Daimler Truck-Betriebsrat Eigene Batteriefertigung gefordert

Foto: Daimler Truck

Nach der Abspaltung von Daimler hat sich der Daimler Truck-Gesamtbetriebsrat neu konstituiert. Die erste Forderung des Vorsitzenden Brecht (l.) und seines Vize Zwick (r.): der Aufbau einer eigenen Fertigung von Batterien und Batteriezellen.

Der Daimler Truck-Gesamtbetriebsrat hat sich nach der Abspaltung von Daimler neu konstituiert. Als Vorsitzender fungiert ab sofort Michael Brecht, sein Stellvertreter ist Thomas Zwick. Unter ihrer Leitung fordert der Gesamtbetriebsrat nun den Aufbau einer eigenen Fertigung von Batterien und Batteriezellen – und eine Reform des EU-Beihilferechts, damit starke Industrieregionen durch den Technologiewandel nicht zurückfallen.

"Wir als Gesamtbetriebsrat von Daimler Truck wollen den Wandel in Richtung emissionsfreie Antriebe bei Lkw und Bussen aktiv und konstruktiv mitgestalten. Unser Ziel ist es dabei, die Beschäftigung in den Werken, Standorten und Niederlassungen insgesamt möglichst hoch und langfristig stabil zu halten. Deshalb fordern wir, dass Daimler Truck die Schlüsselkomponenten für CO2-freie Antriebe und den gesamten Antriebsstrang selbst entwickelt und in den eigenen Werken auch produziert. Dazu gehören beim Elektroantrieb zum Beispiel die Batterie, die Zellen, der Elektromotor und der Inverter", so Michael Brecht

Innovationsfond von 1,5 Milliarden Euro

"Wir müssen mit der Entwicklung neuer Technologien jetzt starten. Denn nur in Eigenregie entwickelte Komponenten haben später die Chance, auch in unseren Werken hergestellt zu werden", ergänzt Thomas Zwick. Mit der Eigenfertigung sichere man nicht nur Arbeitsplätze ab, sondern auch die Lieferfähigkeit des Unternehmens bei Schlüsseltechnologien. Sparen allein sei keine Strategie. So wurde auf Initiative des Daimler-Gesamtbetriebsrats zur Bewältigung der Transformation speziell für Daimler Truck ein Innovationsfonds mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro aufgelegt.

Gemeinsam mit der Unternehmensleitung von Daimler Truck hat der Gesamtbetriebsrat bereits im vergangenen Jahr zudem mit allen Werken und der Zentrale Zielbilder zur Gestaltung der Transformation in eine klimaneutrale Zukunft vereinbart. Das Werk Wörth wird demnach künftig weitere E- und H2-Lkw produzieren. Die Aggregate-Werke Gaggenau, Kassel und Mannheim spezialisieren sich dazu auf unterschiedliche E-Antriebs-Komponenten. An allen drei Standorten sollen zudem Innovations-Laboratorien ("InnoLabs") aufgebaut werden, um Serienanläufe so schnell und effizient wie möglich zu starten.

Mehr Flexibilität beim Übergang zum E-Antrieb

Auch in Richtung der Politik hat der Gesamtbetriebsrat Forderungen. "Wir begrüßen, dass die Ampel-Koalition die Transformation aktiv fördern will und bringen uns gerne in die Allianz für Transformation ein", sagt Brecht. Auch auf EU-Ebene gebe es zahlreiche gute Initiativen zum Beispiel zur Qualifizierung der Beschäftigten sowie die Überarbeitung der EU-Beihilferegeln. Das reiche aber nicht aus.

"Wir brauchen eine viel weitreichendere Überarbeitung der Beihilfe- und Förderregeln, verbunden mit der klaren Zusage seitens der EU-Kommission, dass entsprechende Vorhaben innerhalb von zum Beispiel zwei Monaten entschieden werden. Die Transformation der Industrie bei den zentralen Zukunftsthemen Dekarbonisierung und Digitalisierung muss auf breiterer Basis unterstützt werden. Heute starke Industrieregionen müssen in ihrer Substanz erhalten werden. Hier sollte sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für mehr Flexibilität einsetzen. Zum Beispiel beim Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb", so Brecht.

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