Driving Ahead

Innovation als Unternehmenskultur

Foto: ETM, Knut Zimmer

Der Zukunftspreis 2017 des Dialogforums Driving Ahead geht an die Elflein Spedition & Transport. Geschäftsführer Rüdiger Elflein über den Einsatz des Lang-Lkw und die Zukunft des emissionsfreien Gütertransport.

Im Frühjahr 2015 hat die Redaktion trans aktuell zusammen mit dem Reifenhersteller Goodyear das Dialogforum Driving Ahead ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Gesprächsinitiative über zukunftsrelevante Trends im Transportwesen der D-A-CH-Region vergibt eine unabhängige Jury bestehend aus Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und Redaktion zweijährig den Driving-Ahead- Zukunftspreis. Von den fünf nominierten Transportunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnte sich die Elflein Spedition & Transport aus Bamberg gegenüber den Mitbewerbern durchsetzen.

Das 1932 gegründete Familienunternehmen, das nach eigenen Angaben aus einer vor 150 Jahren erworbenen Kornmühle hervorgegangen ist, zählt heute mit 1.250 Mitarbeitern, elf Niederlassungen in Deutschland, Tschechien und Polen und einer Logistik- und Servicefläche von 60.000 Quadratmetern zu den festen, mittelständischen Transportgrößen Europas. Stärkstes Standbein ist der Bereich Automotive. Zu den Kunden Elfleins zählen namhafte OEMS sowie deren Zulieferer. Diese machen inklusive Logistik rund 80 Prozent des Auftragsvolumens aus. 40 und 50 Fahrzeuge der insgesamt 380 Lkw sind allerdings auch für den Lebensmitteleinzelhandel unterwegs.

Innovation tief im Unternehmen verwurzelt

Wir sind da vielleicht etwas konservativ unterwegs, aber wir kaufen unsere Fahrzeuge immer noch selbst“, berichtet Geschäftsführer Rüdiger Elflein, der nach eigenen Angaben die Dinge immer noch gerne selbst in der Hand hält und auch gerne mit gutem Beispiel voran geht. „Das muss ich auch“, gesteht der sympathische Steuermann, „denn alles was ich von meinen Mitarbeitern fordere, muss ich selbst auch vorlegen können.“  Wie wichtig dabei das Thema Ressourcen-Effizienz für das Unternehmen ist, zeigt sich im der tief verwurzelte Innovationsgedanke, der das Unternehmen zu einem der wichtigsten Wegbereiter des Lang-Lkw macht.
 
Alles begann 2012, als der Logistiker den ersten Lang-Lkw für die Automobilindustrie auf die Straße brachte. „Dieses Projekt wäre damals nie in die Praxis gelangt", erinnert sich Elflein, „wenn nicht ein OEM-Mitarbeiter den Mut gehabt hätte, die alleinige Verantwortung für dieses Projekt zu übernehmen.“ Nur zwei Jahre später verfügte die Spedition über die größte Lang-Lkw-Flotte in Deutschland – ein Fahrzeug-Konzept von dem der Transporteur auch heute noch überzeugt ist. „Heute sind wir bei 24 Stück. Die Anschaffung von vier weiteren 25-Meter-Züge ist bereits in der Umsetzung und ich rechne damit, dass im nächsten Jahr noch einmal zehn weitere dazu kommen werden“,  attestiert der Geschäftsführer.

