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Daimler liefert erste Citaro hybrid aus

SSB nimmt Hybrid-Gelenkbusse in Betrieb

Mercedes-Benz Citaro G hybrid: Erste Citaro Hybridbusse ausgeliefert Foto: Daimler AG

Schon bisher durfte so mancher innovativer Newcomer im Stadtbusbereich seine erste Aufwartung in Stuttgart bei der SSB machen – man denke an den CapaCity oder auch an Brennstoffzellen- oder Hybridbusse. Jetzt gehen die ersten Citaro-Gelenkbusse mit neuem, milden Hybridsystem an den Start.

06.02.2018 Thorsten Wagner

Ende Dezember 2017 sind die ersten neuen Mercedes-Benz Citaro hybrid an die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ausgeliefert worden. Die Fahrzeuge basieren auf der erst jüngst von Mercedes-Benz vorgestellten, milden Hybridtechnologie mit 48-Volt-Technik und sollen eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 8,5 Prozent realisieren können.

Ende 2018 sollen die Citaro hybrid dann auf die neue, von der SSB speziell für emissionsarme Omnibusse mit innovativer Antriebstechnologie eingerichtete Schnellbuslinie X1 wechseln. Immerhin laufen auch mehrere Gelenkbusse mit dem seriellen Voll-Hybridantrieb der ersten Generation sowie zwei Brennstoffzellenbusse in Stuttgart.

Dank Mildhybrid noch wirtschaftlicher Dieselantrieb

"Der Citaro hybrid hat zum Ziel, den Dieselantrieb noch wirtschaftlicher zu machen und den Grad der Elektrifizierung in ein optimales wirtschaftliches Verhältnis zu bringen", erklärt Rüdiger Kappel, Vertriebsleiter Mercedes-Benz Omnibusse Deutschland, den konzeptionellen Ansatz der Fahrzeuge. Dabei wird zwischen Motor und Automatikgetriebe ein scheibenförmiger Elektromotor platziert. Im Schubbetrieb oder beim Bremsen des Omnibusses, der Rekuperationsphase, arbeitet er als Generator, gewinnt also Strom. Diesen speichert der Citaro hybrid kurzzeitig in Kondensatoren auf dem Dach, den sogenannten Mild Hybrid Storages (MHS). Bisher gab es nur ein Modul dieser sehr langlebigen Speicher, nun sind es drei Module einer neuen Generation. Wird der Omnibus wieder beschleunigt, greift der Elektromotor sehr schnell auf die gespeicherte Energie zurück und unterstützt das Diesel- oder Erdgasaggregat (einer der wenigen CHG-Hybride auf dem Markt) in bestimmten Situationen mit elektrischen Drehmoment. Mercedes-Benz spricht dabei von der Support-Phase. Der Elektromotor kann maximal 14 kW leisten und ein Drehmoment von 220 Newtonmeter abrufen. Insgesamt steigen aber weder Leistung, noch Drehmoment des Motors.

Die Vorteile des Citaro hybrid liegen auf der Hand. Der Verbrennungsmotor muss in den Beschleunigungsphasen und beim Anfahren dank der elektrischen Unterstützung merklich weniger Leistung aufbringen. Das spart Kraftstoff. Zusätzlich unterstützt der Elektromotor noch den Leerlaufbetrieb, der ja beim Stadtbus sehr häufig ist, und einen wichtigen Faktor für den Verschleiß des Motors darstellt.

Elektrotechnik aus der S-Klasse

Bei den verbauten Komponenten hat Mercedes-Benz Omnibusse bewusst auf Großserientechnik aus dem eigenen Hause zurückgegriffen. So findet man den Elektromotor als Startergenerator in der aktuellen S-Klasse, der zusätzlich benötigte Kühler für den E-Motor und Inverter wird bei Mercedes-Benz Trucks eingesetzt und die Wasserpumpe arbeitet in vielen Mercedes-Benz Pkw.

Eine weitere, im Sinne der Gesamtwirtschaftlichkeit realisierte Neuerung ist "intelligent eco steering". Diese elektrohydraulische Lenkung greift nur bei Bedarf, also wenn der Fahrer das Lenkrad einschlägt. Bei einer herkömmlichen hydraulischen Lenkung wirkt die Unterstützung permanent. Das "intelligent eco steering" spart daher Kraftstoff. Im Citaro hybrid wird die neue Lenkung serienmäßig eingesetzt und wird so bereits für den neuen Elektrobus erprobt, der sie ebenso bekommen wird.

Einen ersten Fahrbericht des neuen Mercedes Citaro hybrid können Sie in der lastauto omnibus 3/2018, die am 10. Februar erscheint, lesen.

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