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Continental blickt in die Zukunft

Der dynamische eHorizon schaut weit voraus

Continental blickt mit dem dynamischen eHorizon in die Zukunft. Foto: Continental, Fotolia/Rainer Claus; Montage: Monika Haug

Ob dynamischer eHorizion oder europaweitre Werkstatt-Service Truck On – Continental lässt auf der IAA 2018 tief blicken.

Zur IAA 2018 in Hannover ist es so weit: Auf der weltgrößten Nutzfahrzeugmesse stellt der Automobilzulieferer Continental unter anderem einen Service namens Truck On vor. Dabei handelt es sich um ein Online-Vermittlungsportal für Lkw-Werkstätten.

„Next Stop: Service“ lautet das Motto des Angebots. Auf dem Onlineportal Truck On können Fuhrparkmanager rund um die Uhr den nächsten Werkstatt-Service vereinbaren – und das in ganz Europa. „Angesichts des konstant hohen Kostendrucks im Transportwesen schaffen wir mit Truck On einen echten Mehrwert für die Branche“, berichtet Dr. Lutz Scholten, Leiter des Bereichs Tachographs, Telematics & Services bei Continental. Denn mithilfe gut geplanter Werkstattaufenthalte – etwa bei periodisch wiederkehrenden Inspektionen – lasse sich die Betriebszeit des Lkw optimieren. „Wenn der Werkstattaufenthalt und die Ruhezeit des Lkw-Fahrers zusammenfallen, ist das betriebswirtschaftlich sinnvoll“, erklärt Scholten.

Werkstätten lässen sich mittels Filterfunktion finden

Für Flottenmanager soll der Service denkbar einfach funktionieren: Sie wählen den gewünschten Service für ein Fahrzeug, den Ort und das Datum aus. Die Filterfunktion ermöglicht weitere Eingrenzungen, zum Beispiel zur Preisspanne. Alle relevanten Angebote werden dann in einer Ergebnisliste angezeigt. „Das funktioniert im Wesentlichen wie aus der Nutzung etwa von Reiseportalen bekannt. Bei der Buchung über das Portal werden die fahrzeugspezifischen Daten an die Werkstatt übermittelt, damit diese alle wichtigen Vorbereitungen treffen kann“, erklärt Virdiana Chaveron, die als Sales Manager Tachographs, Telematics and Services für das Projekt Truck On verantwortlich ist.

Zunächst geht es aber an den Aufbau des eigentlichen Werkstattnetzes. Mögliche Dienstleister können sich ab der IAA 2018 online unter TruckOn.com registrieren. Die Werkstätten hinter­legen dabei alle notwendigen Informationen. „Los geht’s zunächst in Deutschland, Italien und Spanien. Darauf sollen die Niederlande, Österreich, Frankreich und Großbritannien folgen, bevor Truck On in ganz Europa ausgerollt wird“, berichtet Chaveron.

Im Fokus von Truck On sind gebrauchte Lkw

Im Fokus stehen dabei vor allem Fahrzeuge, die älter als drei Jahre alt sind und somit keinem Leasingvertrag mehr unterliegen, weshalb der Flottenbetreiber freie Wahl bei den Werkstätten hat. Transparenz soll es aber natürlich nicht nur hinsichtlich des angebotenen Service geben. Denn die Kunden einer Werkstatt können die Dienstleistung abschließend bewerten – mit bis zu fünf Sternen sowie einem entsprechenden Kommentar. In einem Dashboard haben die Verantwortlichen zudem immer im Blick, welcher Lkw wann in der Werkstatt war und welche Termine als Nächstes anstehen. In der Testphase ist die Teilnahme komplett kostenfrei. Ab 2019 soll es dann zumindest einige Services geben, für die die Nutzer zahlen müssen. Welche das im Einzelnen sind, ist noch unklar.

Einen noch weiteren Blick in die Zukunft wirft Dr. Michael Ruf, Leiter des Geschäftsbereichs Commercial Vehicles & Aftermarket bei Continental. Denn Predictive Maintenance ist nicht die einzige Spielwiese, auf der sich der Konzern austobt. Die bessere Auslastung des Laderaums, Echtzeitdaten sowie autonomes Fahren sind nur einige Stichworte, die sich der Automotive-Spezialist auf die Fahnen geschrieben hat. „Wie wird das Lkw-Fahren im Jahr 2025 aussehen?“ Eine Frage, die Ruf zumindest ansatzweise beantworten kann. Manches ist natürlich auch noch Spekulation. „Sicherlich wird es möglich sein, den verbliebenen, nicht vergebenen Laderaum automatisch zu erkennen“, sagt Ruf. Wünschenswert wäre es darüber hinaus, auch gleich mögliche Ladungen zu finden und zuzuteilen.

