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Eektrische Antriebsachse von BPW

Lösung für Transporte in Innenstädten

Foto: BPW

BPW Bergische Achsen forciert Verkauf von 7,5-Tonnern mit elektrischer Antriebsachse eTransport, die sich online vorbestellen lassen.

Vier Hürden sehen Kritiker, wenn es um Elektromobilität geht: zu geringe Reichweite, fehlende Ladeinfrastruktur, weniger Zuladung aufgrund des Gewichts der Batterien sowie die hohen Kosten. Dass diese Hürden bei der Innenstadtbelieferung nicht gelten, erläuterte Markus Schell, persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter von BPW, im Anschluss an das Wiehler Forum. „Verteilerfahrzeuge fahren in der City nur bis zu 100 Kilometer am Tag, sie kehren nachts ins Depot zurück, wo sie über Nacht geladen werden können.“

Die Elektromobilität, sagte Schell, ermögliche außerdem neue Belieferungskonzepte wie Nachtlogistik, deren Wirtschaftlichkeit den höheren Anschaffungspreis kompensiere. Um das Gewicht der Batterien auszugleichen, habe BPW eine Lösung entwickelt: eTransport, eine elektrische Antriebsachse, deren E-Motor in die Hinterachse integriert ist. So lassen sich Differential, Kardanwelle und Abgasanlage entfernen, was Platz für die Batterie schafft. Nicht nur Altfahrzeuge lassen sich damit umrüsten, gleiches gelte auch für neue Lkw.

Serienproduktion der BPW eTransport Achse Foto: Jockel Stretz
Produktion der elektrischen Antriebsachse eTransport: Vorn im Bild die fertige Achse auf dem Prüfstand. Dahinter wird die Rekuperationsbremse montiert. Sie gewinnt Bremsenergie als elektrischen Strom zurück.

Das nächste Ziel für BPW ist nach Aussage von Schell, „bis 2021 ein leeres Chassis aufzurüsten.“ In Wiehl erfolge bereits heute die Produktion des elektrischen Antriebsstranges. Wo der Einbau in die leeren Chassis erfolgen werde, stehe noch nicht fest.

Bereits seit 2018 rüstet BPW das Fahrzeugmodell Vario von Mercedes-Benz um. Mit Paul Nutzfahrzeuge aus Vilshofen habe BPW mittlerweile 15 Varios umgebaut. „Zehn davon werden von externen Partnern getestet“, berichtete Schell. Partner, wie beispielsweise Logwin, Hellmann, UPS, die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln und die Berliner Stadtreinigung. Fünf dieser Fahrzeuge nutze BPW selbst im internen Werkverkehr sowie zu Testzwecken.

Zunächst konzentriert sich der Zulieferer mit der Lösung eTransport auf die Gewichtsklasse 7,5 Tonnen. Die Achse ist laut Schell aber so konzipiert, dass sie auch für höhere Tonnagen bis zu 26 Tonnen oder sogar 40 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt werden könne. „Wir sind offen für die Weiterentwicklung mit einem Partner.“ Weiter kann sich BPW genauso vorstellen, die eTransport-Achse direkt ans Band von Fahrzeugherstellern zu liefern und nicht zuletzt komplett neue Fahrzeugkonzepte anzubieten.

Zurzeit können interessierte Kunden online direkt bei BPW einen 7,5-Tonner unverbindlich vorbestellen. Mehr als 15 Unternehmen haben sich nach Auskunft von BPW bereits auf der Seite registriert und damit ihr Interesse an solchen Fahrzeugen signalisiert. „Die Gespräche mit Logistikern zeigen uns, dass die Bereitschaft, auf Elektromobilität umzustellen, schon jetzt sehr hoch ist“, sagte Schell. Allerdings fehle es derzeit noch an entsprechenden Fahrzeugangeboten zu wirtschaftlichen Preisen. „Das wollen wir mit der geplanten Chassis-Plattform ändern.“

Eine dieser eTransport-Achsen, ohne dass sie in einem Fahrzeug verbaut ist, hat BPW inklusive Leistungselektronik für ein Projekt an die Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen geliefert. Dabei geht es um die „Lebenszykluskosten-Reduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch individuell adaptierbaren Antriebstrang“. Im Rahmen des Projekts soll ein Baukastenkonzept entwickelt werden, um die Fertigung elektrischer Lkw zu beschleunigen und die Lebenszykluskosten zu senken. Und darüber hinaus, so sagte Schell, „sind wir mit weiteren Kunden um Gespräch.“

Die elektrische Antriebsachse eTransport

  • 136 PS
  • 2 x 50 kW für Steigungen bis 20 Prozent
  • 3. 290 Newtonmeter pro Rad für Fahrzeuge bis 7, 5 Tonnen
  • Maximale Geschwindigkeit 90 km/h
  • Skalierbare Lithium-Ionen-Batterie von 40 bis 120 kWh
  • 100 bis 150 km Reichweite
  • 2 bis 8 Stunden Batterieaufladezeit (Schnellladen 50 kW DC oder Normalladen 22 kW AC)
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