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Ewald Kaiser von DB Schenker zum Platooning

"Erster Schritt zum sicheren Fahren"

Vorstand DB Schenker Foto: www.oliver-lang.com
26.02.2018 Ilona Jüngst
trans aktuell: Herr Kaiser, was verspricht sich DB Schenker von dem Platooning-Versuch?

Ewald Kaiser: Das Fahren wird durch die autonome Technik sicherer, Platooning ist dabei der erste Schritt. Wir erwarten aber auch Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch – wir gehen von einer Kraftstoff- und CO2-Reduzierung um zehn Prozent im Platooning-Betrieb aus. Das ist unsere Erwartungshaltung zu Beginn.

Fahrer sollen im autonomen Betrieb Zeit für andere Aufgaben haben. Was bringt Platooning noch in puncto Prozesse?

Das ist noch Zukunftsmusik. Zuerst müssen wir analysieren, welche Auswirkungen das Platooning auf den Fahrer hat. Ob der Fahrer neue Aufgaben und wenn ja welche übernehmen kann, können wir besser beantworten, wenn wir die Testphase hinter uns haben.

Könnte das Platooning auch künftig das Thema Fahrermangel entzerren – wenn etwa die reine Lenkzeit somit verkürzt wird?

Ich denke ja, aber sicher nicht kurz- und mittelfristig, also nicht die nächsten zwei bis drei Jahre.

Die Teststrecke ist 125 Kilometer lang und verbindet die Niederlassungen Nürnberg und München. Sehen Sie in solchen regelmäßigen Linienverkehren die größten Einsatzpotenziale für das Platooning?

Die jetzige Strecke ist zunächst ein „einfaches“ Anwendungsbeispiel, weil es tägliche Verkehre auf einer überschaubaren Strecke mit autobahnähnlichem Ausbau gibt. Solche Routen sind also prädestiniert für den Test. Aber die Anwendungsfälle werden sicher sukzessive wachsen.

Wie viel kostet denn ein Platooning-Fahrzeug mehr im Vergleich zu einem Standardmodell?

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich hierzu keine Angaben machen möchte.

Zum Thema Digitalisierung gehört auch Drive4Schenker. Die Plattform besteht seit April 2017. Wieviel Nutzer und wie viele Transaktionen gibt es?

Wir sind bei dem System zwar nicht am Anfang der Testphase, aber noch mittendrin – daher möchte ich keine konkreten Zahlen nennen. Aber es ist noch im einstelligen Prozentbereich unseres Gesamtvolumens.

Europaweit hat DB Schenker rund 30.000 Frachtführer - sind die denn schon alle eingebunden?

Es war eine ganz bewusste Entscheidung, sich zu Beginn auf eine überschaubare Anzahl ausgesuchter Frachtführer zu fokussieren, denn man lernt im Laufe eines Projekts immer wieder dazu und muss Verbesserungen machen.

Und wie lange wird die Testphase noch dauern? Digitalisierung impliziert ja immer eine gewisse Schnelligkeit…

Ich denke, bis Ende des Jahres sind wir so weit, dass wir das System richtig hochfahren können.

Mit Drive 4Schenker wollen Sie auch das Kapazitätsproblem verbessern. Wie geht DB Schenker mit der derzeitigen Situation denn um?

Die ganze Branche steht vor der Herausforderung, dass sich Angebot und Nachfrage gedreht haben, dass die Nachfrage größer ist als das Angebot. Auch die regulatorischen Anforderungen haben sich erhöht.

Sie meinen das Verbot der Verbringung der wöchentlichen Ruhezeit im Lkw?

Genau. Als Folge schulen wir unsere Fahrer noch besser. Wir haben auch mehr Fahrer wieder selbst eingestellt. Und wir wollen unsere langjährigen Frachtführer dadurch an uns binden, dass wir sie ebenfalls schulen und unterstützen. Wir sehen sie als Partner an – und hier kann ich auch konkrete Zahlen liefern: 85 Prozent von ihnen haben zehn Fahrzeuge oder weniger, 85 Prozent arbeiten zehn Jahre oder länger mit uns. Wir haben also einen stabilen Frachtführer-Pool, aber das Wachstum und das reduzierte Angebot haben natürlich auch vor uns nicht Halt gemacht.

Was erwarten Sie für 2018?

Ich hoffe, dass sich die Wirtschaft so weiter entwickelt wie 2017 – dann sind wir zufrieden. Wir müssen uns aber generell auf eine größere Volatilität einstellen, darauf, dass Kapazitäten und Nachfrage schneller hoch und runter gehen.

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