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European Truck Racing Championship 2018

In Most beginnt der Herbst

European Truck Racing Championship 2018 Most Foto: Richard Kienberger 80 Bilder

Die Sommerpause in der Truck Race Saison ist vorüber. In Most geht der Punktekampf weiter. Trotz der Witterung bleiben aber große Karambolagen aus.

03.09.2018 Richard Kienberger

Wer das Truckrennen in Most nur einmal im Leben besucht, kann das regelmäßige Muster nicht erkennen. Aber wenn man seit fast 25 Jahren immer am letzten August- oder ersten Septemberwochenende in das tschechische Industrierevier kommt, ist es ziemlich eindeutig – es gibt einen kalendarischen Herbstbeginn und einen wirklichen. In Most ist nicht nur die Sommerpause der Truckracer zu Ende, sondern auch der Sommer. In diesem Jahr war es wieder einmal besonders übel. Pünktlich zum Beginn der zweiten Saisonhälfte begrüßten heftige Regenschauer, Wind und nach dem heißen Sommer schaurig tiefe Temperaturen die Truckracer und ihre Fans.

Umso erstaunlicher war daher die Tatsache, dass die Rennen ohne größere Karambolagen über die Bühne gingen. Am Samstag wurden beide Rennen unter Gelb gestartet, Überholen war also erst ab Beginn der zweiten Runde erlaubt. Auch beim Warm up und beim Zeittraining am Sonntagmorgen wären angesichts der äußeren Bedingungen von der Piste gerutschte Trucks keine Überraschung gewesen. Doch die 18 Starter machten einen phantastischen Job und meisterten die extreme Herausforderung bravourös.

Lackos Husarenritt

Ansonsten brachte das fünfte von acht Rennen keinen neuen Erkenntnisgewinn: Das Feld ist dicht beisammen, es gibt zahlreiche Akteure, die einen Lauf gewinnen können. Den vielleicht süßesten Sieg seiner Karriere feierte René Reinert am Sonntag im abschließenden vierten Championshiprace. Da hielt er bis zum Ende der Elf-Runden-Distanz Ex-Champion Norbert Kiss auf Abstand, nachdem er tags zuvor, den sicheren Sieg und die karierte Flagge schon vor Augen, noch von Lokalmatador Adam Lacko ausgestochen worden war. Der Tscheche schaffte es, zweihundert Meter vor dem Ziel mit einem spektakulären Manöver in der letzten Kurve an Reinerts blauem MAN vorbeizuziehen. Die Rennkommissare besahen sich den Überholvorgang später nochmal aus verschiedenen Perspektiven am Bildschirm, fanden aber nichts Kritikwürdiges an Lackos Husarenritt.

Der noch amtierende Champion versetzte mit diesem Sieg seine zahlreich anwesenden Fans in einen Freudentaumel, nachdem er zuvor bereits den ersten Lauf in beeindruckender Manier gewonnen hatte. Dieses erste Championshiprace war insofern kurios, als die Startaufstellung am grünen Tisch entschieden wurde. Pole-Setter Albacete war ebenso wie drei weiteren Konkurrenten (Hahn, Kiss, Reinert) die schnellste Rundenzeit gestrichen worden, die das Quartett bei abtrocknender Piste erzielt hatte. Doch zu diesem Zeitpunkt wurden in einer Passage die gelben Fahnen geschwenkt, die Kommissare waren der Meinung, dass das nicht nur „Überholverbot" bedeute, sondern dass auch das Tempo gedrosselt werden sollte. Nach der Entscheidung übernahm Sascha Lenz die Pole Position, er musste sich in dem munteren Rennen nur dem überragenden Lacko geschlagen geben und wurde Zweiter. Lenz hat darüber hinaus noch ein anderes Kunststück vollbracht: Er ist der einzige Fahrer im Starterfeld, der in dieser Saison in jedem Wertungslauf punkten konnte.

Hahn noch immer vorn

Im ersten Sonntagsrennen erinnerte dann Jochen Hahn die Kollegen an seine Titelambitionen. Beim Start versetzte er Adam Lacko, der zuvor im Regen-Qualifying die schnellste Rundenzeit gefahren war, und baute danach seinen Vorsprung auf den Lokalmatador kontinuierlich auf knapp zweieinhalb Sekunden aus. Hahn führt die EM-Wertung immer noch mit eindrucksvollem Vorsprung an, Adam Lacko konnte die Lücke in Most nur unwesentlich verkleinern.

Das nächste Rennwochenende findet am 15./16. September in Zolder (Belgien) statt.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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