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Elefantenhochzeit in der Logistikbranche

DSV übernimmt UTI Worldwide

Foto: Fotolia, DSV, UTI, Montage: Mannchen

Nun also doch: Der dänische DSV-Konzern übernimmt den US-Logistikdienstleister UTI Worldwide aus dem kalifornischen Long Beach.

09.10.2015 Matthias Rathmann

Die Elefantenhochzeit kommt etwas überraschend, denn noch im Frühjahr hatten DSV-Verantwortliche gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell erklärt: "Das wäre eine interessante Gesellschaft, die aber zu teuer ist. Aktuell gibt es hier keine weitere Bewegung, die Pläne liegen auf Eis."

Doch nun ist der Durchbruch in den Verhandlungen gelungen: DSV will den UTI-Aktionären nach eigenen Angaben 7,1 US-Dollar (6,3 Euro) pro Aktie bieten. Den Wert der Transaktion beziffert das dänische Unternehmen auf 1,35 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). In der Wachstumsstrategie von DSV sind Übernahmen ein integraler Bestandteil.

"Wir ergänzen uns beide perfekt, sowohl was unsere Geschäftsaktivitäten als auch was unsere geografische Präsenz angeht", erklärt DSV-Vorstandssprecher Kurt Larsen in einer Mitteilung. Vor allem die Luft- und Seefracht von DSV werde durch die Übernahme gestärkt. Positive Effekte ergäben sich aber auch in der Kontraktlogistik sowie im Landverkehr außerhalb Europas. Das gemeinsame Unternehmen wird nach DSV-Angaben 61 Prozent seiner Umsätze in Europa, dem Mittleren Osten und Nordafrika machen. 17 Prozent entfällt auf Amerika, 16 Prozent auf Asien und sechs Prozent auf das restliche Afrika.

Beide Unternehmen spielen, was Größe und Ausrichtung angeht, in einer Liga: DSV beschäftigt in mehr als 70 Ländern weltweit rund 23.000 Mitarbeiter und erzielte im vorigen Jahr einen Umsatz von 6,5 Milliarden Euro. UTI Worldwide hat in 59 Ländern rund 21.000 Angestellte und setzte im vergangenen Geschäftsjahr etwa 3,7 Milliarden Euro um. Beide Firmen sind auf Luft- und Seefracht, Distribution und Kontraktlogistik
spezialisiert.

UTI gilt als hochverschuldet, größter Gesellschafter ist der Investor P2 Capital Partners. Bereits vor mehreren Monaten hatte die Finanzgesellschaft Morgan Stanley den Auftrag bekommen, verschiedene Optionen zu prüfen, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen – darunter auch die Möglichkeit eines Verkaufs.

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