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Digitalisierung im Fokus

Dekra sieht Zeichen für eine Belebung

Foto: Dekra

Die Prüforganisation Dekra will im laufenden Jahr wieder wachsen, 1.000 zusätzliche Leute einstellen und 100 Millionen Euro für Investitionen mobilisieren.

Die Prüforganisation Dekra geht von einer anhaltenden wirtschaftlichen Belebung aus, entsprechend zuversichtlich blickt Vorstandschef Stefan Kölbl ins Jahr. „Dekra wird dieses Jahr auf den langjährigen Wachstumskurs zurückkehren“, kündigte er am Montag bei einer Videokonferenz vor der Presse an. Vor allem in Asien, aber auch in Westeuropa registriere Dekra ein anziehendes Geschäft. Von Januar bis März ist der Umsatz um 3,1 Prozent auf 793 Millionen Euro gestiegen.

Bis 2025 plant Dekra 500 Mio. Euro an Investitionen

Der Dekra-Chef kündigte für das laufende Jahr Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro an, bis 2025 nimmt das Unternehmen insgesamt 500 Millionen Euro für Investitionen in die Hand. Die Mittel sollen vornehmlich in die Digitalisierung, neue Dienstleistungen, aber auch für Firmenübernahmen fließen. Um das erwartete Wachstum zu bewältigen, will Dekra dieses Jahr mindestens 1.000 neue Stellen in der Stammbelegschaft schaffen. Rund 400 zusätzliche Mitarbeiter seien allein in Asien erforderlich, das Kölbl als das ökonomische „Powerhouse“ bezeichnete. Dort werde für die Welt produziert, also brauche es auch Prüflabore vor Ort. 2020 hatte die Prüfgesellschaft ihre Stammbelegschaft bereits um knapp 400 auf rund 30.000 Mitarbeiter aufgestockt. Inklusive der Sparte Zeitarbeit beschäftigt Dekra weltweit fast 44.000 Leute.

Ein Haupttreiber des Geschäfts ist die Digitalisierung. „Bis 2025 werden wir unser komplettes Dienstleistungsportfolio digitalisiert haben“, kündigte Dekra-Chef Kölbl an. Er nannte mehrere Beispiele, wie Dekra schon heute Prüfdienstleistungen digital im Remote-Modus erbringt. Zum Beispiel prüfte das Unternehmen das Qualitätsmanagement eines E-Mobilitätsdienstleisters nach ISO 90001 rein digital. Auch sind die Sachverständigen in der Lage, Schadenmanagement an Fahrzeugen oder Gebäuden auf Basis von Handyfotos über digitale Endgeräte abzuwickeln. Die Ergebnisse seien günstiger und schneller – „ein echter Durchbruch für Remote-Services“, resümierte Kölbl und kündigte an: „Wir geben Vollgas bei der Digitalisierung von Prüfprozessen.“

Testverbund beim vernetzten Fahren vergrößert

Entsprechendes Know-how ist nach Dekra-Auffassung auch rund um das Internet der Dinge und das vernetzte Fahren erforderlich. Ohne vorherige Prüfung seien smarte und vernetzte Produkte anfällig für Angriffe oder stark ausfallgefährdet, erläuterte Vorstandschef Kölbl. Daher hat Dekra am Stammsitz Stuttgart neue Labore in Betrieb genommen und die Movon Corporation aus Südkorea übernommen, um die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu prüfen und die Expertise bei der Hochfrequenzprüfung auszubauen. Der Vertrag zur Übernahme eines weiteren EMV-Labors in Norditalien wurde erst vorigen Freitag unterzeichnet. Mit Blick auf das vernetzte Fahren baut Dekra auch im ostchinesischen Deqing einen Teststandort auf, Partner eines Joint Ventures dort ist das Zhejiang Intelligent Connected Vehicle Innovation Center. Der neue Standort ergänzt den weltweiten Testverbund um die beiden Standorte Malaga und Klettwitz (Lausitzring).

Dass Digitalisierung Chefsache ist, zeigt Dekra auch durch entsprechende Veränderungen im Vorstand: Seit April in dem Gremium vertreten ist die IT-Expertin Ulrike Hetzel, die als CTO den Aufbau neuer digitaler Kompetenzen weiter voran treiben soll. Sie ist die erste Frau im Dekra-Vorstand und war zuvor bei IBM und Bosch tätig. Ebenfalls neu im Dekra-Vorstand ist Stan Zurkiewicz, der als COO die weitere globale Expansion verantwortet. Der gebürtige Pole war zuvor viele Jahre für Dekra für die Geschäfte in Asien verantwortlich.

Dekra führt 27 Millionen Fahrzeugprüfungen durch

Abseits von digitalen Aktivitäten erzielte Dekra 2020 auch Erfolge im klassischen Prüfgeschäft. Das Unternehmen stieg in die Prüfmärkte Chile und Mexiko ein und bietet nun in 22 Ländern periodische Fahrzeugüberwachungen an. Dekra ist mit jährlich etwa 27 Fahrzeugprüfungen, davon rund zehn Millionen in Deutschland, Marktführer. In diesem Geschäft konnte Dekra im Corona-Jahr 2020 auch weiter zulegen und den Umsatz um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro steigern.

Über alle Aktivitäten hinweg gab es 2020 einen Rückgang um 6,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, ohne die Zeitarbeit beläuft sich der Rückgang auf minus 1,9 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank um 13,7 Prozent auf 196 Millionen Euro. Dekra sei stabil durch das Jahr 2020 gekommen, es habe zu keiner Zeit Liquiditätsengpässe gegeben, bilanzierte Dekra-Finanzvorstand Wolfgang Linsenmaier. Im Gegenteil: Sowohl der Cashflow als auch der Eigenkapitalanteil wurden weiter gesteigert.

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