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Designsprache des Mercedes eCitaro

Vom Designer-Meisterstück zum Stadtbus

Mercedes-Benz eCitaro Foto: Daimler 6 Bilder

Wie wird aus einem flamboyanten Designer-Meisterstück ein braver Elektrobus für die Metropolen der Welt? Der elektrische Citaro wagt und schafft den Spagat zwischen Serientauglichkeit und Charakterstärke.

10.07.2018 Thorsten Wagner

Die Buswelt staunte nicht schlecht, als Daimler 2016 in Amsterdam den teilautonomen Future Bus vorstellte. Der Technologieträger für die IAA war derart futuristisch gelungen, dass er seitdem immer wieder als Symbol für die mobile Zukunft in der Stadt stehen durfte und Kunden wie Öffentlichkeit in seinen Bann zog. Was kaum ein Betrachter glauben mochte: Unter der avantgardistischen Hülle steckte ein Citaro mit Verbrennungsmotor! Das soll sich beim nächsten Messeauftritt gründlich ändern. Mit deutlichen Designanleihen vom Future Bus geht der erste vollelektrische eCitaro in Hannover an den Start. Stefan Handt, seit März 2018 Leiter des Designs bei Daimler Buses, beschreibt diese Quadratur des Kreises: „Die größte Herausforderung ist es, die Serienreife zu gewährleisten. Das ist etwas ganz anderes, als ein Einzelstück zu bauen. Der Future Bus war jedoch eine gute interne Werbung dafür, ein ganz eigenes Design für den elektrischen Citaro zu realisieren. Er hatte einfach eine enorme Strahlkraft entfaltet und somit einen großen Einfluss auf den Serienwagen.“ Dabei wird aus Gründen der Gleichteilepolitik und Wartungsfreundlichkeit eine ähnliche technische Plattform für den Elektrowagen verwendet wie für die Verbrennerversionen.

Gustav Tuschen, Leiter Entwicklung bei Daimler Buses erläutert: „Türen, Seitenscheiben und die Verblechung sind 1:1 Citaro. Und darunter steckt das Gerippe des Citaro. Alles zusammen ergibt einen Citaro der besonderen Art. Er ist unverkennbar ein Mitglied der Citaro-Familie, aber ein ganz besonderes Mitglied.“ Was hier so nüchtern klingt, ist trotzdem sehr spannend verpackt. Die Frontgestaltung des Wagens erinnert außer den typischen A0-Säulen kaum mehr an den Urtyp, seine schwarze iPhone-Optik mit den chromhinterlegten Querspangen sind stilbildend im besten Sinne (siehe Interview unten). Der asymmetrische Scheitel des Future Bus hat sich zu grafischen Inseln an Front und Heck entwickelt, die einen fließenden Übergang ins erhöhte Dach schaffen.

Im Innenraum fallen die Änderungen wesentlich dezenter aus als im grundstürzenden Future Bus, der kein Stein auf dem anderen ließ. Stefan Handt war trotzdem nicht untätig: „Schwarze Säulenverkleidungen und Elemente in Dach und Seitenwänden sorgen dafür, dass der Innenraum homogener und wertiger wirkt. Auch der neue Dachhimmel sorgt für mehr Höhe und Luftigkeit.“ Zudem verleihen neue, breite LED-Deckenleuchten ein modernes Flair mit viel Licht im Inneren. Auf Nummer sicher gingen die Designer lieber beim Fahrerplatz. Stefan Handt: „Die Fahrer der elektrischen Busse sollen direkt beim Einsteigen schon Vertrautheit und Sicherheit vermittelt bekommen. Wenn der Fahrer verunsichert wird, dann wird er die neue Technik eher ablehnen und wir hätten sofort ein Riesenproblem. Also haben wir für das Cockpit die ganz bewusste Entscheidung getroffen, hier nicht zu sehr am Design zu rütteln.“

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