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Zukunft.de widmet sich der E-Mobilität

500 E-Transporter für die Innenstädte

eCrafter Hannover Foto: Hermes Germany

Zukunft.de heißt ein vom Bund gefördertes Projekt, um die letzte Meile sauberer zu machen.

Die innerstädtische Paketzustellung soll elektrischer werden. Das ist das Ziel des Projekts „Zustellverkehre kundenfreundlich, nachhaltig, flexibel und transparent. Durch Emissionsfreiheit“ (Zukunft.de), das der Bund mit insgesamt 9,9 Millionen Euro unterstützt. Ziel ist es, rund 500 elektrisch angetriebene Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse in den Innenstädten von Hamburg, Stuttgart, Heilbronn, Mannheim, Darmstadt und Frankfurt einzusetzen, auf Praxistauglichkeit zu testen und die gesammelten Erfahrungen zu teilen. Beteiligt sind die vier führenden KEP-Dienste DPD Deutschland, GLS Germany, Hermes Germany und UPS Deutschland. Fahrzeugseitig unterstützen die Automobilhersteller Daimler und VW die Projektpartner mit E-Vitos und E-Sprintern sowie E-Craftern.

DPD testet beispielsweise in Hamburg bereits seit Anfang des Jahres zwei Fahrzeuge in der bevorzugten Fahrzeugklasse bis 3,5 Tonnen. Bis Ende 2020 wird der Dienstleister im Rahmen des Projekts rund 60 E-Fahrzeuge einsetzen. Im ersten Schritt wird es sich dabei um VW E-Crafter handeln. „Die ersten Erfahrungen an unserem Depot in Hamburg-Wilhelmsburg bestätigen unsere Zuversicht, dass das ein wichtiges Projekt werden wird und ein großflächiger Umstieg auf emissionsfreie Transporter keine Utopie mehr ist“, lobt Boris Winkelmann, CEO von DPD Deutschland.

Nachhaltiges Handeln

Auch GLS Germany treibt die Innovation auf der letzten Meile aktiv voran und setzt in vielen Städten bereits auf alternative Lösungen wie E-Transporter oder Lastenräder. Das Unternehmen startete bereits vor zehn Jahren seine Umweltinitiative „Think Green“, um das nachhaltige Handeln zu fördern. „Die Teilnahme an Zukunft.de ist daher für uns ein konsequenter nächster Schritt, um die Elektromobilität in unserer Zustellorganisation auszu­bauen“, sagt GLS-Sprecherin Anne Putz. Die Unterstützung aller beteiligten Akteure, unter anderem von Politik und Verwaltung, der Energiewirtschaft und den Fahrzeugherstellern, sei wichtig. „Die Konstellation im Projekt ist gut, weil dort alle Akteure zusammenkommen“, fügt sie hinzu. Jeder Projektpartner leiste einen inhaltlichen Beitrag. GLS werde sich schwerpunktmäßig mit den Veränderungen der innerbetrieblichen Prozesse von KEP-Unternehmen durch den Einsatz von Elektromobilität befassen.

„Das Förderprojekt Zukunft.de erlaubt uns, mit erprobten, tragfähigen Konzepten den Einsatz von Elektro- beziehungsweise Hybrid-Fahrzeugen schneller auszuweiten und so einen noch umfassenderen Beitrag daran zu leisten, die Schadstoffbelastung in Städten zu reduzieren“, sagt UPS-Sprecher Holger Ostwald gegenüber KEP aktuell. UPS verfolge bei seinen Fahrzeugen eine Strategie der „rollenden Labore“. Damit teste der KEP-Dienst in der Praxis, welche Technologien bereits für das operative Geschäft funktionieren – und an welchen Stellen es noch Optimierungsbedarf gibt. UPS setzt seit 2008 in Deutschland umgebaute 7,5-Tonnen-Elektrotransporter in der Zustellung ein. Diesel-Fahrzeuge erhalten somit ein zweites, umweltfreundlicheres Leben.

Kollektive Aufgabe

Hermes plant, in den kommenden Jahren 1.500 E-Transporter auf die Straße zu bringen, die für saubere Innenstädte sorgen. Der Rollout startet 2019. „Unser Ziel ist klar gesetzt: Bis 2025 möchten wir in allen deutschen Städten emissionsfrei zustellen“, sagt Olaf Schabirosky, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hermes Germany. Zusätzlich will der KEP-Dienst seine Paketshops ausbauen und verstärkt auch Lastenräder einsetzen. Doch Nachhaltigkeit sei eine kollektive Aufgabe. „Nur wenn Handel, Logistik und Politik eng zusammenwirken, gibt es messbaren Fortschritt“, betont er. Das Projekt Zukunft.de passe hervorragend zur Nachhaltigkeitsstrategie von Hermes.

Neben der Praxiserprobung der E-Fahrzeuge steht auch die Entwicklung des Lade- und Lastmanagements an den beteiligten Depotstandorten im Fokus. Hinzu kommen Konzepte zur Skalierbarkeit für einen flächendeckenden bundesweiten Einsatz, heißt es. Das Projekt soll nichts Geringeres zum Ziel haben, als die „Umsetzung eines elektromobilen Transformationsprozesses in weiten Teilen der KEP-Branche einzuleiten“. Mit anderen Worten: Was die Deutsche Post mit ihrem Streetscooter vorgemacht hat, wird nun auch von der Konkurrenz umgesetzt.

Projektlaufzeit bis Ende 2020

An dem Verbundprojekt sind elf direkte und weitere fünf assoziierte Partner beteiligt. Neben den vier genannten Vertretern der KEP-Branche sind dies Daimler und VV mit ihren E-Transportern sowie die Energieunternehmen Stromnetz Hamburg und EnBW. Wissenschaftlich wird das Vorhaben von der Frankfurt University of Applied Sciences, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie der Kühne Logistics University begleitet. Bei der Koordination wird die Hamburger Projektleitstelle Hy-Solutions von der E-mobil BW und dem Hessischen Wirtschaftsministerium unterstützt.

Das Projekt läuft bis Ende 2020. Von den vom Bundesverkehrsministerium zur Verfügung gestellten 9,9 Millionen Euro werden 7,4 Millionen Euro direkt in den emissionsfreien Paket- und Lieferverkehr investiert, 2,5 Millionen Euro sind für den weiteren Projektverlauf reserviert. „Wir wollen Fahrzeuge, die jeden Tag und ständig in der Stadt unterwegs sind, sauber machen“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei der Vorstellung von Zukunft.de. Dass die deutsche Fahrzeugindustrie, die Politik und der Dienstleistungssektor in der Lage seien, mit gemeinsamer Kraft ambitionierte Ziele in Angriff zu nehmen und auch umzusetzen, lobte Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg. „Hierfür ist es ja auch höchste Zeit“, sagte er. Wenn es auf breiter Ebene gelingen würde, die Elektrifizierung gewerblicher Fuhrparks so konsequent voranzutreiben wie bei den im Projekt beteiligten Unternehmen, wäre das ein echter Paradigmenwechsel zu umwelt- und klimafreundlichem Transport. Zukunft.de sei daher beispielgebend.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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