EU fordert saubere Busse

Clean Vehicles Directive überarbeitet

Foto: Thomas Küppers

Die EU hat heute verbindliche Ziele für die Beschaffung von emissionsfreien Fahrzeugen durch örtliche Behörden und öffentliche Unternehmen beschlossen. Laut der überarbeiteten "Clean Vehicles Directive" muss zumindest ein Viertel der öffentlich beschafften Busse im Jahr 2025 und ein Drittel im Jahr 2030 "sauber" sein.

Europa treibt die Einführung sauberer Busse voran: Mittels der überarbeiteten "Clean Vehicles Directive" werden verbindliche Quoten für die Beschaffung von emissionsarmen und emissionsfreien Bussen in zwei Schritten bis 2025 und bis 2030 eingeführt. Die Hebelwirkung der neuen Richtlinie ist dabei enorm – laut der Angaben des europäischen Dachverbands der Umweltverbände, Transport & Environment (T&E), werden über 75 Prozent aller Busse öffentlich beschafft.

Die nationalen Ziele für die Vergabe öffentlicher Aufträge für umweltfreundliche Busse werden im Jahr 2025 europaweit zwischen 24 und 45 Prozent liegen, 2030 sollen es je nach der Größe der Bevölkerung des jeweiligen Landes und seines Bruttoinlandsprodukt (BIP) schon zwischen 33 und 66 Prozent sein. Die Hälfte dieser Ziele muss durch den Kauf von lokal komplett emissionsfreien Bussen erreicht werden – in Deutschland und Schweden beispielsweise werden damit fast ein Viertel der neuen öffentlichen Busse bis 2025 null Emissionen aufweisen.

Die andere Hälfte der Ziele kann dazu mit Bussen erreicht werden, die gemäß der "Infrastruktur für alternative Kraftstoffe"-Richtlinie mit fossilen Brennstoffen wie verflüssigtem und komprimiertem Erdgas (LNG und CNG) oder mit Biogas betrieben werden können.

Scharfe Kritik seitens Transport & Environment

"Dank dieses Gesetzes sollten auf den Straßen Europas deutlich mehr Elektrobusse eingeführt werden", erklärt Yoann Le Petit, Clean Vehicles Officer bei T&E, zur überarbeiteten "Clean Vehicles Directive". Die Richtlinie sei jedoch das absolute Minimum, es sei eine viel schnellere Aufnahme erforderlich. "Für die Bürger bedeutet das sauberere Luft, weniger Lärm und bequemere Busreisen. Für Busunternehmen in der EU wie Solaris und VDL ergeben sich neue Marktchancen."

Das Miteinbeziehen von mit Erdgas betriebenen Bussen kritisiert Le Petit scharf. "Das Zählen von fossil betriebenen Bussen als "sauber" entspricht nicht den Pariser Klimazielen oder dem Ziel der EU, bis 2050 eine Dekarbonisierung zu erreichen. Öffentliche Gelder sollten nicht als Subventionen für veraltete Gaswagen und Busse verschwendet werden. Bis 2030 sollten nur emissionsfreie Technologien mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden."

Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wiederum kritisiert, dass nicht auch Euro 6-Diesel in diese zweiten Hälfte der "sauberen Busse“ einbezogen werden, so Präsident Wortmann auf der ElekBu-Konferenz dieser Tage.

Auch Lkw und Transporter sind betroffen

Auch von öffentlichen Behörden beschaffte Müllfahrzeuge und andere schwere Nutzfahrzeuge müssen dank der "Clean Vehicles Directive" künftig sauberer fahren: So müssen bis 2025 zwischen 6 und 10 Prozent und bis 2030 zwischen 7 und 15 Prozent der neuen Lkw emissionsarm oder emissionsfrei fahren.

Auch, was saubere Autos und Transporter angeht, müssen die öffentlichen Unternehmen handeln – zwischen 18,7 und 38,5 Prozent der neuen leichten Nutzfahrzeuge müssen bis 2025 weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und bis 2030 gar komplett emissionsfrei sein.

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