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Deutscher Logistik-Preis 2017 der BVL

Bosch senkt Kosten mittels IoT um 15 Prozent

Lkw und Pkw auf einer Autobahn Foto: Alev Atas/ETM

Der Deutsche Logistik-Preis der Bundesvereinigung Logistik (BVL) geht 2017 an Bosch. Durchgängigkeit des Ansatzes überzeugt Jury.

Von den zehn eingegangenen Bewerbungen für den Deutschen Logistik-Preis kamen zwei aus der Industrie, zwei aus dem Handel und sechs aus den Reihend er Logistikdienstleister. "Darunter waren sieben sehr gute Bewerbungen, die alle unter die besten drei hätten kommen können", berichtet Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender der BVL-Geschäftsführung. Dabei hatte ihn der Titel zunächst eher abgeschreckt: "Striving for Supply Chain Excellence" (Streben nach einer exzellenten Wertschöpfungskette) nennt sich das Logistik-Konzept. "Eine schöne Aneinanderreihung von Schlagworten" sei sein erster Gedanke gewesen, so Wimmer.

Bei näherer Betrachtung habe sich das Ganze allerdings als grundlegender Veränderungsprozess herausgestellt, der alle Bereiche der Supply Chain betrifft. Die Logistik leiste dabei einen wesentlichen Beitrag zum Transformationsprozess, der vor vier Jahren begonnen hat. Im Grunde dreht sich alles um die Total Cost of Ownership (TCO), also die Gesamtkosten des Betriebs.

Schwerpunkt des Wandels ist die zunehmende Vernetzung

Schwerpunkt des Wandels ist die zunehmende Vernetzung über das Internet der Dinge (IoT). Und Sensoren, Software und Services sind die Säulen, die hierfür erforderlich sind. Betrachtet wurden bei Bosch aber nicht nur einzelne Segmente der Wertschöpfungskette. Stattdessen wurden die vier Segmente Transport, Warehousing, Packaging und Außenhandel jeweils einzeln sowie auch in ihrem Zusammenspiel neu gestaltet. Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle von Bosch kein leichtes Unterfangen. Zumal die Waren und Dienstleistungen in rund 100 Ländern angeboten werden. Darin involviert sind mehr als 20.000 Lieferanten, etwa 270 Fertigungswerke, rund 800 Lagerstandorte sowie zirka 250.000 Kunden.

Den neuen Logistikansatz entwickelten die Bosch-Verantwortlichen mithilfe des sogenannten Supply Chain Network Designs. "Das Netzwerk-Design unterstützt bei der Analyse und Optimierung kompletter Supply Chains und findet daher nicht nur in bestehenden Lieferketten sondern auch im Produktentstehungsprozess Anwendung", erläutert Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei Robert Bosch und dort für den Zentralbereich Einkauf und Logistik zuständig. Die daraus resultierende Lösung senkte die Logistikkosten weltweit um rund 15 Prozent.

Sinkende Transport- und Lagerkosten

Im Bereich Transport erfolgt nun zunächst eine Optimierung des Bosch-eigenen Netzwerks, bevor Dienstleister beauftragt werden. Die Verantwortung hierfür wurde dezentralisiert. Auf diese Weise sanken die Transportkosten um 15 Prozent. Die Zahl der Lager wurde im Rahmen einer weitweiten Footprint-Analyse um 100 reduziert, wodurch die Lagerkosten um 15 Prozent sanken.

Im Bereich Packaging standen das Entwickeln und das Anwenden einheitlicher Prozesse im Fokus. Einsparungen von 20 Prozent waren die Folge. Aber auch beim Außenhandel gab es Einsparpotenzial: Mittels einer harmonisierten IT sowie einer einheitlichen zentralen Logistik sanken die Zollkosten um fünf Prozent. Im weiteren Verlauf sollen sogar nochmals fünf Prozent weniger drin sein.

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