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Cargobeamer

Neue Seidenstraße im Blick

Foto: Cargobeamer

Cargobeamer-Finanzvorstand Dr. Markus Fischer über Kooperationen mit Ziel China und die europäische Wachstumsstrategie.

trans aktuell: Herr Dr. Fischer, noch vor dem Jahreswechsel hat Cargobeamer eine Kooperationsvereinbarung mit dem Hafen Duisburg geschlossen, auch mit dem Ziel Neue Seidenstraße. Verfolgen Sie dieses Ziel auch mit dem Memorandum of Understanding mit der JSC Russian Railways?

Dr. Fischer: Zu den konkreten Inhalten der Vereinbarung wollen wir uns öffentlich nicht äußern. Grundsätzlich gilt jedoch: In Russland wie auch in Europa nimmt der Lkw-Verkehr auf Basis normaler Sattelauflieger, die nicht kompatibel mit Containerkränen sind, ständig zu. Die Russische Föderation ist nicht nur im Hinblick auf die Verlagerung dieser Verkehre, sondern auch bei den schienengebundenen Transitverkehren zwischen China und Europa ein Schlüsselmarkt. Gemeinsam mit RZD, einem der weltweit größten Eisenbahnunternehmen, werden wir hochattraktive und innovative Produktlösungen erarbeiten.

Wie sehen Sie die Entwicklungschancen von Cargobeamer?

Wir wachsen jedes Jahr signifikant und werden unsere Transportkapazitäten stetig ausweiten. Das Potenzial für die Verlagerung nicht kranbarer Sattelauflieger, die den Großteil der Verkehrsleistung in Deutschland und Europa erbringen, ist enorm.

Wo ist die Cargobeamer-Technologie derzeit schon fest im Einsatz?

Derzeit bieten wir Transportdienstleistungen für unsere Kunden auf der Relation Kaldenkirchen–Domodossola an. Wir nutzen dabei die bestehenden Terminals Cabooter Railterminal in Kaldenkirchen sowie das Schenker-Hangartner-Terminal in Domodossola. In beiden Terminals wird mit konventioneller Reachstacker-Technologie durchaus effizient in jeweils drei Stunden pro Zug ent- und beladen. Wir leisten bis zu 16 Zugfahrten pro Woche mit je 33 Sattelaufliegern. In Summe hat Cargobeamer bereits rund 60.000 schwere Lkw umweltfreundlich auf der Schiene transportiert und 16.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden.

Welche Voraussetzungen sehen Sie für den Umstieg auf die Schiene als notwendig an?

Voraussetzung ist eine effiziente, durchsatzstarke und automatisierte horizontale Verladung, die weder die Investitionsstrategie der Spediteure und Frachtführer bei der Auswahl ihrer Ladebehälter einschränkt noch die betrieblichen Abläufe der insbesondere auf Containerverkehre spezialisierten konventionellen Terminals. Unserer Überzeugung nach ist der Umstand wichtig, dass jedes existierende Kranterminal ohne jede Erweiterung bereits eine Cargobeamer-Station darstellen kann, denn die im Cargobeamer-Waggon integrierte Trailer-Transportwanne kann durch einen Container-Kran oder einen Reachstacker aus und in den Waggon gehoben werden. Somit kann mit dem Cargobeamer-Waggon jeder Standard-Sattelauflieger, Kühltrailer, Silotrailer und Megatrailer sofort Bahn fahren.

Erklärtes Ziel von Cargobeamer ist, bis 2030 ein europäisches Netzwerk mit Kombiterminals vorzuweisen – wie weit sind Sie auf diesem Weg?

Cargobeamer kommt bei der Umsetzung der europäischen Wachstumsstrategie erfolgreich voran: Neue Transportrouten werden aktuell entwickelt, die Bestellung neuer CB-Waggons steht kurz bevor. Im Hinblick auf die Terminalentwicklung besteht neben dem Werksterminal in Leipzig jetzt in Calais Baurecht sowie die Förderzusage der EU im Rahmen des CEF-Programms. In Deutschland sind wir an einem Standort kurz vor dem Start des Planfeststellungsverfahrens, und in Italien sowie weiteren Ländern befinden wir uns ebenfalls in laufenden Verfahren zum Erwerb von Grundstücken beziehungsweise Baurecht. Es existieren konkrete Pläne über eine Expansion von Routen- und Terminalangeboten in ganz Europa, mit denen ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung der Fernstraßen sowie zum Erreichen der Klimaziele geleistet werden soll.

Was kann die Politik dazu tun?

Eine Politik, die verstärkt auf die Wettbewerbsgleichheit der Verkehrsträger, eine verursachungsgerechte Bepreisung der externen Kosten sowie den Zugang zu Finanzierungsmitteln für innovative KMUs setzt, würde die Hürden bei der Umsetzung abbauen helfen.

Das Unternehmen

  • Das System Cargobeamer ist Ergebnis einer privaten Initiative, 2003 wurde das Unternehmen gegründet
  • Schwerpunkt des Unternehmens ist die Verladetechnik, die auch nicht kranfähigem Equipment die Teilnahme am Kombinierten Verkehr ermöglichen soll
  • Das System besteht aus speziellen Wannen, in die die Auflieger von Terminalfahrzeugen geladen werden. Die Wannen werden anschließend per Kran oder Reachstacker in die Cargobeamer-Waggons geladen
Foto: Cargobeamer

Zur Person

  • Dr. Markus Fischer ist seit 2016 Finanzvorstand von Cargobeamer in Leipzig
  • Davor war er Mitglied des Vorstands (CFO) eines international operierenden Lebensversicherers und arbeitete in führenden Positionen bei einem Finanzdienstleister
  • Sein BWL-Studium hatte die Schwerpunkte Banking und Finance
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