Elektrobusse für Straßburg

Erster Kunde ordert Alstom Aptis

Foto: Alstom

Der französische Bahnkonzern Alstom hat den ersten Auftrag für seinen vollelektrischen Bus Aptis erhalten. Die Straßburger Verkehrsgesellschaft CTS ordert zwölf 12-Meter-Aptis mit jeweils drei Türen. Es werden die ersten Elektrobusse für CTS.

Dank seines außergewöhnlichen Designs mit weit nach außen verlagerten Achsen bietet der Alstom Aptis seinen Fahrgästen ein einzigartiges Beförderungserlebnis. Sein Einparksystem mit Allradlenkung für perfekte Anpassung an den Bürgersteig, seine 20 Quadratmeter große Vollniederflurfläche und seine breiten Doppeltüren sorgen für einen reibungslosen Fahrgastfluss und für bequemes Ein- und Aussteigen für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität oder Kinderwagen. Bis zu 95 Passagiere können befördert werden, zwei Rollstuhlplätze sind vorgesehen.

Der Alstom Aptis Elektrobus ist über seine gesamte Länge mit besonders großen Fenstern ausgestattet und bietet somit 25 Prozent mehr Fensterfläche als ein konventioneller Stadtbus. 25 Prozent ist auch die Zahl, die genannt wird, wenn es um die Einsparung an Verkehrsplatz durch die innovative Allradlenkung geht. Im hinteren Sitzbereich kann der Fahrgast einen Panoramablick auf die Stadt genießen, dieser ist allerdings konzeptionell erhöht und somit nicht völlig niederflurig. Inspiriert ist das Konzept natürlich aus dem Trambereich des Unternehmens, konkret stand das Modell Citadis zum Beispiel beim Traktionskonzept mit luftgekühlten PSM-Motoren mit 180 kW Pate. Die Reichweite bei Depotladung geben die Franzosen mit rund 200 Kilometern an.

Aptis mit Depotladungskonzept

"Wir sind sehr stolz auf diesen ersten Auftrag für den Aptis, unsere vollelektrische Mobilitätslösung. Der Aptis wird von den Alstom-Teams am Standort Hangenbieten im Elsass entwickelt. Wir freuen uns über das Vertrauen, das CTS in uns setzt", sagt Jean-Baptiste Eyméoud, Geschäftsführer von Alstom in Frankreich.

Die von Straßburg angefragten Fahrzeuge sind ausgelegt für langsames Aufladen über Nacht im Depot. Wenn nötig, kann der Aptis auch am Ende jeder Linie mit Hilfe bodenbasierter, induktiver Ladelösungen (das Alstom-eigene SRS-System) oder von oben mittels invertiertem – also infrastrukturfestem – Stromabnehmer aufgeladen werden.

Kosten auf Dieselbus-Niveau

Der Aptis soll laut Hersteller die Gesamtbetriebskosten optimieren, was durch reduzierte Wartungs- und Betriebskosten und durch eine längere Lebensdauer gegenüber konventionellen Bussen ermöglicht wird – der Hersteller spricht dabei von bis zu 20 Jahren. Die lokalen Behörden verfolgen deshalb das Ziel, Gesamtkosten in gleicher Höhe wie bei vorhandenen normalen Dieselbussen zu erreichen.

Seit September 2018 hat auch die CATP, Frankreichs zentrale Beschaffungsstelle für den öffentlichen Nahverkehr, in seinem Angebot an Elektrobussen für die öffentliche Beschaffung lokaler Behörden den Aptis gelistet. Durch diesen offiziellen Verweis können Mitgliedsbehörden Aptis-Fahrzeuge einfach und direkt über die CATP bestellen, sodass lange, kostenaufwändige Prozesse vermieden werden.

Testphase über 40.000 Kilometer

Seit der ersten Vorstellung des Aptis-Prototyps im März 2017 wurden mehr als 40.000 Kilometer unter realen Betriebsbedingungen mit vier Testfahrzeugen in Frankreich und in ganz Europa zurückgelegt. Auf diesen Testfahrten konnten die straßenbahnähnlichen Eigenschaften des Alstom Elektrobusses in einem neuen Kontext, seine gute Einbindung in den Stadtverkehr, seine Reichweite und sein Fahrerassistenzsystem getestet werden. Der Aptis gewann 2017 den Innovationspreis auf der internationalen Busmesse Busworld. Im Januar 2019 erhielt er auch das offizielle Label "Origine France Garantie", womit garantiert wird, dass mehr als 60 Prozent des Aptis-Mehrwerts französischer Herkunft ist.

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