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Automatisiertes und elektrisches Fahren

Daimler kündigt Investitions-Offensive an

Daimler Nutzfahrzeuge mit zwei renommierten Kommunikationspreisen ausgezeichnet Foto: Daimler AG

Der Fahrzeugbauer Daimler will den Fokus noch stärker auf das automatisierte und elektrische Fahren legen. Entsprechende Mittel mobilisiert der Konzern im Rahmen einer heute in Stuttgart angekündigten Investitionsoffensive. Demnach sollen in den Jahren 2018 und 2019 mehr als 32 Milliarden Euro in Sachanlagen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte fließen. Bereits im vorigen Jahr hatte Daimler seine Investitionen auf 15,5 Milliarden aufgestockt.

01.02.2018 Matthias Rathmann

Bei den für 2018 und 2019 geplanten Sachinvestitionen geht es vor allem um Produktionsanlagen, unter anderem für die Fertigung von E-Fahrzeugen und Batterien. Und auch bei Forschung und Entwicklung liegt der Schwerpunkt auf den Gebieten E-Mobilität, autonomes Fahren und Konnektivität. Finanzvorstand Bodo Uebber sprach bei der Bilanzvorlage in Stuttgart von einem „fundamentalen Wandel“, den man mit entsprechenden Investitionen gestalten wolle.

Mit Blick auf die Elektromobilität heißt das: Bis 2022 solle es bei den Pkw in jedem Segment mindestens eine elektrifizierte Alternative geben, kündigte Vorstandschef Dieter Zetsche an. „Mit der gleichen Konsequenz elektrifizieren wir unsere Nutzfahrzeuge“, sagte er. Den Anfang mache in diesem Jahr der eVito, weitere Baureihen sollen im nächsten Jahr folgen. Den Leicht-Lkw eFuso hat Daimler bereits in den vergangenen Wochen auch in Deutschland in Kooperation mit führenden Logistikunternehmen auf die Straße gebracht. „Und sowohl bei Mercedes-Benz Trucks als auch bei Freightliner arbeiten wir am elektrischen Schwer-Lkw.“

Absatzplus bei Lkw und Transportern

Noch allerdings verdient Daimler sein Geld mit konventionellen Antrieben. In allen Segmenten verbuchte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr deutliche Absatzsteigerungen. Den größten prozentualen Zuwachs verbuchten hierbei Lkw und Transporter. Bei Daimler Trucks gab es 2017 ein Absatzplus um 13 Prozent auf 470.705 Einheiten, bei den Vans um zwölf Prozent auf 401.025 Einheiten.

Die Zuwächse beim Absatz wirkten sich positiv auf Umsatz und Ergebnis aus: Daimler Trucks steigerte seinen Umsatz um acht Prozent auf 35,7 Milliarden Euro und das Ergebnis um 22 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Mercedes-Benz Vans legte beim Umsatz um drei Prozent auf 13,2 Milliarden Euro und beim Ergebnis um ein Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Der Konzern insgesamt wuchs über alle Sparten – neben Vans und Lkw gehören dazu auch Pkw, Busse und Finanzdienstleistungen – beim Umsatz um sieben Prozent auf 164,3 Milliarden Euro und beim Ergebnis um 14 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. „Unser Unternehmen ist kerngesund und hochprofitabel“, betonte Vorstandschef Zetsche. Davon profitieren im laufenden Jahr auch die Beschäftigten: Alle rund 130.000 anspruchsberechtigten Tarifmitarbeiter bekommen mit dem April-Entgelt die mit jeweils bis zu 5.700 Euro höchste Ergebnisbeteiligung in der Firmengeschichte.

Auch im laufenden Geschäftsjahr stehen laut Zetsche die Zeichen auf Wachstum. Rückenwind sieht der Firmenchef vor allem bei den Nutzfahrzeugen. „Die Lkw-Nachfrage dürfte in den meisten für uns relevanten Regionen ansteigen“, prognostizierte er. In dieser Sparte erwartet er ein Ergebnis deutlich über dem Vorjahresniveau. Für den Konzern insgesamt strebt er ein Ergebnis auf dem Niveau von 2017 an.

Konzernumbau

Um seine Schlagkraft und Agilität in den einzelnen Sparten zu steigern, prüft Daimler aktuell die Überführung der Sparten in rechtlich eigenständige Gesellschaften nach dem Vorbild der Daimler Financial AG. Der mit „Projekt Zukunft“ überschriebene Konzernumbau soll es den Bereichen Cars & Vans sowie Trucks & Buses ermöglichen, schneller und flexibler auf dem Markt zu agieren, zum Beispiel auch wenn es um Kooperationen mit Start-ups geht. „Wenn wir mehr Verantwortung in kleinere Einheiten geben, werden wir beweglicher und können mit Blick auf die jeweiligen Kunden noch fokussierter arbeiten“, erklärte Zetsche.

Die Vorbereitungen mit Blick auf organisatorische, IT-seitige und steuerliche Dinge sind dabei beträchtlich. Noch sei keine endgültige Entscheidung in Vorstand und Aufsichtsrat getroffen, bekräftigte Zetsche. Sprechen sich die beiden Gremien zugunsten der neuen Struktur aus, könnte die Umsetzung relativ rasch erfolgen. Eine entsprechende Vorlage könnte bereits auf der Hauptversammlung im nächsten Jahr verabschiedet werden.

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