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Bernhard Simon im Gespräch

"Dachser ist der ideale Partner"

Portraits und Interview von Herr Bernhard Simon, DACHSER Simon, Dachser Foto: Marcus Vetter Dachser

Der Logistikdienstleister Dachser hat auf der Iberischen Halbinsel große Pläne. Bernhard Simon, Sprecher der Geschäftsführung, spricht über die Chancen, die sich durch den Erwerb der beiden spanischen Unternehmen Transunion und Azkar für die Zukunft ergeben.

trans aktuell: Herr Simon, Dachser hat in Spanien doppelt zugekauft. Werden Sie in nächster Zeit mit weiteren Übernahmen von sich reden machen?

Simon: Das werden wir bestimmt nicht machen. Wir haben lediglich die Möglichkeiten auf der Iberischen Halbinsel jetzt als historische Chance wahrgenommen, nachdem wir bereits im Jahr 2008 zehn Prozent an Azkar erworben hatten und der spanische Markt integraler Bestandteil des größten Binnenmarktes der Welt ist der Europäischen Union. Wir haben die Akquisition schon lange im Auge gehabt. Dass die konjunkturellen Schwierigkeit dazu kamen, war nicht angenehm, hat uns aber nicht von unserem Ansinnen abgebracht. Wir werden nach den Akquisitionen von Transunion und Azkar nun ausloten, welche Synergien wir daraus erzielen können. Darauf richten wir unser Augenmerk nicht auf weitere Akquisitionen.

Sie arbeiten seit einigen Jahren schon mit den beiden Unternehmen zusammen. Warum mussten Sie sich die Firmen gleich einverleiben?

Klar hätten wir auch nur weiterhin partnerschaftlich zusammenarbeiten können. Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen eine Übernahme vernünftig sein kann. Wenn man in strategisch sehr wichtigen Regionen unterwegs ist und dort gemeinsam neue Marktpotenziale geschaffen hat, gilt es, diese abzusichern. Hinzu kam, dass die Eigentümerfamilien bei Azkar und Transunion ihre Nachfolge stabil geregelt haben wollten. Es ist mit die wichtigste Entscheidung im Leben eines Unternehmers, eine Zukunftsmöglichkeit für die Firma zu finden, in der die Lebensleistungen fortgesetzt und die Mitarbeiter in ein neues, sicheres Umfeld gebracht werden können.

Wirtschaftliche Notwendigkeiten gab es also nicht?

Nein, beide Unternehmen sind sehr erfolgreich unterwegs. Sie haben sich exzellent in der Krise geschlagen und schreiben schwarze Zahlen. Die Verkäufe basierten auf strategischen Entscheidungen, basierend einmal auf dem Thema Nachfolge, aber auch ausgelöst durch die Suche nach langfristigen Perspektiven. Weiteres Wachstum ist nur möglich, wenn man den gesamten europäischen Markt im Fokus hat. Hier ist Dachser der ideale Partner.

Sie sagen, Dachser sei kein Schnäppchenjäger. Kam Ihnen die Flaute beim Kaufpreis trotzdem zugute?

Sie hat höchstens dazu beigetragen, die Verhandlungen zu beschleunigen. Sie reichen ja schon bis ins Jahr 2008 zurück.

Trotzdem fragt man sich, wie riskant eine Investition in Zeiten wie diesen ist?

Natürlich sind die beiden Unternehmen mit der Wirtschaftskrise konfrontiert, vor allem die nationalen Aktivitäten sind davon betroffen. Firmen stellen sich aber langfristig auf, da schlägt eine Krise nicht gleich durch. Wir haben im Gegenteil nun die Möglichkeit, an neue, große Kunden zu kommen, auch was den Bereich der Kontraktlogistik angeht. Das sind Potenziale, die wir so vorher nicht hatten. Die Chancen überwiegen für uns also ganz deutlich.

Was die Rendite angeht, werden Sie sich aber noch etwas gedulden müssen, oder?

Wir werden auch in schwierigen Zeiten keine Kundenkontakte suchen, wenn wir nichts daran verdienen. Dachser kauft keinen Umsatz zu. Jedes unserer Kontraktlogistikmodelle und jeder unserer größeren Kundenabschlüsse muss auch die entsprechenden Renditen mitbringen. Sonst ist der Inhalt des Geschäfts nicht das wert, was wir an Werten für unsere Kunden und uns selbst schaffen wollen.

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