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Berufskraftfahrer-Ausbildung

Dachser steigt in Fahrerausbildung ein

Meikel Reif (li.), Harald König (re.) Foto: Thomas Küppers

Schulabgänger mit Interesse am Fahrerberuf können sich fortan auch an Dachser wenden. Der Logistikdienstleister will sich künftig deutlich stärker in diesem Berufsbild engagieren und bei der  Ausbildung von Berufskraftfahrern Maßstäbe setzen. Die Messlatte ist hoch.

Die Dachser-Verantwortlichen planen, im nächsten Lehrjahr mindestens 80 junge Menschen in Deutschland für diesen Beruf zu gewinnen. Bereits voriges Lehrjahr stellte Dachser 45 angehende Berufskraftfahrer (BKF) ein, womit sich die Firma aus dem Stand zu einem der größten Ausbilder für angehende Fahrer aufschwang.

Dachser bildet für die Transportunternehmer aus

Der starke Fokus auf den Fahrer ist neu. Bis vor zwei Jahren noch bildete der Logistikdienstleister nur eine Handvoll junger Leute für diesen Beruf aus. Dachser arbeitet im Landverkehr überwiegend mit selbstständigen Transportunternehmern zusammen und muss daher keine eigenen Lkw besetzen. Je nach Standort unterhält die Firma aber auch kleine eigene Flottenanteile und bildete daher im überschaubaren Rahmen selbst Fahrer aus – so etwa im Logistikzentrum Karlsruhe.

An der Strategie, den Landverkehr mit Transportunternehmern zu gestalten, hat sich durch das gesteigerte Engagement in der BKF-Ausbildung nichts geändert. Im Gegenteil: Das Bekenntnis zu den Partnern und die Bindung an sie wird deutlich gestärkt – denn Dachser will die jungen Leute mehrheitlich nicht für den Eigenbedarf, sondern für die Transportunternehmer ausbilden.

Dahinter steht der Wille, die Qualität des Landverkehrs-Netzwerks langfristig zu sichern und zu steigern – und das geht nach Überzeugung der Dachser-Verantwortlichen nur mit gut ausgebildeten Fahrern. Die Transportunternehmer hätten häufig nur vier bis zehn Lkw, seien als Ausbildungsbetriebe also vielfach zu klein oder mit der Nachwuchsarbeit überfordert. Dachser hat sich deshalb dazu entschlossen, ihnen diese Arbeit abzunehmen.

Neue Tochtergesellschaft Dachser Service und Ausbildungs GmbH

"Doch auch bei uns läuft die Ausbildung von Berufskraftfahrern nicht einfach nebenher – dafür ist das Ganze zu komplex", erläutert Hendrik Jansen im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Sein Kollege Hermann Grünheidt und er sind die beiden Geschäftsführer der Dachser-Tochtergesellschaft Dachser Service und Ausbildungs GmbH und damit die Verantwortlichen für das neue BKF-Ausbildungskonzept.

Aufgabe der 2014 gegründeten Gesellschaft Dachser Service und Ausbildung ist es, entsprechendes Know-how sowie Kontakte zu den relevanten Institutionen aufzubauen sowie die BKF-Ausbildung in den Niederlassungen anzustoßen und zu begleiten, jeweils in enger Abstimmung mit den dortigen Fuhrparkmanagern.  Mit 16 Dachser-Häusern sind Jansen und Grünheidt gestartet. 2015 soll das Konzept auf insgesamt 41 Road-Niederlassungen übertragen werden.

Fuhrparkmanager haben Schlüsselrolle im Modell

Der Erfolg des Unterfangens steht und fällt mit dem Einsatz der Fuhrparkmanager. Ihnen kommt bei dem Konzept eine Schlüsselrolle zu. Hier sind Profis gefragt, die eine Vielzahl an Dingen unter einen Hut bringen und dabei einen kühlen Kopf bewahren müssen. Die Fuhrparkmanager sind die Ansprechpartner der neuen Gesellschaft Dachser Service und Ausbildung sowie Bindeglied zwischen Fahrern und Transportunternehmern. Sie stimmen die Inhalte der Verbundausbildung mit den Industrie- und Handelskammern (IHK) ab, gehen auf Berufsschulen, Werkstatt- und Fahrschulpartner zu und steuern den Einsatz der Azubis bei den Transportunternehmern.

Im Fall der Niederlassung Karlsruhe hat diese Rolle Harald König übernommen. Als Leiter des Nahverkehrs war er bisher schon im engen Kontakt mit den selbstständigen Transportunternehmern. "Mit 23 von ihnen habe ich Kooperationsverträge geschlossen, in denen unter anderem die Ausbildungsinhalte und -ziele definiert sind", erläutert König. Die Vielzahl an Mitstreitern auf Unternehmerseite hat den Charme, dass der angehende BKF bei Dachser nicht nur Fahrpraxis bei einem Unternehmen, sondern gleich bei 23 Akteuren sammeln kann.

Fuhrparkmanager König ist, was die neuen Pläne im Bereich der BKF-Ausbildung angeht, bereits Feuer und Flamme. Er hat sich für dieses Jahr vorgenommen,  acht Azubis einzustellen, 2014 waren es bereits fünf. Einer davon ist Meikel Reif. Der 19-Jährige hat Freude am Fahren und lässt sich diese auch nicht so leicht verderben. "Viele regen sich über die Lkw auf, doch ohne uns gäbe es in den Supermarkt-Regalen nichts zu essen und zu trinken", sagt er.

Macht Reif seinen Job gut, hat Ambitionen auf mehr und König erkennt die nötigen Potenziale, hat er später die Chance, seine eigene Existenz zu gründen. Dachser wird Reif dann auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Auch dieser Gedanke ist Teil des neuen BKF-Konzepts. Ebenso wie die Förderung der Selbstständigkeit sieht das Dachser-Ausbildungskonzept in einem nächsten Schritt auch die Schulung der fünf Module im Rahmen der Weiterbildung oder die Vermittlung der beschleunigten Grundqualifikation vor. Derzeit sind diese Themen in den Händen von Bildungsträgern wie Dekra. "Denn unser Konzept geht weit darüber hinaus, nur Berufskraftfahrer auszubilden", sagt Jansen.

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