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Corona-Bericht des BAG

Ladungsmengen auf niedrigem Niveau

System Alliance Foto: System Alliance

Nach drastischen Einbrüchen durch die Corona-Krise ist im Straßengüterverkehr eine leichte Erholung spürbar.

Besonders breiter aufgestellte Transportunternehmen, die Kunden aus verschiedenen Branchen bedienen, sprechen von einer leicht positiven Entwicklung ihrer Auftragslage, ergab eine Befragung des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) zu den Auswirkungen der Virus-Pandemie. Die in- und ausländische Nachfrage ziehe etwas an, liege aber nach wie vor zumeist unter den Volumina des Vorjahres. Ihre Zukunft sehen die Unternehmen angesichts bevorstehender Werksferien, zeitlich begrenzter staatlicher Hilfeleistungen sowie der Gefahr einer zweiten Infektionswelle mit sehr gemischten Gefühlen.

Ladungsmengen auf niedrigem Niveau

In der Automobilindustrie liefen derzeit noch viele Produktionsstätten in einem reduzierten Schichtbetrieb, was die Ladungsmengen weiterhin auf einem niedrigen Niveau halte. Kunden der Autobauer befürchten zudem einen erneuten Auftragsrückgang im Spätsommer aufgrund von angekündigten Werksferien, so der Corona-Bericht für die 27. Kalenderwoche, der Erkenntnisse und Informationen berücksichtigt, die bis zum 2. Juli vorlagen. Andererseits fragten internationale Auftraggeber, beispielsweise aus Spanien, Italien und Frankreich allmählich wieder Beförderungsleistungen nach, die sie Corona-bedingt gänzlich zurückgezogen hatten.

Ein Drittel mehr: B2C boomt weiter

Unternehmen der KEP-Branche berichteten von anhaltend hohen Paketsendungen im B2C-Bereich, insbesondere im E-Commerce. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seien in den Kalenderwochen 25 und 26 rund 37 Prozent beziehungsweise rund 31 Prozent höhere Online-Transaktionen als in den entsprechenden Vorjahreswochen registriert worden. Im B2B-Bereich sei die Zahl der Sendungen aber nach wie vor niedrig, auch weil der Bedarf gewerblicher Kunden an Express- und Sonderfahrten gering sei, ergab die Befragung.

Fahrzeuge geringer ausgelastet

Trotz der langsamen Erholung registrierten viele Transportunternehmen zuletzt tendenziell niedrigere Ladungsmengen je Kundenauftrag. Nicht selten verzeichneten Gesprächspartner des BAG selbst bei festen Routen eine geringere Auslastung der Fahrzeuge. Besonders im Teilladungsbereich müssten durch die gesunkenen Ladungsmengen deutlich mehr Ladestellen anvisiert werden.

Desaströse Zahlungsmoral bei den Großen

Insbesondere große Auftraggeber hätten aktuell eine „desaströse Zahlungsmoral“, berichteten einige befragte Unternehmen. Zahlungsziele würden verlängert, teilweise sogar mehrfach überzogen und Mahnungen ignoriert. Andere Transporteure mit festen Kundenbeziehungen würden dagegen weiterhin fristgerecht und ohne Forderungen zu Preisnachlässen bezahlt. Grundsätzlich aber stünden die Entgelte weiterhin unter Druck, der Wettbewerb sei deutlich erhöht und teilweise gibt es erhebliche Einbußen. „Viele Befragte wünschten sich eine deutlich höhere Präsenz der Kontrollorgane im Straßengüterverkehr“, schreibt das BAG.

BAG-Bericht als qualifizierte Momentaufnahme

Das Bundesverkehrsministerium hatte das BAG gebeten, im Rahmen der Marktbeobachtung über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den deutschen Güterverkehrsmarkt zu berichten. Die Berichte, die jetzt alle zwei Wochen erstellt werden, gäben die Ergebnisse umfangreicher Befragungen wieder, seien aber im wissenschaftlichen Sinne nicht repräsentativ, betont das BAG. Sie stellten aufgrund der Auswahl der Unternehmen und Gesprächspartner jedoch eine qualifizierte Momentaufnahme der aktuellen Wirkungen der Krise auf die Unternehmen der Transport- und Logistikwirtschaft dar.

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