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BGL-Podiumsdiskussion zum Fahrerberuf

Ansätze für mehr Wertschätzung

Lkw-Fahrer Foto: Carsten Nallinger

Ob der Fahrerberuf eine Männerdomäne bleibt und wie der Arbeitsplatz Lkw in Zukunft aussieht, diskutierten Fachleute auf der Transport Logistic.

Lkw-Fahrer 4.0: Das bedeute nicht, dass es vier Lkw gebe und null Fahrer, sagte Prof. Dirk Engelhardt auf der Messe Transport Logistic. Der Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) zeigte auf einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Lkw-Fahrer 4.0 – Quo vadis Berufskraftfahrer!“ auf, welche Möglichkeiten es aktuell gibt, um den drohenden Versorgungsengpass durch fehlende Lkw-Fahrer langfristig abzuwenden.

Andrea Kocsis, Stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi freute sich, dass es eine solche Diskussion um die Zukunft des Fahrerberufes gebe und: „Die Gestaltung des Arbeitsplatzes im Lkw ist wichtig.“ Für Verdi sei es nun Ziel, in dieser Sache mit den Arbeitgeberverbänden zusammen zu arbeiten und so den Branchendialog zu verbessern und Lobbyarbeit zu betreiben.

Christina Scheib, Botschafterin für Berufskraftfahrerinnen im Auftrag des BGL und selbst Lkw-Fahrerin kann sich noch gut daran erinnern, wie schlecht das Image von Lkw-Fahrern schon in ihrer Kindheit war und dass sie das geprägt hatte. Bis der Wunsch kam, etwas dagegen zu unternehmen und sie dafür ihren Beruf als Verwaltungsfachangestellte an den Nagel hing. Sie berichtet von unflexiblen Rahmenbedingungen für Lkw-Fahrer insgesamt und auch von Bedingungen, die vor allem für Frauen problematisch seien – etwa bei sanitären Anlagen oder auch nachts an Rasthöfen und Parkplätzen.

Dr. Frank Albers, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Krone Nutzfahrzeug Gruppe ist sich sicher, dass sich der Arbeitsplatz im Lkw verändern wird, beispielsweise durch neues Handling in Sachen Ladungssicherung, bei der Abfahrtskontrolle oder dem „smart scan“, der Fahrern ermöglicht, auch kurzfristig selbst über Änderungen von Routen oder der Aufnahme zusätzlicher Ladung zu entscheiden. „Fahrer können so künftig den Disponenten unterstützen, eigentlich wäre künftig eine neue Berufsbezeichnung, wie beispielsweise Mobilitätsmanager angebracht.

Hubertus Goldkuhle, Verbandsbetreuung Lkw bei Daimler kann sich künftig vorstellen, dass das autonome Fahren interessanterweise nicht gegen den Berufsstand spreche und Fahrer irgendwann arbeitslos mache, sondern sogar positiv für das Image von Lkw-Fahrern sei. „Stupide Langstrecken sind nicht das, was dem Fahrern wirklich Spaß macht, sondern eher das, was sie abturnt.“

Gerald Hensel, Vorsitzender des BGL-Ausschusses für Berufsbildung sieht bei all den negativen Auswirkungen des Fahrermangels auch, dass durch die Not die Wertschätzung des Berufsstandes steige. „Wir brauchen nicht mehr den Muskel bepackten Auf- und Ablader, sondern jemanden, der den Disponenten unterstützt und auch Markenbotschafter des Verladers ist.“ Der Beruf werde sich seiner Meinung nach eher in die kaufmännische Richtung weiterentwickeln.

Professor Johann Tomforde, Geschäftsführender Gesellschafter Teamobility GmbH ging darauf ein, wie sich der Arbeitsplatz im Lkw an sich verändern werde. 800 oder 900 Millimeter mehr Länge, wie sie nach der neuen EU-Verordnung möglich sind, schaffe Voraussetzungen dafür, mehr Dinge unterzubringen, die für mehr Wohlbefinden der Fahrer sorgen können und die sanitären Bedingungen der künftigen „digitalen Nomaden“ verbessern können.

Erfolg dabei, das Fahrer- und Logistik-Image zu verbessern, verspricht sich BGL-Vorstandssprecher Engelhardt auch vom Mitte Mai diesen Jahres gegründeten Verein Pro Fahrer-Image (Profi) , dessen 21 Gründungsmitglieder sich für Lkw-Fahrer engagieren.

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