat Fiat ganze Arbeit geleistet. Auch die Füllstände der beiden Tanks lassen sich einfach ablesen. Der Benzintank nutzt die analoge Uhr, der CNG-Stand (Compressed Natural Gas) lässt sich im Display an etwas grobschlächtigen Balken ablesen.

Das Volumen für den Gastank gibt Fiat mit etwas sperrigen 24,6 Kubikmetern an. Bei einer angenommenen durchschnittlichen spezifischen Dichte von Erdgas von 800 Gramm pro Kubikmeter entspricht das knapp 20 Kilogramm Gas aus der Zapfpistole. Auf der lastauto omnibus Verbrauchsrunde genehmigt sich der Fiat rund 4,7 Kilogramm pro 100 Kilometer (entspricht rund 7,0 Litern Benzin), käme also rein mit dem Gastank gut 400 Kilometer weit.

Nacharbeiten müssten dafür die Betreiber der Erdgas-Tankstellen. Mehrfach gibt es beim Tanken Probleme, sodass der Gastank nur selten wirklich voll wird. Da der Benzintank im Natural Power aber nur 22 Liter fasst, schrumpft die Reichweiter ohne genügend Gas deutlich zusammen, denn bei einem Normverbrauch von stolzen 9,3 Litern ist der verbaute Benzintank nicht viel mehr als eine Notreserve. Bivalent sieht das natürlich wieder ganz anders aus.

Im Innenraum überzeugt der Doblò nicht ganz. Das Design ist italienisch schick, die Instrumente sind ordentlich ablesbar und auch Fiats Entertainmentsystem geht in Ordnung. Die Verarbeitung ist allerdings nicht perfekt. Teils wirken die Materialien billig und labberig. Außerdem hat Fiat vor allem im Fahrerumfeld ziemlich an Ablagen gespart. Ein Handy oder die Geldbörse findet nur schwer sicheren Halt, ohne dass man die Gegenstände gleich ins Handschuhfach verschwinden lässt. Dafür punktet der Fiat mit einer üppigen Ablagefläche im Dachhimmel über der Frontscheibe.

Fiat Doblo CNG Foto: Thomas Küppers
Viel Platz: Sind alle Rücksitze zusammengefaltet, passen 3,2 Kubikmeter Ladung in den Doblò.

Eine schöne Detaillösung versteckt sich hinter einer Plastikblende im Gepäckraum. Mit einem Gummiband gesichert und in einem kleinen Päckchen verstaut steckt dort das serienmäßige Pannenset inklusive 12-Volt-Kompressor. Der Gepäckraum ist auch an sich eine der Stärken des Doblò. Schon standardmäßig bietet er einiges an Platz. Wer mehr braucht, kann mit einfachen Handgriffen die Sitze nach vorne falten. So gibt es Platz genug, wenn auch kein ebener Ladeboden entsteht. Maximal passen dann 3,2 Kubikmeter Ladung in den Italiener.

Die Preise für den Fiat Dobló mit bivalentem Antrieb beginnen bei 19.000 Euro netto für die Variante Easy. Ab gut 21.000 Euro rollt er bereits als „Lounge“ vor. Damit erschlägt er schon fast alle wichtigen Extras. Lediglich die Rückfahrkamera und das Navi für 252 und 504 Euro netto und vielleicht einen hübsche Metallicfarbe (437 Euro) fehlen dann doch auf der essenziellen Wunschliste.

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