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DSLV hat einen neuen Präsidenten

Mathias Krage übergibt an Axel Plaß

Foto: Kathrin Heller/DSLV

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) hat einen neuen Präsidenten: Axel Plaß folgt auf Mathias Krage.

Axel Plaß, Geschäftsführender Gesellschafter der Zippel-Gruppe aus Hamburg, folgt auf Mathias Krage, der den Verband neun Jahre führte. Krage bleibt dem Leitungsgremium als Vizepräsident und Schatzmeister erhalten, Johannes Offergeld, (Offergeld Spedition, Würselen) ist der dritte Mann im Bunde. Damit ist das Gremium künftig komplett, denn bei der DSLV-Mitgliederversammlung am Freitag in München machten die Delegierten den Weg frei für eine Verkleinerung des Präsidiums von fünf auf drei Mitglieder.

DSLV gibt sich neue Führungsstruktur

Gleichzeitig hat der Verband ein erweitertes Präsidium ins Leben gerufen, dem die Vorsitzenden der sechs Fachausschüsse (Luftfracht, Straße, Schifffahrt, Binnenhäfen, Soziales, Automobillogistik) angehören. Gemeinsam mit dem Präsidium solle dieser Kreis künftig über die verkehrsträgerübergreifenden Leitlinien der Verbandspolitik entscheiden, erklärte Plaß in seiner ersten Ansprache als Verbandspräsident. Mit dieser Struktur könne man die durchaus heterogenen Interessen der rund 3.000 Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Größen abbilden.

Der 52-jährige Plaß, der im DSLV bereits den Fachausschuss Schienengüterverkehr geleitet hatte, räumte ein, dass es für ihn ein besonderer Tag sei und er Respekt vor dem neuen Amt habe. Er würdigte Krages Engagement für den Verband und nannte exemplarisch die Umsetzung der Fusion unterschiedlicher Verbände zum DSLV, den Umzug der Geschäftsstelle von Bonn nach Berlin, aber auch die Gründung der Vermarktungsgesellschaft Logistics Alliance Germany (LAG), die wesentlich Krages Handschrift trage.

Plaß: Nachholbedarf bei digitaler Infrastruktur

Plaß sprach die wesentlichen Branchenthemen und Herausforderungen an. Das sei einerseits die digitale Transformation. Hier sieht er Politik und Unternehmen besonders gefordert. Während Deutschland aufgrund seiner guten Verkehrsinfrastruktur von der Weltbank erneut den Titel des Logistikweltmeisters verliehen bekommen habe, gebe es bei der digitalen Infrastruktur noch deutlichen Nachholbedarf.

„Das Internet der Dinge wird Sendungen intelligenter machen und sie möglicherweise in die Lage versetzen, ihren Transport selbst zu organisieren“, skizzierte Plaß. Automatisierte Fahrzeugtechnologien werden den Verkehrsfluss seiner Prognose nach verbessern und die Verkehrssicherheit erhöhen. „Ob und wann vollautonome Fahrzeuge und Lkw-Platoons den Fachkräftemangel beheben werden, ist derzeit allerdings vollkommen offen“, sagte er.

Letzterer ist die nächste harte Nuss, die es zu knacken gilt. „In Deutschland fehlen bis zu 40.000 Berufskraftfahrer“, erklärte Plaß. Die Gründe, dass der Nachwuchs ausbleibt, sieht er in Punkten wie der Entlohnung sowie schlechten Bedingungen auf Autobahnen, Parkplätzen und Handelsrampen. Der Engpass hat für Speditionen mit eigenem Fuhrpark erhebliche finanzielle Folgen, wie der neue Kostenindex Sammelgutspedition zeigt. Danach stiegen bei den Stückgutspeditionen die Personalkosten allein im ersten Halbjahr 2018 um 10,3 Prozent.

Vor der Fachpresse sagte Plaß anschließend, dass der Fahrermangel beunruhigende Ausmaße annehme. Von Versorgungsausfällen wollte er aber noch nicht sprechen, eher von Qualitätseinbußen aufgrund des Engpasses. Die deutsche Logistik bleibe daher sowohl beim Laderaum als auch beim Fahrerbedarf auf Angebote aus dem Ausland angewiesen. „Aber auch dort verschärft sich inzwischen der Fachkräftemangel mit Folgen für die Lohnentwicklung“, ergänzte der Unternehmer aus Hamburg. Dadurch würden die Diskussionen über Anwendbarkeit oder Nichtanwendbarkeit des Entsenderechts im internationalen Straßengüterverkehr schleichend obsolet.

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