Schließen

Eckes-Granini verfolgt nachhaltige Ziele

Den zweiten Stern im Blick

Der Safthersteller Eckes-Granini plant den Ausbau des eigenen Fuhrparks und eine weitere Auszeichnung bei der Nachhaltigkeitsinitiative Lean and Green.

Die eigene Flotte ist im Trend, auch Verlader liebäugeln wieder damit. Das Unternehmen Eckes-Granini hat nie am eigenen Fuhrpark gezweifelt, stellt aber jetzt Überlegungen an, seine Flotte aus derzeit elf Fahrzeugen aufzustocken. Laut Steffen Riedel, Leiter Logistik bei Eckes-Granini Deutschland, ist selbst die Rückkehr zu einer EU-Gemeinschaftslizenz nicht mehr undenkbar.

„Im Mittelpunkt stehen dabei natürlich die Feuerwehraktivitäten der eigenen Flotte, aber auch außerhalb der Spitzen setzen wir unsere Fahrzeuge erfolgreich ein“, sagt Riedel. Dabei rechnet der Safthersteller die eigene Flotte wie einen externen Transportdienstleister ab, inklusive Frachtgutschrift: „So haben wir einen Blick auf die Kosten- und Ertragslage und erkennen auch, ob unsere Partner ebenfalls auskömmlich arbeiten können.“ Zum Großteil sind die langjährigen Logistikpartner des Unternehmens mittelständische Unternehmen – „flexibler und schlagkräftiger als die meisten Großen“ –, und auch weil Eckes-Granini immer noch ein Familienunternehmen sei, wolle man den Mittelstand unterstützen.

Jährlicher Umsatz 360 Millionen Liter

Eckes-Granini zählt zu den großen Herstellern von Fruchtsaftgetränken und Limonaden in Europa. Für den deutschen Markt erwartete das Unternehmen 2018 einen Umsatz von 360 Millionen Litern, hauptsächlich vertrieben über den Einzelhandel, zum Teil auch über Gastronomiekunden. Die Logistik steuern Riedel und sein Team vom Stammsitz in Nieder-Olm – darunter die Beschaffungslogistik an die Werke, etwa von gefrorenen Früchtekonzentraten aus Übersee, wie auch die Belieferung von Handel und Gastronomie. Nach der EDI-Bestellung übernimmt SAP das Werksrouting für die Kundenanfrage und bestimmt, ob der Kunde aus dem Werk Bröl/Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) oder aus Bad Fallingbostel (Heidekreis) beziehungsweise aus den externen Lagern von Logistikpartnern beliefert wird. Somit werden Querverbindungen vermieden.

Das Thema Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit wird bei der Logistik von Eckes-Granini großgeschrieben: Von Anfang an ist das Unternehmen Teil der Nachhaltigkeitsinitiative Lean and Green von GS 1 Germany, dieses Jahr wurde es mit dem ersten Lean-and-Green-Stern ausgezeichnet. „Innerhalb von fünf Jahren haben wir unseren CO2-Ausstoß um 21,78 Prozent reduziert“, so Riedel nicht ohne Stolz. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Eckes-Granini nicht zuletzt bei der Belieferung der Filialen von Lidl und Kaufland von Sammelgut auf Vollladung gewechselt und die Partnerspeditionen angehalten, Rundläufe zu bilden und Kapazitäten besser auszulasten.

Nachhaltigkeitsaudit analysiert Sendungsdaten von 35.000 Transporten

„Geholfen hat uns dabei, dass wir mit unserer Logistik bereits den Green Check von Fumo durchlaufen hatten“, sagt Riedel. Durch das Nachhaltigkeitsaudit des Anbieters aus Dornstadt wurden die Umweltdaten aus den Bereichen des eigenen Fuhrparks und des Managements erfasst, aber vor allem die Jahres-Sendungsdaten von 35.000 Transporten analysiert und daraus die Verbräuche der Fuhrparkpartner und deren Leerkilometeranteil ermittelt. Bis heute werden im Rahmen eines sogenannten Dashboards von Fumo die Verbräuche und Emissionen auf Tonnenkilometer-Basis errechnet und beobachtet.

Das nächste Ziel von Eckes-Granini im Rahmen von Lean and Green ist jetzt der zweite Stern. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative will sich das Familienunternehmen in sozialen Projekten engagieren – etwa in einer Fahrrad-Charity zugunsten der Deutschen Kinderkrebshilfe. Sie wird die teilnehmenden Mitarbeiter von der Zentrale Nieder-Olm nach Paris führen.