Mit dem dynamischen eHorizon die Zukunft voraussagen

Eine andere Baustelle sind die Gesamtbetriebskosten der Fahrzeuge (TCO: Total Cost of Ownership). Dabei gehe es technisch gesprochen unter anderem um Verkehrsdaten sowie auch um die Fahrbahnbeschaffenheit. „Wir wissen heute, wenn es Eis auf der Straße gibt, aber nicht genau, an welcher Stelle“, erläutert Ruf. Buchstäblich den Blick in die Zukunft wagt daher der dynamische eHorizon von Continental – und das noch 2018. Der erfasst nicht nur die Beschaffenheit der Fahrbahn, sondern kartografiert auch gleich die Route. Zudem stellt das Fahrzeug diese Informationen dann auch gleich anderen zur Verfügung. „Der dynamische eHorizon läutet eine neue Ära in der Steuerung von Fahrzeugsystemen ein, weil er Ereignisse berücksichtigt, die gerade erst dort stattfinden, wo sich das Fahrzeug auf seiner Route hinbewegt“, erklärt Ruf. Damit lasse sich eine noch spritsparendere Fahrweise realisieren.

Bereits heute liefere der statische eHorizon von Continental basierend auf den topografischen Streckendaten und dem GPS-­Signal Informationen über die Beschaffenheit der vorausliegenden Strecke an die Steuergeräte im Fahrzeug. Mit dem dynamischen eHorizon seien nun auch Echt­zeit­informationen zur Verkehrslage verfügbar, das Fahrverhalten könne daher frühzeitig der aktuellen Verkehrssituation angepasst werden. Die Kartendaten kommen von Here und damit dem Anbieter, an dem sich Continental Anfang 2018 beteiligt hat. Die Echtzeitinfos zum Verkehr steuert Inrix zu.

Streckeninfos und Verkehrsdaten landen beim Antriebsstrang

Ebendiese Informationen zum Verkehrsfluss werden laut Ruf auf 250 Meter genau ermittelt und alle 60 Sekunden aktualisiert. In naher Zukunft erhöhe sich die Genauigkeit des Systems sogar noch weiter: Continental führe die Daten mit den Streckeninformationen zusammen und sende sie per Mobilfunk ans Steuergerät des dynamischen eHorizon. „Auf diese Weise können Fahrzeuge kilometerweit vorausblicken“, erklärt Ruf. Entscheidend für das Erkennen seien die ermittelten Bewegungsdaten der vorausfahrenden Fahrzeuge: Das System gleicht die gefahrene Geschwindigkeit mit den Geschwindigkeiten der Fahrzeuge vor ihm ab. Der dynamische eHorizon verteilt dann die Verkehrsdaten der nächsten Kilometer an die Steuergeräte des Antriebsstranges. Erkennt das System zähfließenden Verkehr oder einen Stau, leitet es – nach Befehl des Fahrers – auf Basis prädiktiver Algorithmen ein Ausrollen, Abbremsen oder Herunterschalten ein.

Neuigkeiten kommen in Hannover in diesem Kontext auch zum Thema Platooning – und hier insbesondere zur „fairen Verteilung der Einsparungen“, berichtet Ruf. Des Weiteren stehen die Level-4-Automatisierung, eine gewichtsabhängige Maut, nutzungsabhängige Versicherungen sowie Lkw-Parken auf dem Programm. Schließlich ist dank vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) nur ein Bruchteil der Stopps mit einem Werkstattau­fenthalt à la Truck On verbunden.

Das Unternehmen

  • Der Technologie-Konzern Continental steht vor der Aufspaltung
  • Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats gibt es unter der Holding namens Continental Group drei neue Bereiche
  • Die neuen Divisionen sind Rubber, Automotive und Powertrain
  • Die Division Powertrain soll bis 2019 verselbstständigt werden, bis Mitte 2019 ist ein Teilbörsengang geplant
  • Ziel der Neuordnung ist laut Continental ein profitables Wachstum
  • Umsatzsteigerung von 19 (2017) auf 30 Milliarden Euro im Jahr 2023 (ohne Division Powertrain)
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Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
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