20 Prozent weniger CO2 dank Lang-Lkw

Und die Resultate geben ihm Recht. Im direkten Vergleich benötigt das Unternehmen nach eigenen Angaben beim Transport via Mega-Aufliegern 41 Fahrten, um das Auftragsvolumen der Automobilindustrie stemmen zu können. Mit dem Lang-Lkw sind es nur 26 Fahrten. Das spart nicht nur 10.000 Kilometer Wegstrecke am Tag sondern reduziert den CO2-Ausstoß von 5.006 Tonnen auf jährlich 3.779 Tonnen. „Wir haben seit Einführung inzwischen etwa zehn Millionen Kilometer mit dem Lang-Lkw zurückgelegt und konnten so den CO2-Ausstoß der gesamten Flotte um bis zu 20 Prozent senken“, berichtet Elflein. Für ihn ist der Lang-Lkw deshalb ein durchschlagender Erfolg. „Aber auch nur dann, wenn das Fahrzeug auch wirklich komplett ausgelastet wird – auf Hin- wie auch auf dem Rückweg“. Und hier zeigt sich auch die Motivation, die die Elflein Spedition & Transport antreibt weiter an der Effizienzschraube zu drehen. „Ich denke dass Innovationen und Effizienzoptimierung ohne ökonomische Anreize nie den Erfolg hätten“, sagt Elflein. Deshalb arbeite man bei Elflein momentan auch daran den Lang-Lkw weiter zu optimieren. „Zudem wollen wir verstärkt auf den zweiachsigen Trailer einsetzen“, blickt Elflein in die Zukunft. Der Kauf von weiteren 40 bis 50 Stück sei bereits im Gange.

Der schlechte Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors

Und doch ist seiner Meinung nach die Innovationsgrenze auf technischer Seite langsam erreicht ist. „Wenn wir die Erfahrungen des Efficiency Runs in weitere Optimierungen einfließen lassen, im Platoon und noch vorausschauender fahren, sind meiner Meinung nach vielleicht noch 10 bis 15 Prozent mehr drin“, blickt der Transportprofi realistisch in die Zukunft. Doch die Hauptursache der drohenden Effizienzstagnation ist seiner Meinung der schlechte Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors. „Wenn wir den Energiefluss betrachten, vom aus der Erde gepumpten Treibstoff bis hin zur Energie, die der Reifen auf die Straße bringt, dann liegen wir bei einer Ausnutzung von lediglich 40 bis 50 Prozent.“ Im Vergleich dazu liege die Energieausnutzung des Elektromotors laut Elflein bei 80 bis 90 Prozent, weshalb seiner Meinung nach kein Weg mehr an der Elektromobilität vorbei führt. „So ein Elektromotor ist zudem deutlich kleiner als Verbrennungsmotor wodurch reichlich Bauraum für Batteriepacks unterhalb des Fahrerhauses frei wird“, bewertet Elflein die Möglichkeiten der neuen Antriebstechnik. Auch sei unter den Aufliegern genügend Platz für Akkus. „Wenn wir es dann noch schaffen bei einem Aktionsradius von 80 Kilometern den Lkw zum Aufladen an eine Oberleitung zu bringen, wird die Elektromobilität und der Oberleitungs-Lkw im Speziellen schneller kommen als manche denken“, blickt Elflein in die Glaskugel.

IT-Lösungen mit Zukunftspotential

Doch bis es so weit ist sieht Elflein das größte Innovationspotential in den Themen Vernetzung und IT. „Wir müssen diesen Bereiche weiterentwickeln“, fordert Elflein. Hier sei das Ziel dem Kunden mehr Transparenz zu bieten und die Fahrzeuge noch besser auszulasten, denn seiner Meinung nach gibt es einfach immer noch zu viele gefahrene Leerkilometer. Deshalb treibe man bei Elflein auch das IT-Thema weiter voran. Derzeit beschäftigt der Logistiker zwei Experten, ab November 2017 werden es vier sein, die an der Vernetzung im Unternehmen arbeiten werden. „Ziel des Projektes ist es ein System zu entwickeln, das den Spediteur nicht mit Informationen überflutet, sondern nur dann informiert, wenn auf dem Transportweg irgendetwas nicht funktioniert. Einen solchen Ansatz verfolgt auch der Juror Goodyear mit seinem Servicepacket „Goodyear Proactive Solutions“, das der Elflein Spedition & Transport als Gewinner des Driving Ahead Awards 2017 als Preis zur Verfügung gestellt wird. Schleichende Luftdruckverluste und steigende Temperaturen im Lkw-Reifens werden laut Hersteller so frühzeitig erkennt und über einen eigens dafür entwickelten Logarithmus verarbeitet. So lassen präzise Vorhersagen treffen mit dem Ziel, den Spediteur über einen drohenden Ausfall zu informieren noch bevor er entsteht. Der Flotteneinsatz wird zeigen, ob dieser Service mit dem Innovationsanspruch der Spedition Elflein mithalten kann.

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