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Dekra legt Bilanz in Stuttgart vor

Dekra profitiert von Digitalisierung

DEKRA und FKFS stellen Neuentwicklung auf der Messe EVS30 vor Foto: Karl-Heinz Augustin

Die Prüforganisation Dekra hat 2017 die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro geknackt, große Potenziale bietet die Digitalisierung.

14.05.2018 Matthias Rathmann

Die Prüforganisation Dekra hat im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro geknackt. Zugrunde liegt dem Wert von 3,1 Milliarden Euro ein Wachstum von acht Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 221 auf 236 Millionen Euro. Alle drei Geschäftseinheiten – Automotive, Industrial und Personnel – trugen zur positiven Entwicklung bei. Trotz der auch 2017 erfolgten weiteren Firmenübernahmen ist 90 Prozent des Umsatzes laut Dekra organisch erfolgt. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit stieg um 4.700 auf rund 44.000.

Kölbl: Führender Anbieter von Sicherheit in vernetzter Welt

Einer der großen Wachstumstreiber für Dekra ist die Digitalisierung. Das Unternehmen will sich hier entsprechend positionieren. "Unser Anspruch ist es, in den nächsten fünf Jahren einer der führenden Anbieter von Sicherheit in einer vernetzten Welt zu werden", erklärte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kölbl bei der Bilanzvorlage am Montag in Stuttgart. Von den 150 Millionen Euro an Investitionen im Jahr 2017 sei der Löwenanteil in die Stärkung der digitalen Prüfkompetenz geflossen.

Dekra will Sicherheitslücken bei Digitalisierung schließen

Doch so groß das Potenzial, so groß sind offenbar auch noch die Ängste in der Bevölkerung.  Nach Ansicht der Dekra-Verantwortlichen hält das Sicherheitsniveau mit der rasanten Entwicklung nicht Schritt, wie Datenlecks und Datenklau oder Unfälle mit autonomen Fahrzeugen zeigten. "Digitalisierung darf nicht zu Lasten der Sicherheit gehen", betonte Kölbl. Daher pocht er  auf ein klares Regelwerk auf globaler Ebene, das entsprechende Standards setzt.

Kölbl spricht sich dafür aus, dass internetfähige Geräte ein Prüfsiegel bekommen und Dekra Zugang zu den Daten erhält, die solche Geräte erzeugen. Das gelte im Übrigen auch für umweltrelevante Daten, sagte der Vorstandschef mit Blick auf den Automobilbereich und die Diskussion um Abgasmanipulationen beim Dieselmotor.

Dekra gründet Testverbund in Klettwitz, Malaga und Hsinchu

Um bei den Themen Konnektivität und Automatisierung weiterhin vorne mitzuspielen, hat Dekra in den vergangenen Monaten einen internationalen Testverbund für die Mobilität der Zukunft auf den Weg gebracht. Er besteht aus Klettwitz in Brandenburg, Malaga in Spanien und Hsinchu in Taiwan. Dekra-Vorstandsmitglied Clemens Klinke hält es für wahrscheinlich, dass die nächsten Labore dann in Nordamerika entstehen werden. Mit der im November erfolgten Übernahme des Lausitz-Rings in Nachbarschaft zum Dekra Technology Center in Klettwitz verfüge Dekra über die größte Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren in Europa, berichtete Kölbl. Die Größe entspreche der von 700 Fußballfeldern.

Dekra gründet eigene Digitaltochter

Zum Ziel, die Kompetenz im Bereich Konnektivität und Cyber-Sicherheit auszubauen, passen auch die im Oktober erfolgte Übernahme des spanischen Dienstleisters Epoche & Espri aus Madrid und eine frisch gegründete Tochterfirme Dekra Digital, die als Inkubator für digitale Geschäftsmodelle dienen solle, wie Kölbl erläuterte. Zur Digitalstrategie des Konzerns gehört auch die Absicht, mit den neuen Akteuren am Markt zu kooperieren beziehungsweise sich an ihnen zu beteiligen – wie im Mai vorigen Jahres durch eine 25,1-Prozent-Beteiligung an der Stuttgarter Strategieberatung Magility geschehen.

Besonders stark macht sich die Entwicklung im Bereich Digitalisierung bei  Dekra in der Automotive-Sparte bemerkbar. Sie ist mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro weiterhin die stärkste Sparte und legte 2017 um 3,8 Prozent zu. Mit jährlich rund 26 Millionen Fahrzeugprüfungen sieht sich Dekra weltweit mit großem Abstand als Marktführer. Zwei Meilensteine in dieser Geschäftseinheit 2017 waren der Markteintritt ins Fahrzeugprüfgeschäft in Luxemburg und die Übernahme des Emissions-Kontroll-Experten Jiffy Smog im US-amerikanischen Nevada mit 24 Stationen.

Sparte Dekra Industrial legt um fünf Prozent zu

In der Sparte Industrial bildeten die Akquisitionen des ungarischen Hochvolt-Testlabors Veiki-VNL (April) sowie des Kraftwerk-Prüfdienstleisters Core Visual Inspection Services in North Carolina (September) zwei Höhepunkte im Jahresverlauf. Die Industriesparte steht für Erlöse von 896 Millionen Euro. Sie legte 2017 um 5,3 Prozent zu.

Den höchsten prozentualen Zuwachs erzielte die dritte Säule Personnel, in der Qualifizierung und Zeitarbeit gebündelt sind. Sie wuchs um knapp 25 Prozent auf 650 Millionen Euro Umsatz. Erfolgreich entwickle sich zum Beispiel die Qualifizierung von osteuropäischen Pflegefachkräften für den hiesigen Arbeitsmarkt. Nach diesem Muster möchte Dekra auch IT-Fachleute in Osteuropa rekrutieren. Auch hier zeigt sich, dass analoges und digitales Geschäft Hand in Hand gehen und Dekra auch in Zukunft Potenzial bieten. Das Unternehmen rechnet 2018 mit dem 15. Wachstumsjahr in Folge.

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