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Explosion eines Tanklastzugs auf der A14

Bologna: Unfallfahrer war kein Anfänger

News Bilder des Tages 180806 BOLOGNA Aug 6 2018 Photo tweeted by Italian Firefighters Foto: imago/Xinhua

Nach dem verheerenden Lkw-Unfall in Bologna sind viele Fragen noch unbeantwortet. Der Unfallfahrer jedenfalls war erfahren.

Rätselraten über das Unglück von Bologna auf der A14: Ein Tanklaster war am Montagmittag gegen 14 Uhr auf ein Stauende gefahren und hatte eine verheerende Kettenreaktion in Gang gesetzt. Wie Überwachungsvideos zeigen, wurden sowohl die Autobahn als auch die Umgebung von gewaltigen Explosionen erschüttert. Ein Teil der Autobahnbrücke stürzte ein und riss ein Loch in die Straße. Inzwischen läuft der Verkehr auch aus Richtung Florenz auf einer Umfahrspur wieder.

Der 42-jährige Fahrer des Tanklastzugs kam dabei ums Leben. Wie der Corriere della Sera in seiner Online-Ausgabe berichtet, hatte er langjährige Erfahrung, was den Umgang mit Lkw mit leicht entflammbarer Ladung angeht. Er arbeitete demnach für den Energieversorger Loro aus der Provinz Vicenza, das diese Stoffe vertreibt. Welches Gas genau sich in dem Auflieger befand, ist noch nicht klar. Italienische Medien berichteten zunächst, dass es sich um Autogas (LPG) handelt.

Sekundenschlaf oder Ablenkung? Rätselraten über die Unfallursache

Noch wird spekuliert, warum der Fahrer mit - wie Überwachungsvideos zeigen - derart hoher Geschwindkeit auf das Stauende fahren konnte. "Ob Sekundenschlaf oder Ablenkung im Spiel war - noch ist es zu früh, um das mit Sicherheit sagen zu können", heißt es von offiziellen Stellen. "Wenn man das Video dieses schrecklichen Unfalls sieht, ist es tatsächlich ein Rätsel, warum der Fahrer nicht reagiert hat", heißt es in Kommentaren auf der Facebook-Seite von eurotransport.de. "Entweder er war nicht bei Bewusstsein oder er war abgelenkt, etwa durch das Fummeln am Handy." Es wird auch die Frage aufgeworfen, warum der Notbremsassistent nicht reagiert hat . War überhaupt einer eingebaut, oder war er möglicherweise abgeschaltet? "Jedenfalls ist ein solcher Aufprall mit ungebremster Geschwindigkeit und ohne auch nur den Ansatz eines Ausweichversuchs alles andere als normal", heißt es auf Facebook. "Da war was faul."

Wie der Corriere della Sera weiter berichtet, haben die Behörden inzwischen auch die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert. An die 100 Menschen haben sich demnach Verletzungen zugezogen. Ministerpräsident Giuseppe Conte besuchte zwei der Opfer im Krankenhaus. Er sprach von einem „zweifellos fürchterlichen Unglück“ und zeigte sich froh darüber, dass alle Verletzten auf dem Weg der Besserung seien. Keines der Opfer befinde sich mehr in lebensbedrohlichem Zustand.

Erinnerungen an das Unglück von Herborn

Das Unglück in Bologna weckt Erinnerungen an den Unfall mit einem Tanklastzug in Herborn. 31 Jahre ist es her, dass in der hessischen Stadt sechs Menschen ums Leben kamen und 38 verletzt wurden, nachdem ein mit Diesel und Benzin beladener Lkw Feuer fing und aufgrund von defekten Bremsen in die Stadt rollte, wo er explodiert.

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