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Erste Impfstoffe gegen Covid-19

Logistik laut Experten kein Problem

Foto: LUCIE GREINER

Die ersten erfolgreichen Impfstoffe gegen Covid-19 sollen noch dieses Jahr verteilt werden – die Logistiker sind gerüstet: Mit Trockeneis und der richtige Transportverpackung sind auch minus 70 Grad kein Problem.

Im Kampf gegen die weltweite Corona-Pandemie haben die beiden Pharmahersteller Pfizer und BioNTech Anfang der Woche positive Ergebnisse aus ihren Corona-Impfstoff-Studien verkündet. Basierend auf Angebotsprognosen, so teilt das Mainzer Unternehmen BioNTech mit, könnten „bis 2020 weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen“ und „bis 2021 bis zu 1,3 Milliarden Dosen“ hergestellt werden.

“Wir werden den Impfstoff bei minus 70 Grad verschiffen, er wird dann in zentralen Sites bei minus 70 gelagert, und wenn er dann zur Anwendung kommt, kann er dann fünf Tage im Kühlschrank gehalten werden oder bei Kühlschranktemperatur transportiert werden”, sagte BioNTech-Chef Prof. Ugur Sahin im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Minus 70 Grad mit Trockeneis

Für die Logistiker kein Problem: „Mit der richtigen Verpackungslösung sind die minus 70 Grad kein Problem“, sagt Markus Hoffmann, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei dem Hersteller für Formteile und Verpackungen aus Styropor, Schaumaplast aus Reilingen. Erhältlich sind Lösungen, die von einem zwei-Liter-Behälter bis zu einer kompletten Europalette reichen. „Unsere Produkte testen wir dazu auch qualifiziert in der Kühlkammer – mit Isolierverpackung und Trockeneis lässt sich die Temperatur bis zu 135 Stunden halten“.

Kühlung hält fünf Tage

Durch den Einsatz von Trockeneis – im Grunde festes Kohlenstoffdioxid CO2 - findet laut Hoffmann eine passive Kühlung statt: „Der minus 78 Grad kalte, feste Stoff verdampft ohne Rückstände und entwickelt dabei Energie, die für die Kühlleistung sorgt.“ Richtig verpackt sei somit auch ein Palettentransport bis zu fünf Tagen Dauer möglich.

Der auch auf temperaturgeführte Transport spezialisierte Dienstleister Transoflex sieht die größte Herausforderung bei der Lagerung, wenn dort ebenfalls minus 70 oder sogar 80 Grad Celsius verlangt werden – dann müssten Spezialkühlschränke beschafft werden, die für solche Temperaturen ausgelegt sind. Die Frage sei jedoch, ob diese Tiefkühlkapazitäten tatsächlich benötigt und wenn ja in welchem Umfang und für welchen Zeitraum werden, so eine Sprecherin des Unternehmens aus Weinheim.

Bruchsicherer Transport

Im Transport scheint die Lage einfacher zu sein. „Hier hat ein namhaftes Pharmaunternehmen offensichtlich für den eigenen Impfstoff auch eine Art Transportkoffer entwickelt, der die geforderte Temperatur bis zu fünf Tage garantieren soll“. Als Kühlmittel diene Trockeneis. „Im Prinzip handelt es sich bei dieser Lösung um ein Paket, dass im Hinblick auf Bruchgefahr vorsichtig transportiert werden muss, aber ansonsten keine Spezialanforderungen hinsichtlich temperaturgeführter Logistik hat.“

Wahrscheinlicheres Szenario: Kühlkette mit zwei bis Grad Celsius

Wahrscheinlicher ist für den Expressdienstleister nach eigenen Angaben das Szenario, dass die Impfstoffe, wenn sie zugelassen sind, als kühlkettenpflichtige Produkte eingestuft werden. „Dann müssten und könnten sie bei zwei bis acht Grad Celsius sicher gelagert und transportiert werden. Eine flächendeckende Verteilung kann dann beispielsweise in Deutschland und Österreich über Transoflex-Thermomed mit seinem aktiv temperaturgeführten Netzwerk erfolgen.“

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