European Truck Racing Championship 2021

Volles Haus in Le Mans

European Truck Racing Championship 2021 Le Mans Foto: Richard Kienberger 61 Bilder

Die Truck Racer mussten lange Zeit mit ziemlich leeren Rängen Vorlieb nehmen. Beim Lauf in Le Mans geht es fast wieder zur Sache wie in alten Zeiten.

Eigentlich sind bei Truckrennen die Zuschauerzahlen etwas, was man in einem Bericht am Rande erwähnt. In „normalen“ Jahren vielleicht mit Ausnahme von zwei Events: Der Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring steht als traditionell besucherstärkstes Rennwochenende in dieser Hinsicht unter besonderer Beobachtung. Und bei den 24 Heures Camion in Le Mans ist der Abstand „vom Zweiten zum Ersten“ von gewissem Interesse. Aber nachdem in Zeiten der Corona-Pandemie kaum etwas „normal“ ist, waren an diesem Wochenende in Frankreich weniger die absoluten Zahlen ein Thema, sondern das Bild, das sich auf der berühmten Rennstrecke bot: Es war der erste Lauf im Rahmen der ETRC, bei dem es nach der großen Zäsur wieder richtig hoch herging und sich Tausende Besucher – die an den Eingängen ihren jeweiligen Gesundheitspass vorzeigen mussten – im Paddock und auf den Tribünen drängelten. Vor allem am Samstagabend bei der üblichen phongewaltigen Parade der Showtrucks war die Haupttribüne hoch über der Start- und Zielgeraden fast wieder so voll wie in alten Zeiten.

Kiss wieder im Clinch mit dem Reglement

Sofern die Trucks in den letzten Monaten auf die Rennstrecke durften, war dort ja kein Unterschied zu früheren Jahren auszumachen. Auch auf dem Circuit Bugatti ging es wieder recht munter zur Sache. Mit wenig Überraschungen, was den Top-Akteur angeht: Norbert Kiss schnellste Rundenzeit, Norbert Kiss bestraft. Diesmal leistete sich der ungarische MAN-Pilot am Samstag in der Superpole eine Unaufmerksamkeit (im Zweifel gilt die Unschuldsvermutung), wodurch er einen Kollegen auf einer schnellen Runde „ausbremste“. Die Folge: Startplatz 4 statt der Pole Position. Was Jochen Hahn dankend zur Kenntnis nahm und auch zu nutzen wusste. Der Rekordmeister kommt allmählich wieder in Tritt, wobei er allerdings immer noch nicht an die Fabelzeiten von Kiss heranreicht. Wohlgemerkt beurteilt mit den für Motorsportler gültigen Maßstäben. Abseits der Rennstrecke ist eine halbe Sekunde ein Wimpernschlag, auf der Rennstrecke kann es unter normalen Bedingungen eine halbe Ewigkeit sein. Hahn jedenfalls war auch nach den elf zu fahrenden Runden vorne und gewann das erste Championshiprace vor Antonio Albacete und Norbi Kiss, der sich an Sascha Lenz vorbeigeschoben hatte.

Start unter gelber Flagge

Der zweite Lauf war wieder einmal eines der Rennen, die erst nach zwei Runden spannend wurden: Weil es vor dem Start kräftig geregnet hatte, ließ die Rennleitung die ersten beiden Umläufe unter gelber Flagge fahren. Überholen war also erst mit Beginn der dritten Runde erlaubt. Allerdings hatten Jamie Anderson und Steffen Faas, die aus der ersten Reihe gestartet waren, das Pech, dass sich die Verfolger auf diesen Runden nicht abschütteln ließen. Und ohne ausreichenden Vorsprung ist beispielsweise ein Adam Lacko auf nasser Piste nicht zu halten. Das Duo wurde denn auch durchgereicht nach hinten, Lacko setzte sich zunächst an die Spitze, hatte diesmal allerdings keine Chance gegen den roten MAN aus Ungarn – Kiss versetzte den Tschechen ebenso wie zuvor Sascha Lenz, der sich immerhin über den Bronzeplatz freuen konnte.

Kursim holt sich den Sieg in Rennen vier

Am Sonntag durfte der Tabellenführer seine Pole Position auch einnehmen. Der erste Lauf war also de facto schon beim Start entschieden, zumal der wegen erneuten Regens wieder unter Gelb durchgeführt worden war. Kiss vor Lenz und Hahn, so lautete diesmal die Reihenfolge der Fahrer, die nach getaner Arbeit aufs Podium durften. Damit war es bei der Reihenfolge aus der Superpole geblieben. Im abschließenden Lauf fuhr sich Andrè Kursim den Frust, der sich während des „vergeigten“ Vortags angesammelt hatte, souverän von der Seele. Während sich hinter dem Iveco aus Berlin ein munteres Plätzetauschen abspielte, hatte sich Kursim mit einem cleveren Überholmanöver in der Anfangsphase des Rennens an die Spitze geschoben und so weit abgesetzt, dass die Verfolger nicht mehr herankamen. Auf dem Siegerpodest wurde der Deutsche von Shane Brereton und Adam Lacko (3.) flankiert.

Der nächste EM-Lauf findet schon am kommenden Wochenende in Jarama bei Madrid statt – und selbst wenn pandemiebedingt weniger Zuschauer erlaubt sein sollten: Für eine lautstarke Kulisse sorgen die spanischen Fans sicher auch in Unterbesetzung.

Unsere Experten
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
Experte für Flottenmanagement und angewandte Mobilitätsangebote Rolf Lübke Flottenmanagement und Mobilitätsangebote
Truck Sport präsentiert von
Element Teaser Truck Sport Die ganze Welt des Truck Sports auf eurotransport.de

Truck Race, Truck Trial und Truck Rallye