CO2-Emissionen in der Logistik sollen weiter reduziert werden

Darüber hinaus ist konkret die nationale Distribution im Fokus: Die CO2-Emissionen in der Logistik sollen weiter reduziert werden, indem Umfuhren vermieden und Leerkilometer verringert werden – etwa durch mehr Rundläufe mit Voll- und Leergut durch die eigene Flotte und Rückfrachten durch die schon erwähnte EU-Lizenz.

Auch die Bahn spielt bei den Einsparungszielen eine Rolle: Laut Riedel gab es bereits testweise einen Transport von Mannheim nach Bad Fallingbostel im Rahmen der Werksversorgung. „Da ist die Laufzeit nicht so kritisch wie bei Kundenbelieferungen“, sagt der Logistikleiter. Es soll zudem weiter erprobt werden, wie die Schiene in puncto Umschlag und Flexibilität agiert.

Kooperationen erwünscht

Zudem steht das Thema Kooperation im Raum: Gemäß Riedel hat Eckes-Granini keine Berührungsängste, um bei der Handelsdistribution die Ressourcen zu bündeln, etwa mit einem anderen Hersteller oder Händler. Einzige Voraussetzung ist der Einsatz von Code-XL-Fahrzeugen, Kofferaufbauten wären wegen fehlender Rampen schwierig.

Lean and Green ist nicht die einzige Initiative, die Riedel und sein Team verfolgen: Der Logistikbereich von Eckes-Granini ist auch Fair Truck beigetreten, einer Aktion der Logistik-Initiative Hamburg, bei der sich Unternehmen zu einem fairen Umgang mit den Fahrern verpflichten. Damit will das Saftunternehmen seiner Suche nach neuen Kraftfahrern Nachdruck verleihen. „Ein Berufskraftfahrer erhält bei uns das Gehalt eines Produktionsmitarbeiters, hat immer die gleichen Kunden und das gleiche Gut und ist sehr oft abends zu Hause“, sagt Riedel – dennoch ist wie überall die Mitarbeitersuche schwierig. Die Teilnahme an Fair Truck, wo Fernfahrer die Unternehmen auf einer Plattform bewerten können, soll unterstreichen, dass der Hersteller es mit seinen Fahrern ernst meint. Die Meinung der Fahrer ist Riedel wichtig – der Schutthaufen vor den Sozialräumen in Bröl, die derzeit auf Anregung der Fahrer modernisiert werden, zeigt dies.

Das Unternehmen

  • -Eckes wurde 1857 gegründet. Eckes-Granini mit Sitz im rheinhessischen Nieder-Olm gibt es seit 1994. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 1.800 Mitarbeiter.
  • In Deutschland hat das Unternehmen die beiden Produktionsstandorte Bröl (Hochregallager mit 35.000 Palettenstellplätzen) und Bad Fallingbostel (20.000 Paletten-Stellplätze), im europäischen Ausland ist die Unternehmensgruppe mit eigenen Produktionsstandorten sowie durch Partnergesellschaften vertreten.
Unsere Experten
Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Experte für Flottenmanagement und angewandte Mobilitätsangebote Rolf Lübke Flottenmanagement und Mobilitätsangebote
Aktuelle Fragen Ziffer 95 und Überführungsfahrten Brauche ich die Ziffer 95 für Überführungsfahrten? LNG/LPG (Unterschied) Warum LNG statt LPG? Schuhpflicht Als Berufskraftfahrer barfuß am Steuer - erlaubt oder nicht?
FERNFAHRER Reporter App
Element Teaser Reporter App Die Foto-Community für Fahrer und Lkw-Fans

Jetzt App für iOS oder Android herunterladen!

Betriebsstoffliste 2020
Element_Teaser_BL_2020 Mehr als 2.500 Produkteinträge

Immer auf dem neuesten Stand: Die DEKRA Betriebsstoffliste 2020

Kostenloser Newsletter
eurotransport Newslettertitel Jetzt auswählen und profitieren

Maßgeschneidert: Die neuen Themen-Newsletter für Transportprofis.

Who is Who
Who is Who Nutzfahrzeuge 2019 WHO IS WHO Nutzfahrzeuge

Alle Hersteller, Zulieferer und Dienstleister für Nutzfahrzeugflotten.

eurotransport.de Shop
Web Shop Content Teaser Der Shop für die, die es bringen.

Zeitschriften, Bücher, Lkw-Modelle, Merchandising und mehr.