Europa Truck Trial 2019

Saisonstart in Belgien

Europa Truck Trial 2019, Belgien Foto: Markus Bauer 114 Bilder

27 Starter kämpfen beim Saisonauftakt 2019 in Belgien um die Krone im Europa Truck Trial. Das Gelände hat es in sich – Kleinholz en masse.

Auf den ersten Blick wirkt die Sandgrube im belgischen Mont-Saint Guibert wenig bedrohlich. Das Gelände ist auch in den Sektionen weitläufig, der Belag relativ griffig. Auf den ersten Blick… Denn die Kommissare haben die Baggerschaufeln geschwungen und die Tore teilweise mehr als anspruchsvoll gesteckt.

Angriff aufs Fahrwerk

Das bekommen am Sonntag Marcel Schoch und Johnny Stumpp gleich in der ersten Sektion des Tages zu spüren. Der MAN verkeilt sich so unglücklich, dass das hintere Achspaket praktisch abreißt. Lenker und Stoßdämpfer sind hinüber. Doch das Team hängt sich mächtig ins Zeug und ruft als Verstärkung einen original Dakar-Servicetruck herbei, der im Gelände eigentlich nur ausgestellt wird. Nach nur einer guten Stunde ist das Vierachser wieder flott und kann weiterfahren – ohne eine Sektion zu verpassen. Team Bodensee trifft es auch an der – frisch eingebauten, nagelneuen – Achse, allerdings schon vor der ersten Saison. So hatten sich Reiner und Erika ihren ersten Lauf 2019 nicht vorgestellt. Für die beiden bleibt nur die Zuschauerrolle.

Türen in Deckung

Weniger hart trifft es Alex Budde und seinen Actros. Der festgebackene Sand quetscht die Kabine. Dabei platzen an der Front die Zierleisten ab. Die Tür bekommt eine mächtige Delle. Team Funke #Steyr verbeult sich auch die Fahrertür. Die Situation ist ähnlich. Auch hier wird die Kabine vom Druck des Geländes verspannt. Die Tür öffnet sich wenige Zentimeter und verfängt sich beim Rückwärtsfahren im Sand. Dabei zerplatzt die Seitenscheibe, die Tür verbiegt sich und schließt nicht mehr. Felix und Leonie binden kurzerhand den Abschleppgurt an den Türrahmen, um den Schaden zu begrenzen.

Sprudelndes Öl und ein verirrter Notausschalter

Team Avia tritt in Belgien in veränderter Besatzung an. Radovan Svanda, Avia-Urgestein, springt für Katerina Ventlukova ein. Dass der Sonntag ein eher unsanftes Ende nimmt, geht aber bestimmt nicht auf seine Kappe. Gerade als Bohumir Cap den Zweiachser wieder aus einem Loch in der Sektion hinausschaukeln will, platzt der Bauch des Avia auf und eine schwarze Ölfontäne ergießt sich im hohen Bogen auf den Sand: Abpfiff.

Auch Team Funke #Ural muss eine der Sektionen aus einem eher unangenehmen Grund verlassen. Am Ural-Proto ist zwar eigentlich alles in Butter. Und auch das aktuelle Tor wäre machbar gewesen. Allerdings schlägt auch hier wieder einmal das Terrain zu. Mit der vorderen rechten Ecke nimmt Jürgen Funke die Sandwand aufs Korn. Blöd nur, dass sich dort auch der Notausschalter befindet. Trotz zusätzlich angebrachtem Schutzblech drückt das Erdreich den Schalter ein. Der erledigt seinen Job perfekt und legt den Ural still. Sicherheitshalber lässt er sich aus dem Fahrerhaus nicht mehr starten, sondern nur per Zug am Schalter. Das bedeutet das Aus – zumindest in dieser Sektion.

Pechvögel

Fortuna hat gleich mehreren Meisterteams den Auftakt verhagelt. Karl Vavrik, mehrfacher Titelträger und aktueller Vizemeister, stand noch am Samstag auf Platz eins der Tabelle. Am Ende muss sich der Österreicher mit einem engen Rang vier geschlagen geben. Ohne Faktor hätte es für den zweiten Platz gereicht. Die amtierenden Proto-Meister Fans on the Road kommen immerhin noch auf Platz drei. Bei den Vierachsern findet das HS-Schoch Hardox Truck Trial Team trotz des Kapitalen Technikschadens zurück zu alter Stärke und steht ganz oben. Bittere Pille für die Titelverteidiger: Rudi und Rudi Reicher landen mit fast doppelt so vielen Fehlerpunkten auf dem dritten Platz. Und auch bei den Dreiachser-Meistern vom BFS Trucksport Team läuft es zum Auftakt alles andere als rund. Am Ende bleibt für die Schwaben nur Rang fünf. „Wir waren das ganze Wochenende vom Pech verfolgt“, kommentiert Beifahrer Jan Plieninger das Ergebnis. Doch kein Grund zur verfrühten Sorge. Schließlich folgen in dieser Saison noch fünf weitere Läufe. Weiter geht es am Pfingstwochenende traditionell in Montalieu.

Ergebnisse des ersten Laufs:

Zweiachser:

  1. 201: Racing Team Avia Future, 847 Fehlerpunkte
  2. 204, Team Gangs of Sud Est, 854 FP
  3. 202, Team Plein Gaz, 1.311 FP
  4. 216, S.P.J. Truck Sport, 1.545 FP
  5. 207, Team Bardy-Allart, 1.862 FP
  6. 208, Team Envoi du Lourd Tonon, 2.365 FP
  7. 206, LVM, 2.971 FP
  8. 203, Dauphidrome, 3.135 FP

Dreiachser:

  1. 304, Team Alsace Truck, 652 FP
  2. 306, Zebra-Zil-Offroad-Team, 713 FP
  3. 311, Truck Sport Borzym, 788 FP
  4. 302, Truck Trial Team Funke #Steyr, 946 FP
  5. 301, BFS Trucksport Team, 954 FP
  6. 303, Team Koren, 956 FP
  7. 307, Philipp aus dem Hanfbachtal, 1.236 FP

Vierachser:

  1. 402, HS-Schoch Hardox Truck Trial Team, 829 FP
  2. 403, MSC TruckTrialTeam Cloppenburg, 1.185 FP
  3. 401, Truck Trial Team Reicher, 1.605 FP
  4. 404, Team BF71-1, 2.512 FP
  5. 405, Team BF71-2, 3.818 FP

Prototypen:

  1. P03, Team JCCMog, 356 FP
  2. P06, Team Manent-Cellier, 405 FP
  3. P01, Fans on the Road, 410 FP
  4. P02, KVK-Racing, 441 FP
  5. P05, Team les P’tits Suisses, 456 FP
  6. P04, Truck Trial Team Funke #Ural, 1.680 FP
  7. P07, Team Action Lev, 3.578 FP
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